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Biowinzer
Biowinzer abeiten jetzt eng zusammen

Biowinzer unter sich: Klaus Weier (rechts), zweites Ecovin-Mitglied, mit Willi (links) und Simon Ollinger, die sich schon lange dem biologischen Wein-Anbau verpflichtet haben.
Biowinzer unter sich: Klaus Weier (rechts), zweites Ecovin-Mitglied, mit Willi (links) und Simon Ollinger, die sich schon lange dem biologischen Wein-Anbau verpflichtet haben. FOTO: Ruppenthal
Sehndorf/Oberperl. Die Nachfrage nach Biowein steigt. Und so kann auch das Bio-Weingut Ollinger-Gelz wachsen. Mit Klaus Weier hat das Weingut nun einen neuen Partner.

Das Weingut Ollinger-Gelz bekommt Verstärkung. Klaus Weier (60) aus Oberperl ist nun das zweite Ecovin-Mitglied an der Obermosel. Bereits seit 17 Jahren arbeitet das Weingut Ollinger-Gelz nach kontrolliert ökologischen Richtlinien. Die steigende Nachfrage nach Biowein hat nun zu einer im wahrsten Sinne fruchtbaren Zusammenarbeit zweier Perler Winzer geführt. Klaus Weier aus Oberperl stellt seinen Nebenerwerbsbetrieb auf Bio-Bewirtschaftung um und übergibt dem Bioweingut Ollinger-Gelz von nun an seine Ernte.


„2017 war wieder ein besonders anspruchsvolles Weinjahr für die Perler Winzer“, verrät Willi Ollinger. Nach einem historisch frühen Austrieb wurden Ende April einige Weinberge durch Spätfröste beschädigt. Somit musste man bereits vor der Blüte von Ertragsausfällen ausgehen.

Der anschließende trockene und warme Sommer ließ die Reben aufatmen, jedoch wurden einige Lagen in Perl und Sehndorf Ende August Opfer eines Hagelunwetters. Dann musste alles sehr schnell gehen: Für die Biowinzer Willi und Inge Ollinger mit Sohn Simon war die aufwändige, selektive Handlese wichtig, um den Qualitätsstandards gerecht zu werden. Sehr wenige, dafür aber gesunde, reife und unbeschädigte Trauben wurden geerntet.



„Diese geringe Erntemenge konnte jedoch durch die neue Kooperation fast ausgeglichen werden,“ sagte Junior Simon Ollinger (27). Das Bioweingut Ollinger-Gelz bekam 2017 wichtige Unterstützung durch Winzer Klaus Weier aus Oberperl. Weier stellt seine Rebflächen aktuell auf kontrolliert ökologische Bewirtschaftung um und übergibt dem Sehndorfer Weingut Ollinger-Gelz seine Trauben. „Es ist schön, dass wir so auch in Zukunft die steigende Nachfrage nach Perler Biowein bedienen können“, so der renommierte und erfahrene Biowinzer Willi Ollinger.

Er hatte sich seinerzeit für den Umstieg auf den biologischen Weinanbau entschieden, nachdem er durch Fungizide und Insektizide krank wurde und mit Allergien und Kopfschmerz zu kämpfen hatte. Seit Februar 2005 ist das Weingut Mitgliedsbetrieb bei Ecovin, dem Bundesverband für ökologischen Weinbau. Ökologischer Weinbau ist eine ganzheitliche Arbeitsweise.

Auch Klaus Weier entschied sich ganz bewusst für den Umstieg auf den chemie- und mineraldünger-freien Weinanbau. Der Einsatz der Herbizide war ihm schon länger auf den Magen geschlagen. Nachdem Sohn Carlo (20) ihn voller Überzeugung zum Bioanbau animierte, fackelte er im vergangenen Jahr nicht lange und wagte den Umstieg. „Unser Betrieb war zuvor schon ganz gut gelaufen“, sagte er. „Aber ich habe auch eine neue Herausforderung gesucht“, begründete er seinen Sinneswandel. Was lag da näher als eine sinnvolle Kooperation zum bislang einzigen Bioweingut im Saarland, zumal verwandtschaftliche Beziehungen zu Inge Ollinger bestehen. So klappte der schnelle Umstieg auf den Bioweinbau praktisch „schmerzfrei“.

Auch für Klaus Weier ist diese Zusammenarbeit ausgesprochen erfreulich. Jetzt konnte er im Keller von Willi Ollinger erstmals Weine probieren, die nur aus seinen Trauben entstanden sind. Einige davon sind bereits abgefüllt und können bei der Jahrgangspräsentation des Bioweinguts am 24. März und 25. März in Sehndorf verkostet werden. An dem Wochenende vor Ostern können am Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr im Keller des Bioweingutes Ollinger-Gelz mitten in den Weinbergen der spritzig-frische Elbling, fruchtig-ausgewogener Auxerrois und kräftig intensiver Grauburgunder probiert werden. Simon Ollinger ist sich sicher, dass die Weinfreunde von der Aromatik und Fülle begeistert sein werden. Auch in diesem Jahr präsentiert Claudia Quirin den Besuchern zum anstehenden Osterfest passende Dekoration und Floristik.

(rup)