Bis Sommer soll der Schulentwicklungsplan für Perl stehen

Kostenpflichtiger Inhalt: Diskussion im Perler Rat : Schulentwicklungsplan bis Sommer gefordert

Die Mehrheit im Perler Gemeinderat machte Druck in Sachen Bescher Grundschule: SPD stellte erweiterten Forderungskatalog auf.

Einen erweiterten Forderungskatalog für die Grundschule in Besch hat SPD-Fraktionschef Michael Fixemer in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates vorgelegt. Sein Vorstoß geht über die Punkte hinaus, auf die sich der Finanz-, Personal- und Bildungsausschuss Ende Januar geeinigt hatte. So ist laut Fixemer das Gebäude der Grundschule, vorausgesetzt es gibt eine Freigabe der unteren Bauaufsicht, „bis zur abschließenden Umsetzung des Schulentwicklungsplanes für Vereine und Gruppen aus Besch herzurichten“.

Als Grund für den Katalog nannte er die gesetzliche Verpflichtung, ab 2025 einen Betreuungsplatz zwingend vorzuhalten. Das Ministerium geht nach den Worten von Michael Fixemer davon aus, dass ab diesem Zeitpunkt mindestens 90 Prozent der Kinder durch den gesetzlichen Anspruch ihren Ganztagsbetreuungsplatz einfordern werden. Bis zum Sommer soll das Schulentwicklungskonzeptes stehen. Zudem forderte er für alle Betroffenen Infos über eine Gebundene Ganztagsschule.

Weiter beantragte der SPD-Fraktionschef, das Bildungsministerium eng in die Erarbeitung eines Schulentwicklungsplans einzubinden – ebenso wie Schulleitung und Lehrer. Nach seinen Worten soll die Verwaltung die Kosten für die Sanierung und die Schaffung fehlender Schulräume ermitteln; Fördergelder und Landeszuweisungen sind beim Innenministerium zu beantragen.

Nach den Worten von Perls Bürgermeister Ralf Uhlenbruch ist das Beratungsbüro Gebit Münster zuständig für die Erhebung des aktuellen Raumbestandes und die Analyse, für die Informationen zu Ganztagsbetreuung, die Eltern zu befragen, welche Schulformen sie bevorzugen und für die Berichterstattung und Präsentation.

Der zuständige Ausschuss hat der Gemeindeverwaltung den Auftrag gegeben, alle Betroffenen über die Schulformen zu informieren und das Unternehmen Gebit Münster GmbH & Co. KG Münster mit der Erstellung einer Bedarfsanalyse zu beauftragen, sagte Uhlenbruch. Deren Kosten sollen nach Fixemers Vorgaben auf 15 000 Euro gedeckelt werden. Franz Keren von der FDP mahnte an, die Substanz des Gebäudes zu untersuchen, das mittlerweile rund drei Jahre leer steht.

Eine Diskussion entzündete sich an der Frage, wer die Schülerzahlen ermitteln soll – ein Grundproblem, wie CDU-Fraktionschef Hans-Peter Trierweiler dies nannte. Er und der Bürgermeister plädierten dafür, die Zahlen von dem Beratungsunternehmen in einer Sozialstudie ermitteln zu lassen. Bei der Feststellung der Zahlen hätten die Gemeinde sowie das Bildungsministerium falsch gelegen.

Derweil beharrte Fixemer darauf, nur die Zahlen aus dem Bildungsministerium zu nehmen. Einen Kompromissvorschlag machte Grünen-Fraktionsmitglied Karl-Heinz Raczek: die Schülerprognosezahlen aufgrund einer Sozialprognose von der Beratungsfirma zu ermitteln, in Abstimmung mit dem Bildungsministerium – einen Vorstoß, für den auch Andreas Weber, Fraktionschef der Grünen, warb. „Wenn das Beratungsunternehmen seriös arbeitet und das Ministerium richtig liegt, müssen die Zahlen sich decken. Falls nicht, haben wir ein Problem. Wir sollten also beide Zahlen ermitteln und einbeziehen,“ sagte Raczek. 17 Ratsmitglieder stimmten dem Vorstoß des Grünen-Fraktionsmitgliedes zu, sechs sagten Nein, und es gab eine Enthaltung. Dem gesamten Antrag stimmten 15 Ratsmitglieder zu, zehn lehnten ihn ab.