1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Mettlach

Zu wenig Rauchmelder in Haushalten

Zu wenig Rauchmelder in Haushalten

Merzig-Wadern. Wie wenig Menschen leider hierzulande auf die im Brandfall oftmals überlebens-wichtigen Rauchmelder vertrauen, hat sich kürzlich wieder bei den Einsätzen am 6. und 7. Juni in der Cloefstraße in Orscholz gezeigt. Weder bei dem Brand im Keller der dortigen Pizzeria noch bei dem Wohnhausbrand tags zuvor in der Nachbarschaft waren Rauchwarnmelder in den Gebäuden installiert

Merzig-Wadern. Wie wenig Menschen leider hierzulande auf die im Brandfall oftmals überlebens-wichtigen Rauchmelder vertrauen, hat sich kürzlich wieder bei den Einsätzen am 6. und 7. Juni in der Cloefstraße in Orscholz gezeigt. Weder bei dem Brand im Keller der dortigen Pizzeria noch bei dem Wohnhausbrand tags zuvor in der Nachbarschaft waren Rauchwarnmelder in den Gebäuden installiert. Nur durch Zufall und mit viel Glück konnten sich die Bewohner zu nachtschlafender Zeit ins Freie retten. Ein 43-Jähriger schaffte dies, trotz schnellem Eingreifen der Feuerwehr, allerdings nicht mehr und starb noch vor Ort an einer Rauchvergiftung (die SZ berichtete). "Dieses traurige Beispiel demonstriert einmal mehr, wie wichtig eine solche, nur mit geringen Kosten verbundene Investition in die eigene Sicherheit ist", unterstreicht der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes (KFV) Merzig-Wadern, Georg Flesch. Deutschlandweit sterben jedes Jahr zirka 700 Menschen bei Wohnungsbränden, die sich vor allem nachts ereignen. Dabei entsteht die Gefahr in erster Linie weniger durch das Feuer, sondern eher durch den Brandrauch. In allen Haushalten findet man heutzutage Kunststoffe, die in Möbeln und in vielen Dingen des täglichen Gebrauchs verarbeitet sind. Diese Kunststoffe entwickeln im Brandfall sehr rasch giftige Dämpfe, die dann mit dem Brandrauch in wenigen Minuten die ganze Wohnung durchdringen. Die Schlafenden werden durch das unbewusste Einatmen dieses giftigen Gemisches zuerst bewusstlos und sterben dann nach wenigen weiteren Atemzügen. Ein Rauchwarnmelder erkennt frühzeitig den bereits bei Schwelbränden entstehenden, tödlichen Rauch und warnt sofort durch einen lauten, intensiven Ton. Schlafende werden rechtzeitig geweckt, sodass Rettung in den meisten Fällen noch möglich ist. Die gängigen Rauchmelder sind batteriebetrieben und somit nicht an das Stromnetz angeschlossen. Dies bedeutet zum einen eine recht einfache Montage und zum anderen Funktionsfähigkeit auch im Falle eines Brandes, bei dem der Strom ausfällt. Da die meisten Brände im Wohnbereich beginnen, empfiehlt es sich, den Rauchmelder als Mindestschutz zwischen Wohn- und Schlafbereich, am besten direkt vor dem Schlafzimmer, anzubringen. "Wir Feuerwehrverbände fordern schon seit Jahren, dass die Installation von Rauchmeldern zur Pflicht wird. Auf Druck unsererseits wurde bei der Überarbeitung der Saarländischen Landesbauordnung vor einigen Monaten die Rauchmelderpflicht, zumindest was Neubauten betrifft, auch ins Gesetz übernommen", erklärt KFV-Vorsitzender Flesch. Rauchmelder sind nicht teuer und werden schon für wenig Geld (zirka 5 Euro mit Batterie) im Fachhandel oder in den Baumärkten angeboten. Der Kreisfeuerwehrverband empfiehlt dringend ihre Installation in allen Haushalten. Falls Sie weitere Fragen zum Thema "Rauchmelder" haben, wenden Sie sich an ihre örtliche Feuerwehr oder an den Feuerwehrverband. Hier gibt man ihnen gerne Auskunft.