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Arbeitsmarkt
Niedrigster Januarwert seit 18 Jahren

Merzig-Wadern. Die Arbeitslosigkeit im Kreis ist saisonbedingt gestiegen, jedoch ist es nach Worten der Agentur für Arbeit der niedrigste Januarstand seit 18 Jahren. Die Zahl der offenen Stellen liegt deutlich über Vorjahresniveau.

() Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis ist im Januar „allein aus jahreszeitlichen Gründen“, so die Agentur für Arbeit in ihrem gstern veröffentlichten Monatsbericht, gestiegen. Mit 2517 lag sie um 176 über dem Dezemberstand. Damit ist der niedrigste Januarwert seit 18 Jahren zu verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit deutlich gesunken (minus 14 Prozent).


Neben der registrierten Arbeitslosigkeit galten 1170 Personen nicht als arbeitslos, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus waren. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,6 Prozent, das waren 0,8 Prozentpunkte weniger als vor einen Jahr.

In dem Anstieg zum Jahresbeginn sieht Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, in erster Linie eine Reaktion auf saisonale Einflüsse: „Der Hauptkündigungstermin zum Jahresende und das Auslaufen der befristeten Arbeitsverträge nach dem Weihnachtsgeschäft machten sich im Januar bemerkbar. Auch im Hotel- und Gaststättengewerbe gab es weniger zu tun, viele Außenarbeiten ruhten“, sagt Haßdenteufel in seiner Bilnaz für den Monat Januar.



Insgesamt spricht der Agenturleiter von der „saisontypischen Durchgangsarbeitslosigkeit“, die nach seiner Einschätzung mit der Frühjahrsbelebung wieder abgebaut sein sollte. „In der Regel handelt es sich hierbei für die Betroffenen um eine vorübergehende Arbeitslosigkeit. Wer qualifiziert ist und nah am Berufsleben steht, hat gute Chancen, rasch eine neue Beschäftigung zu finden. Gut ausgebildete Fachkräfte werden branchenübergreifend gesucht.“

Laut Arbeitsagentur ist die Beschäftigung in den vergangenen Jahren konstant gewachsen und die saarländischen Unternehmen melden dauerhaft viele Stellen. Für 2018 rechnet der Leiter der Arbeitsagentur daher mit einem weiteren Anstieg der Beschäftigung.

Die Arbeitslosigkeit beim Jobcenter des Landkreises Merzig-Wadern ist im Januar leicht gestiegen (plus 21 auf 1407). Damit liegt sie um ein Fünftel unter dem Vorjahreswert. Im aktuellen Monat waren 620 Frauen und 787 Männer arbeitslos gemeldet. Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern ist die Arbeitslosigkeit gegenüber Januar 2017 deutlich gesunken. Die Zahl der arbeitslosen Jüngeren (unter 25 Jahren) lag im Januar bei 91. Sie ist sie gegenüber dem Vorjahr um 43 Prozent gesunken.

435 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Dies entspricht einem Anteil von 31 Prozent an allen Arbeitslosen. Ihre Zahl konnte gegenüber dem Vorjahr um 70 reduziert werden.

Weniger als die Hälfte der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen sind gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits ein Jahr und länger registriert. Mit 636 Langzeitarbeitslosen beträgt ihr Anteil an allen Arbeitslosen 45,2 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um 173.

Die Unterbeschäftigung lag im Kreis Merzig-Wadern im Januar mit 3690 Personen um 410 unter dem Vorjahresniveau. Unter den Unterbeschäftigten waren 2517 Menschen arbeitslos und knapp 1170 galten nicht als arbeitslos, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus waren. Darunter befanden sich 475 Personen in einer Fördermaßnahme für Flüchtlinge. Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug 68 Prozent. Der Arbeitsmarkt wurde damit durch Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik um 32 Prozent entlastet.

In der Unterbeschäftigung werden laut Agentur für Arbeit zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen beziehungsweise ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

Im Januar haben die Unternehmen der Region 200 offene Stellen zur Besetzung gemeldet, so viele wie vor einem Jahr. Aktuell sind noch 745 offene Stellen gemeldet.

Besonders viele Mitarbeiter werden derzeit in der Zeitarbeit, im Handel, im Verarbeitenden Gewerbe, im Gastgewerbe sowie im Gesundheits- und Sozialwesen gesucht. Auch das Baugewerbe, der Bereich Erziehung und Unterricht und der Bereich der freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungen hat Bedarf an Fachkräften.

Die Arbeitslosigkeit ist zwar gestiegen, der Arbeitsmarkt steht aber besser da als vor einem Jahr.
Die Arbeitslosigkeit ist zwar gestiegen, der Arbeitsmarkt steht aber besser da als vor einem Jahr. FOTO: dpa / Jens Büttner