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Zwei seltene Erbkrankheiten zehrten die junge Frau aus Silwingen aus

Silwingen : Julia Ehmer friedlich eingeschlafen

Die beiden seltenen Erbkrankheiten haben die junge Frau aus Silwingen ausgezehrt.

Julia Ehmer aus Silwingen ist tot. Die beiden seltenen Erbkrankheiten, die Machado-Joseph-Krankheit und das Niemann-Pick-Syndrom Typ C, hatten die junge Frau ausgezehrt. Wie ihre Mutter Anke Ehmer mitteilte, ist sie am Sonntagabend ganz friedlich eingeschlafen. Zuletzt habe ihre Tochter sehr gelitten und keinerlei Lebensqualität mehr gehabt. Rund 30 Kilo brachte Julia Ehmer zuletzt noch auf die Waage – bei einer Größe von 1,62 Meter.

Knapp 18 Jahre sei sie gewesen, als sie von einem Fachmediziner in Münster die Diagnose erhalten hat, dass sie eine spinozerebelläre Ataxie Typ 3, CA3 oder Machado-Joseph-Krankheit habe, ein Leiden, das ihr von ihrem Vater vererbt wurde. Die ersten Symptome habe sie mit 13 und 14 Jahren gezeigt. „Plötzlich hatte sie Probleme mit ihrer Motorik. Sie begann, sich unsicher zu bewegen, zu stolpern und wurde steif. Hinzu kamen Probleme mit der Sprache.“ Auch stellte sich heraus, dass die junge Frau an der Niemann-Pick-Krankheit Typ C leidet, einer Stoffwechselkrankheit, die durch eine Anhäufung von Cholesterin und anderen Fetten in den Zellen entsteht. Für die Beisetzung, die für Samstag, 15.30 Uhr, auf dem Silwinger Friedhof geplant ist, hat sich die Mama etwas „Luftiges“ ausgesucht. „Wir wollen unter anderem Luftballons steigen lassen“, sagt sie. „Ich wünsche Dir da oben ganz viel Sonne, liebe Menschen und dass du wieder tanzen und springen kannst. Danke, dass ich deine Mama sein durfte“ verabschiedet sie sich von Julia auf Facebook.