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Ledserbrief
Noch viel Luft nach oben

Tourismus im Landkreis

Eine erfolgreiche touristische Arbeitsteilung ist die Voraussetzung für die nachhaltige Entwicklung von Reisedestinationen. Die Kommunen kümmern sich um gute Wander- und Radwege, organisieren eine kompetente Tourist-Information mit gästeorientierten Öffnungszeiten und machen attraktive Veranstaltungsangebote für ihre Gäste. Auf der anderen Seite sind die touristischen Regional- oder Kreisorganisationen und die Landesmarketingorganisationen für Koordinierung und Marketing zuständig.


Im Landkreis wird diese anderswo erfolgreich praktizierte Arbeitsteilung seit Jahren von der Saarschleifenland Tourismus GmbH angestrebt und auf vielen Arbeitsfeldern gemeinsam mit den Kommunen umgesetzt. Besonders erfolgreich war man damit zum Beispiel in Losheim am See. Ohne einen relevanten eigenen Marketingetat der Gemeinde hat sich die Anzahl der Übernachtungs- und Tagungsgäste sehr gut entwickelt und wurde privat sehr viel in den Tourismus investiert.

In Mettlach und Orscholz gibt es dagegen bis heute touristische Fürstentümer, die meinen, ohne eigenständige Aktivitäten nicht auszukommen zu können. Einer dieser Fürsten ist Leserbriefschreiber Hermann Kiefer, der in Orscholz mit nicht marktfähigen Nischenprodukten und Tourismusgesellschaften seit Jahren die notwendige Arbeitsteilung und Kooperation im Landkreis eher behindert als gefördert hat.



Deshalb sollte Bürgermeister Daniel Kiefer als touristischer Sprecher der Kreis-SPD mit erfolgreicher Tourismuspolitik erst einmal in seiner Gemeinde beginnen. Dazu gehört neben der Verbesserung der Arbeitsteilung und einer Konzentration aller Ebenen auf ihre touristischen Kernaufgaben auch eine Sicherung der Finanzausstattung der touristischen Organisationen. Das ist wesentlich sinnvoller als, wie von Kiefer gefordert, viel Geld für teure Beratungsunternehmen auszugeben.

Im Übrigen wird zwischen Kommunen und Landkreis seit Jahren intensiv an einem Weg hin zu einer noch besseren kostensparenden und effizienten Arbeitsteilung zwischen Kommunen und Landkreis gearbeitet. Darauf nimmt das Papier von Kiefer leider keinen Bezug. Diese Themen sind auch in einem vom Innenministerium im Jahr 2017 finanzierten Gutachten zur interkommunalen touristischen Zusammenarbeit inklusive Handlungsvorschlägen formuliert.

Daniel Kiefer kritisierte in einem von der SZ veröffentlichten  Papier auch die Unterstützung des Landkreises für die Regionalinitiative „Ebbes von Hei“. Österreich hat es vorgemacht und weltweit ist es der große touristische Trend, dass Regionalität und regionale Produkte von den Touristen erwartet werden. Das ist heutzutage neben Premiumwandern und Radfahren ein wesentlicher Teil der touristischen Angebote erfolgreicher Regionen und hat zudem viel mit Klimaschutz, Erhalt der Kulturlandschaft und Sicherung von Arbeitsplätzen zu tun.

Achim Laub, Losheim am See