Ausbildung für die Miniköche im Kreis Merzig-Wadern endet

Miniköche im Grünen Kreis : „Gefillde“ und eine Schürze zum Abschied

Mit einem Menü ist das Projekt „Miniköche“ für 23 Teilnehmer zu Ende gegangen. Die Bewerbung für die neue Auflage ist bereits möglich.

Anbauen, pflegen, ernten, zurechtschneiden, zubereiten, anrichten und servieren – bevor beispielsweise Gemüse auf dem Teller landet, sind viele Schritte nötig. Wie viele, davon haben viele Erwachsene und meist noch weniger Kinder eine Vorstellung. Was meist fertig im Supermarkt liegt, ist das Ergebnis von mehreren Monaten Arbeit. Das zu wissen, bewirkt einen anderen Blick auf und einen anderen Umgang mit Lebensmitteln.

Das und alles rund ums Kochen haben 23 Jungen und Mädchen in den vergangenen beiden Jahren im Rahmen des Projekts „Miniköche“ gelernt. Vor allem der Zusammenhang zwischen Gesundheit und Essen sowie Nachhaltigkeit und Wertigkeit haben sie dabei verinnerlicht. Denn das Leitbild des Projekts Miniköche lautet: „Gesundheit durch richtige Ernährung, in einer intakten Umwelt“.

Das Projekt kam sehr gut an, weiß der Teamleiter der „Europa-Miniköche Grüner Kreis“, Christian Heinsdorf, Inhaber der Taverne der Römischen Villa Borg. „Das Feedback sowohl von den kleinen Köchen als auch von den Eltern war sehr, sehr gut. Bedenken, dass die vierstündigen Treffen nach der Schule zu anstrengend sind, waren ganz schnell weg. Die Kinder waren im Gegenteil total entspannt, es hat ihnen spürbar gutgetan“, berichtet Heinsdorf. Er hat die Kinder gemeinsam mit Peregrin Maier vom Flair Parkhotel Weiskirchen und Michael Buchna vom Landhotel Saarschleife in Orscholz eng betreut.

Den würdigen Abschluss der zweijährigen „Ausbildung“ feierten die Minis vor wenigen Tagen mit ihren Eltern und weiteren Gästen, wie Bürgermeister Ralf Uhlenbruch aus Perl und Schirmherrin sowie Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich, mit einem gelungenen Abend in der Römischen Villa Borg.

Strahlende Miniköche zum Abschluss mit Markus Schraut in Vertretung von Peregrin Maier, Christian Heinsdorf, Michael Buchna und Schirmherrin Daniela Schlegel-Friedrich. Foto: Landkreis Merzig-Wadern

In ihren Kochschürzen mit perfekt gebundenem Halstuch servierten die Nachwuchsköche ein Sechs-Gang-Menü. Natürlich haben sie das im Vorfeld zusammen geplant und am Abend selbst zubereitet und angerichtet. So gab es Bruschetta mit heimischen Tomaten, geräuchertes Forellenfilet auf buntem Salat, Rinder-Konsommee mit Markklößchen, „Gefillde“ mit Sauerkraut und Speckrahmsoße, Reh­ragout  mit Wirsing, Spätzle und Preiselbeerbirne sowie Tiramisu von Waldbeeren. Zum Abschluss gab es für den Teamleiter von Eltern und Kindern eine handsignierte Schürze mit allen Namen sowie ein ganz persönliches Dankeschön für zwei tolle und lehrreiche Jahre.

Dabei ging es eben nicht nur darum, zu kochen, sondern auch um das Bewusstmachen von den Zusammenhängen von Ernährung und Natur beziehungsweise Umwelt. Ein wichtiger Aspekt sei dies in der heutigen Zeit, betont Merzig-Waderns Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich: „Wir alle sind verpflichtet in allen Lebensbereichen auf Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz zu achten. Gerade bei der Ernährung geht es neben der Gesundheit auch darum, saisonale, regionale Produkte zu nutzen und diese wertig zu verarbeiten. Wenn die Kinder das bereits verinnerlichen, ist das ein großer Erfolg.“

Das Projekt „Miniköche“ feiert dieses Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Und auch mit Christian Heinsdorf geht es dabei weiter. Ab sofort können sich wieder kochbegeisterte Kinder bewerben für die neue Projektphase. Start ist im Oktober, die Anmeldefrist läuft bis zum 19. September. Teilnehmen können alle Kinder aus dem Landkreis Merzig-Wadern im Alter von zehn bis elf Jahren. Die Kosten für die zweijährige Teilnahme betragen pro Kind insgesamt 150 Euro. Dafür erhalten die Teilnehmer Arbeitskleidung und Arbeitsmittel wie Messer und Spätzlebrett – alles in einem eigenen Arbeitskoffer.

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