Bedrohlicher Tiefstand für Obermosel

Bedrohlicher Tiefstand für Obermosel

Nennig/Oberleuken. "Der Aufstieg in der vergangenen Saison kam für uns unerwartet", sagt Ottmar Hein, der Trainer der SG Obermosel. Und dann fügt er hinzu: "Vielleicht kam er auch um ein Jahr zu früh

Nennig/Oberleuken. "Der Aufstieg in der vergangenen Saison kam für uns unerwartet", sagt Ottmar Hein, der Trainer der SG Obermosel. Und dann fügt er hinzu: "Vielleicht kam er auch um ein Jahr zu früh." Durch einen dramatischen Sieg nach Elfmeterschießen im Entscheidungsspiel gegen die SG Britten-Hausbach schaffte die seit 1992 bestehende Allianz aus dem TuS Nennig und dem FC Oberleuken im Sommer den Sprung in die Fußball-Bezirksliga. Bisher erwies sich die neue Herausforderung aber als zu große Bürde - zumindest was die Punktausbeute anbelangt. Mit nur vier Zählern aus elf Partien hält der Aufsteiger die Rote Laterne.Verletzte melden sich zurückHauptgrund dafür ist laut Hein die Unerfahrenheit seines Teams: "Wir haben eine junge Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von unter 24 Jahren - und man merkt schon, dass den Jungs etwas die Abgeklärtheit fehlt. Wir vergeben sehr viele Chancen, andererseits ist es schon fast unheimlich, was für Gegentore wir bekommen", sagt der 48-Jährige. Hinzu kam auch noch Verletzungspech. Patrick Schuster, mit 26 Treffern bester Schütze im Aufstiegsjahr, spielte bislang nur einmal über die volle Distanz. Neuzugang Björn Herberger (offensives Mittelfeld) zog sich gleich im Auftaktspiel einen Muskelfaserriss zu und feierte erst bei der unnötigen 1:3-Schlappe im letzten Spiel bei der SG Morscholz-Steinberg seine Rückkehr als Einwechselspieler. Der guten Nachricht vom Aufwärtstrend der beiden gerade Erwähnten steht allerdings der in seiner Schwierigkeit kaum zu steigernde Spielplan gegenüber. Am kommenden Sonntag (15 Uhr) empfängt die SG den Tabellenzweiten SSV Pachten, anschließend muss Obermosel zum zurzeit konkurrenzlosen Spitzenreiter aus Oppen. Dabei weiß Trainer Hein doch nur zu gut: "Der Mannschaft fehlt ein Erfolgserlebnis." Ob sich ein solches ausgerechnet gegen die zwei bislang besten Teams der Klasse einstellt, ist wohl eher fraglich. Doch wer weiß? "Wir haben in diesen zwei Spielen absolut nichts zu verlieren und vielleicht gelingt uns ja eine Überraschung", sagt Hein. Das Spiel gegen Pachten findet übrigens auf dem Hartplatz in Nennig statt: "Der Rasenplatz in Oberleuken ist ramponiert, deshalb müssen wir ausweichen", erläutert der Trainer. Möglicherweise ein kleiner Vorteil. Ungeachtet des bislang sehr bescheidenen Saisonverlaufs hat Hein das Saisonziel Ligaverbleib aber keineswegs schon ad acta gelegt und auch bei seinen Spielern ist von Resignation, zumindest im Trainingsalltag, nichts zu spüren: "Die Trainingsbeteiligung ist hervorragend, die Jungs sind weiterhin hoch motiviert bei der Sache. Wir haben gesehen, dass das Team Potenzial hat, den Klassenverbleib zu schaffen, und ich habe die Hoffnung noch nicht verloren", so der Übungsleiter. Allerdings dürfte auch Hein klar sein: Es müssen dringend Punkte her, damit die Situation nicht schon zur Winterpause aussichtslos ist.