Neue Bildungsprojekte im Landkreis Merzig-Wadern

Merzig-Wadern : Der Landkreis geht neue Wege in Sachen Bildung

Frank Wagner, bildungspolitischer Sprecher der CDU, nennt den Kreis eine „Anlaufstelle für neue bildungspolitische Modellprojekte“.

Ein neues Schuljahr steht vor der Tür und bringt Veränderungen mit sich. In den Schulen des Kreises Merzig-Wadern werden neue Bildungsprojekte umgesetzt, die die Qualität des Unterrichts und der Betreuung anheben sollen. Frank Wagner, der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im saarländischen Landtag, zeigt sich erfreut darüber und bezeichnet den Kreis „Modellregion“ und „Anlaufstelle für neue bildungspolitische Modellprojekte“.

Am Standort der ehemaligen Grundschule Weiskirchen-Rappweiler ist zum Beispiel eine neue private Förderschule entstanden. Hier soll vor allem auf die Bedürfnisse von Kindern mit sozial-emotionalem Förderbedarf eingegangen werden. Damit das Lehrpersonal in einem ausreichenden Maße auf den Einzelnen eingehen kann, beträgt die maximale Schülerzahl 22. Eine Jugend-Intensivwohngruppe ist ebenfalls ein Bestandteil des sonderpädagogischen Projekts. Träger der neuen Bildungseinrichtung ist die Jugendhilfe St. Maria, die Wagner als „kompetenter und sehr erfahrener Jugendhilfeträger“ lobt. Der Landtagsabgeordnete hatte sich zuvor dafür eingesetzt, dass eine der neuen Förderschulen für sozial-emotionale Entwicklung im Nordsaarland entsteht.

Derweil konnte die Grundschule in Hilbringen ihr Angebot an Sprachförderklassen ausbauen. Für das erste Schuljahr hatte es ein solches Angebot gegeben. Die Anmeldezahlen machten deutlich, dass es bei den Eltern sehr gut ankam. In Wagners Augen sind solche Klassen unerlässlich, wenn die Inklusion ein Erfolg werden soll: „Mit gezielter Förderung in der Schul-eingangsphase können wir dafür sorgen, Kindern mit Sprachstörungen oder Sprachbeeinträchtigungen gezielt zu helfen und ihnen den Start in die Regelschule zu erleichtern.“ Hilbringen ist einer von drei Standorten im Saarland, an denen eine neue Sprachförderklasse eingerichtet wurde.

Währenddessen geht die Freiwillige Ganztagsschule in Brotdorf neue Wege bei der Nachmittagsbetreuung. Im Rahmen einer Campuslösung sollen die Vormittags- und Nachmittagsangebote enger miteinander verzahnt werden. Variablere Betreuungszeiten richten sich an Eltern, die Beruf und Familie in Einklang bringen müssen. So wird in Zukunft eine Frühbetreuung außerhalb der Kernzeit (bis 16 Uhr) angeboten. Für diejenigen, die ihr Kind in der Kernzeit nicht abholen können, wurde eine erweiterte Randzeit bis 18 Uhr eingeführt. Zudem soll mit Modulen und mehr Lehrerstunden die Qualität der schulischen Nachmittagsbetreuung verbessert werden. Wagner freut sich über die „Multiprofessionalität am Nachmittag“, die durch ein Budget von 10 000 Euro ermöglicht worden sei.

Frank Wagner. Foto: Sebastian Braun

Im Saarland besteht ein dringender Bedarf an Erziehern. Die am Berufsbildungszentrum (BBZ) Merzig eingerichtete Erzieherakademie soll gegen den Fachkräftemangel ankämpfen. Die Nachfrage war so groß, dass binnen kürzester Zeit gleich zwei Klassen mit jeweils 30 Schülern gebildet werden konnten. Die jungen Leute werden nach Abschluss ihrer Ausbildung vor allem in Freiwilligen Ganztagsschulen zum Einsatz kommen. Wagner ist sich sicher, dass die Akademie die Attraktivität des Berufsbildes erhöht: „Durch diesen neuen lokalen Standort gibt es in Zukunft ein schlagkräftiges Argument, sich für die Erzieherausbildung zu entscheiden.“

Zudem gehe von der Maßnahme ein gutes Signal für den Kreis aus: „Gerade für unsere Jugendlichen zeigt diese Entscheidung, dass der Kreis in vielen Bereichen zukunftsfähig ausgerichtet ist.“

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