| 21:01 Uhr

Merzig-Wadern
Ein warmes Nest für Igel, Siebenschläfer und Co.

Die vierjahrige Amy springt hat offenbar jede Menge Spaß mit dem herbstlichen Blätterhaufen im Garten.
Die vierjahrige Amy springt hat offenbar jede Menge Spaß mit dem herbstlichen Blätterhaufen im Garten. FOTO: picture alliance / dpa / Patrick Pleul
Merzig-Wadern. Der Nabu informiert: Wer Laub und Fallobst im Garten liegen lässt, bietet vielen Tieren ein hervorragendes Winterquatier.

Baumschnitt, Laub und Fallobst sollten Gartenbesitzer liegenlassen – das rät der Naturschutzbund Nabu. Denn laut Mitteilung des Nabu bieten solche Gartenabfälle Igeln, Insekten und anderen Tieren Nahrung und ein Winterquartier. Der Nabu gibt noch weitere Tipps, was vor dem Winter getan werden sollte, damit der Garten im Frühjahr wieder voller Leben ist.


„Gärten sind wichtige Rückzugsorte für viele Arten, die immer weniger Unterschlupf und Überwinterungsmöglichkeiten in unserer Kulturlandschaft finden“, sagt Nabu-Gartenexpertin Marja Rottleb. „Weniger aufräumen hilft Igeln, Siebenschläfern, Fledermäusen, Vögeln und Insekten gut über den Winter zu kommen.“

Wer Vögeln im Winter Futter bieten will, sollte laut Nabu abgeblühte Stauden und andere samentragende Pflanzen wie Sonnenblumen und Karden nicht abschneiden, sondern stehen lassen. Auch Fallobst auf der Wiese und Wildobst an den Sträuchern sollte bleiben – so finden gefiederte Gartenbewohner auch bei Minusgraden einen reich gedeckten Tisch vor. „Ein insektenfreundlicher Garten hält dazu ab und an auch ein überwinterndes Insekt für Vögel bereit“, sagt Rottleb.



Um den Sechsbeinern über die kalten Monate zu helfen, sollte nach Worten der Expertin ein Laubhaufen im Garten angelegt werden. Im wärmenden Laub seien Marienkäfer und Laufkäfer vor Kälte geschützt. „Solitärbienen überwintern in hohlen Ästen, im Boden oder in Stängeln von Stauden“, ergänzt Marja Rottleb, „auch eine Insektennisthilfe bietet ihnen einen guten Überwinterungsplatz.“

Der Laubhaufen im Garten hilft nicht nur Insekten über den Winter, heißt es vom Nabu. „Er ist der Allrounder unter den Winterquartieren. Erdkröten und Igel schätzen das Laub als Schutz gegen Kälte, insektenfressende Tiere als Nahrungsquelle“, sagt die Gartenexpertin. „Als Mulchschicht auf den Beeten schützt Laub die Pflanzen vor Frost und dient auch hier als Winterquartier für Insekten.“

Beim Baumschnitt anfallende Äste und Reisig können ebenfalls zu einem Haufen aufgeschichtet oder als Benjeshecke angelegt werden. So eine Totholzhecke bietet Schutz und Lebensraum für viele Insekten und andere Kleintiere, wie Mäuse. Vögel finden hier auch im Winter so manchen Leckerbissen mit sechs oder acht Beinen.

„Die Natur kennt keinen Abfall. Reisig, Laub, Fallobst, abgeblühte Stauden, die im Herbst anfallen, sind nahrhaft und nützlich für viele tierische Gartenbewohner“, sagt Marja Rottleb, „Wer naturnah gärtnert und diese ,Abfälle‘ im Garten lässt, kann sich im Herbst entspannt mit einer Tasse Tee zurücklehnen und die Früchte seines Gartens genießen.“