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Äppelfeschd lockte Tausende auf den Moselgau

Äppelfeschd : Das Äppelfeschd wurde zum Festtag für die saftigen Früchte

Der heiße Sommer hat viele süße und saftige Äpfel hervorgebracht. Beim Äppelfeschd auf dem Moselgau durfte man sich davon überzeugen.

Äpfel, Apfelsaft, Apfelkuchen, Apfelkompott, Apfelgelee und vergeistigter Apfel in flüssiger Form - die Organisatoren des 22. Äppelfeschdes auf dem Moselgau hatten nichts ausgelassen. Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen strömten die Besucher am Wochenende in Scharen durch die Straßen, um sich am Ortseingang von Butzdorf, in dem großen Zelt auf halber Strecke und an den Ständen rings um die Tettinger Kirche sowie im nahe gelegenen Borg verwöhnen zu lassen. „Grob geschätzt sind es etwa 15 000 Gäste“, meinte Wolfgang Schmitt, Vorsitzender des ausrichtenden Vereins Viezstraße. Gemeinsam mit Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich und dem Perler Bürgermeister Ralf Uhlenbruch machte er die Runde und erfreute sich an der lebhaften Resonanz. Morgens war das Fest durch Schirmherr Innenminister Bouillon eröffnet worden. Entlang der Viezstraße veranstaltet der Verein mehrere Feste, die von ortsansässigen Obstbauern ausgerichtet werden.

„Der reine Genuss“, schwärmte die Landrätin, und auch an den Ständen sah man nur wohlig-zufriedene Gesichter. „Wir kommen seit Jahren hierher“, erzählte ein Ehepaar aus Saarlouis. Autokennzeichen aus Frankfurt, Darmstadt oder anderen weiter entfernten Gegenden zeigen, dass auch viele Urlauber von den kulinarischen Angeboten der Region Gebrauch machen.

Natürlich war auch der lokale Hochadel vertreten: Viezkönigin Nathalie, die saarländische Moselweinkönigin Lisa III. mit ihren Prinzessinnen Chiara und Sophie, Bierkönigin Bianca, Bohnenkönigin Vivienne und Linsenkönigin Jennifer mit Prinzessin Sabrina gaben sich die Ehre und ließen sich in ihren prächtigen Gewändern huldvoll bewundern.

Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, das seit dem Jahre 2007 im Hause Becker eingerichtete saarländische Brennereimuseum zu besichtigen. Ortsvorsteher Alois Becker, selbst stolzer Besitzer von rund 4000 Apfelbäumen, hatte die kostbaren Exponate, mehr als 50 historische Brenngeräte, zur Seite geräumt und bewirtete in den urigen Räumen seine Gäste.

Das Fest war hervorragend organisiert. Außerhalb der Ortslage waren große Parkflächen ausgewiesen, während innerorts absolutes Halteverbot herrschte. Diese Maßnahme ermöglichte es den Gästen, sich völlig stressfrei zwischen den Ständen zu bewegen und sich ganz den Augen- und Gaumenfreuden zu widmen. Ein Besucher aus Saarbrücken erklärte bedauernd: „Ich habe das Äppelfeschd leider erst in diesem Jahr für mich entdeckt. Aber ich komme garantiert wieder.“