| 21:09 Uhr

Orscholz
Wiebke ebnete Weg für die Reha-Klinik

Das 25-jährige Bestehen der Johannesbad-Fachklinik Saarschleife haben am Freitag unter anderem gefeiert (v.l.): Klinikleiter Bernd Witte, die drei „Männer der ersten Stunde“, der ehemalige Finanzminister Hans Kasper, Mettlachs ehemaliger Bürgermeister  Manfred Zimmer  und  Aufsichtsratsvorsitzender Johannes Zwick, der Mettlacher Bürgermeister Daniel Kiefer und Dr. Werner Weißenberger, Vorstand der Johannesbad Holding.
Das 25-jährige Bestehen der Johannesbad-Fachklinik Saarschleife haben am Freitag unter anderem gefeiert (v.l.): Klinikleiter Bernd Witte, die drei „Männer der ersten Stunde“, der ehemalige Finanzminister Hans Kasper, Mettlachs ehemaliger Bürgermeister  Manfred Zimmer  und  Aufsichtsratsvorsitzender Johannes Zwick, der Mettlacher Bürgermeister Daniel Kiefer und Dr. Werner Weißenberger, Vorstand der Johannesbad Holding. FOTO: Werner Krewer
Orscholz. Mit vielen Gästen hat das Gesundheits- und Rehazentrum Saarschleife in Orscholz am Freitag 25-jähriges Jubiläum gefeiert.

Charmant kredenzt eine Armada von Mitarbeitern  den ankommenden Gästen Gläser, gefüllt mit Champagner und O-Saft. Über dem Büffet schweben silberne Luftballons, zum Anlass geformt als 25. Zum silbernen Jubiläum, das  Gesundheitszentrum Saarschleife in Orscholz feiert, haben sich die Verantwortlichen der Johannesbad AG jede Menge Gäste eingeladen. Wie viele Hände Dr. Johannes Zwick, mittlerweile Aufsichtsratschef des Familienunternehmens aus bayerischen Bad Füssing, am Ende der Feier geschüttelt hat, vermag der Gründer des Hauses an der Cloef am Ende sicherlich nicht mehr zu sagen. Doch an den Kahlschlag, den Orkan Wiebke auf dem Terrain bei seinem Zug über Deutschland hinterlassen hatte, erinnert er sich heute noch. Kein Baum habe mehr gestanden. „Juristisch war es noch ein Wald“, sagt  der Mediziner in seiner Festrede. Bei seiner Suche nach einem geeigneten Standort habe es ihn immer wieder an die Cloef gezogen – trotz aller Warnungen von Beratern, wie er verrät. Die hätten ihn von der Idee abbringen wollen, an der Saarschleife eine Rehaklinik hochzuziehen. Eines ihrer Argumente: Das Saarland verbinde man mit Kohle und Stahl. Doch die Lage  habe ihn derart fasziniert, dass er das Projekt angegangen sei. Mit dem ehemaligen  Finanzminister Hans Kasper habe er an vielen Fronten gekämpft – ob mit Banken oder Krankenkassen. Zum Argument, es gebe genügend Betten, habe er gekontert: „Genügend Betten, aber nicht genug gute.“ Sich für eine ökologische Bauweise zu entscheiden („wir haben es gemacht, so gut es ging“) liegt nach seinen Worten in dem Familienunternehmen begründet. „Als solches denkt man nicht in fünf oder zehn Jahren, sondern in Generationen.“ Stolz verrät er, dass nicht nur seine beiden Söhne sich für die Johannesbad-Gruppe entschieden haben, auch seine Tochter habe angekündigt, in das Unternehmen einzutreten. War die Klinik von 1993 bis 1997 laut Zwick nur auf Orhopädie ausgerichtet, kam 1997 die Traditionelle Chinesische Medizin dazu. Als Grund nennt er die Gesundheitsreformen eines bayerisches Politikers, ohne den Namen Horst  Seehofer zu erwähnen. In den vergangenen 25 Jahren ist nach Zwicks Darstellung  ständig in die Klinik investiert worden. Neben den neuen Indikationen wie Neurologie und Psychosomatik sei auch die Infrastruktur modernisiert  worden. „Der Standort ist wichtig für uns und die Menschen in der Region. Das wollen wir auch in Zukunft sichern“, versprach Dr. Johannes Zwick. Er kündigte an, bis 2022 einen zweistelligen Millionenbetrag zu investieren.


Die Stunden, in denen Wiebke wütete, sind auch Ministerpräsident Tobias Hans im Gedächtnis. Raste der Sturm doch  just zu der Zeit über das Land, in der er Kindergeburtstag feierte. „Eine Naturkatastrophe kann – im Nachhinein gesehen – auch was Gutes haben“, kommentiert er die Entstehungsgeschichte der Klinik. Deren nachhaltigen Bau mit viel Holz lobt er ebenso wie die Entscheidungen der Klinikleitung, sich mit dem Älterwerden der Menschen stets neuen Hausforderungen zu stellen. „Nach der Einführung der Traditionellen Chinesischen Medizin folgte 2014 die Psychosomatik und 2016 die Neurologie.“ Dass die Klinik mit ihren Therapien in herrlicher Umgebung ein Erfolg sei, beweist nach seinen Worten von Hans das Urteil eines Patienten, wie der Ministerpräsident aus  der Neunkircher Kante. „Er hat mir gesagt, dass er sich in Orscholz sehr wohlfühlt und es ihm endlich besser wird.“

„Als das Gesundheitszentrum 1993 eröffnet wurde, hat US-Präsident Bill Clinton sein Amt angetreten“, sagt Klinikleiter Bernd Witte. „Damals war die Welt noch in Ordnung“, fügt der Mathematiker an und hat die Lacher auf seiner Seite. Über 9000 Patienten und Gäste nutzen nach seinen Worten jedes Jahr das breite Behandlungsspektrum der Johannesbad Fachklinik und des Gesundheitszentrums. Er lobt den engagierten Mitarbeiterstab. „Viele von ihnen sind seit der allerersten Stunde vor Ort, manche noch früher.“ Das familiäre Arbeitsklima und die hochwertige Pflege wirkten sich auch positiv auf die Patienten und Gäste aus.  „Wer Hilfe braucht, soll sie schnell und unkompliziert bekommen“, sagt er. „Solche flexiblen Angebote werden immer wichtiger“, ergänzt Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich. Das Gesundheitszentrum  arbeite bereits seit Jahren mit der Johannesbad Fachklinik Saarschleife im betrieblichen Gesundheitsmanagement zusammen. Als gebürtiger Orscholzer erinnert sich Mettlachs Bürgermeister an das Trümmerfeld, das der Orkan geschlagen hat. „Der Sonntags-Spaziergang hat uns oft in den Wald geführt, den Wiebke komplett zerstörte.“  Den Bau der Reha-Klinik nennt er einen Glückfalls. Durch das Gesundheitszentrum habe der Ort eine positive Entwicklung erfahren. „Sie hat uns neue Ferienangebote gebracht.“



Vorstandsvorsitzender Dr. York Dhein kündigt ein rauschendes Mitarbeiterfest für den Abend an. Mit Vorstandsmitglied Dr. Werner Weißenberger lässt er eine Torte in den Saal rollen. Haben die Leute aus Bad Füssing die süße „Saarschleife“ in Grün gehalten, so hat Küchenleiter Klaus Klein mit seinem Team einen Landschaftstraum in Rosa kreiert.

(mst)