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Gemeinderat
Ziegelberg bleibt Gemeindebesitz

Der Ort, an dem einst der Adel wohnte, ist heute zu einem beliebten Treffpunkt geworden – hoch über den Dächern von Mettlach.
Der Ort, an dem einst der Adel wohnte, ist heute zu einem beliebten Treffpunkt geworden – hoch über den Dächern von Mettlach. FOTO: BeckerBredel
Mettlach. Gemeinderat Mettlach entscheidet heute über die Zukunft des Gebäudes.

(mst) Wird Schloss Ziegelberg verkauft, oder bleibt es im Besitz der Gemeinde Mettlach?  Darüber entscheidet der Mettlacher Gemeinderat in seiner Sitzung am heutigen Mittwoch, 29. August, 17.30 Uhr, im Orscholzer Cloef-Atrium.  Die Empfehlung ist eindeutig: Unisono haben die Mitglieder des Hauptausschusses dafür plädiert, das Gebäude von 1878 nicht zu veräußern. Dies geht aus der Tischvorlage zu der Sitzung hervor.


Damit folgten sie dem einstimmigen Votum des Mettlacher Ortsrates. In seiner Sitzung Mitte Juni hatte er das einmütige Votum gefällt: Das historische Gebäude von 1878, seit 1939 im Besitz der Gemeinde, soll nicht verkauft werden.  Zudem wird ein Konzept gefordert, um mehr Leben in das historische Gebäude und dessen Umfeld zu bringen. Der Entschluss hatte den Beifall bei den rund 40 Gästen der Sitzung gefunden, ebenso wie die einstimmige Entscheidung, die Gäste in diesem Tagesordnungspunkt mitreden zu lassen (wir berichteten).

Auch der Wunsch  des Ortsrates nach einem Konzept für das Schloss fand die Zustimmung des Hauptausschusses.  So soll nach den Worten von Bürgermeister Daniel Kiefer die Verwaltung prüfen, inwiefern eine bessere Vermarktung des Anwesens für Tourismus und Veranstaltungen aussehen kann. Über die Finanzen wird nach den Worten des Verwaltungschefs in den Haushaltsberatungen diskutiert. Mit Blick auf die roten Zahlen, die die Gemeinde schreibt, sagte er: „Da wird es wenig Spielraum geben.“  „Wir sind auf einem guten Weg“, kommentiert Dr. Joachim Badelt, Fraktionschef der Freien Bürger Mettlach (FBM), den Beschluss des Hauptausschusses. Er kündigte für seine Fraktion an, sich klar und deutlich gegen einen Verkauf auszusprechen.   Bereits für die Juni-Sitzung hatte Badelt beantragt, diesen Punkt auf die Tagesordnung zu setzen. Gegenüber der SZ hat er einen Dringlichkeitsantrag seiner Fraktion angekündigt. „Nach dem einstimmigen Ortsratsbeschluss fordern wir nun Bürgermeister Kiefer dazu auf, öffentlich zu erklären, dass die Verkaufsabsichten von ihm nicht weiter betrieben werden“, sagte er. „Der Gemeinderat sollte sich schon bald mit der künftigen Nutzung dieses Mettlacher Juwels befassen.“ Das Schloss müsse aus dem Dornröschenschlaf erweckt, die Bevölkerung unbedingt beteiligt werden.  Doch er war mit seinem Vorstoß gescheitert. Mit Mehrheit seiner Stimmen plädierte der Rat auf Antrag der CDU-Fraktion dafür, nach der Sommerpause die Diskussion wieder aufzugreifen – zunächst im  Hauptausschuss, danach im Gemeinderat.



Mitte Januar war das Gerücht über einen möglichen Verkauf von Schloss Ziegelberg erstmals hochgekocht. Damals hatte der Hauptausschuss hinter verschlossenen Türen über das Thema diskutiert. In der Bevölkerung wurde nicht mit Kritik gespart. Von  Verscherbeln des Tafelsilbers war unter  Mettlachern die Rede, ebenso wie von der Angst, sich von einem Stück lieb gewordener Heimat zu verabschieden.