| 20:10 Uhr

Fußball
Zehn Großchancen, aber nur ein Tor

Es war wie verhext: Aleksandar Cucukovic hat abgezogen, doch der starke Gästetorhüter Sascha Seiwert kann auch diesen Schuss parieren.
Es war wie verhext: Aleksandar Cucukovic hat abgezogen, doch der starke Gästetorhüter Sascha Seiwert kann auch diesen Schuss parieren. FOTO: Ruppenthal
Mettlach. 1:1 zu Hause gegen Ottweiler: Mettlach muss sich gegen das auswärts schwächste Team der Liga mit einem Punkt begnügen. Von Philipp Semmler

Die allerletzte Minute im Spiel der Fußball-Saarlandliga zwischen dem SV Mettlach und der FSG Ottweiler-Steinbach. Die Hausherren führen vor 200 Zuschauern in Besseringen hochverdient mit 1:0 gegen den direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Der wichtige Dreier im Kellerduell ist für den SV fast eingetütet, als es noch einen Einwurf in Strafraumhöhe für die Gäste gibt.


Sahbaz Husic wirft den Ball weit vors Tor, einen Schuss eines FSG-Akteurs kann Mettlachs Schlussmann Damir Becker noch abwehren, doch dann kommt das Leder zu Florian Schneider, und der drückt die Kugel zum 1:1-Ausgleich über die Linie. Sekunden danach ist Schluss – und der Frust bei Mettlach groß.

„Das ist brutal. Die drei Punkte waren so greifbar nahe“, ärgerte sich SV-Trainer Christoph Gläsner. „Wir haben ganz klar zwei Punkte liegen gelassen und treten damit im Abstiegskampf weiter auf der Stelle.“ Mettlach liegt in der Tabelle auf Rang 13. Ottweiler-Steinbach ist mit zwei Zählern weniger auf Platz 15. Bei einem Sieg wäre die Gläsner-Elf auf Platz elf vorgerückt.

Dass es nicht die vollen drei Punkte für Mettlach wurden, lag vor allem an der mangelnden Chancenverwertung der Hausherren. „Dass du so spät mal so ein Ei kassierst, kann passieren. Aber zu diesem Zeitpunkt muss das Spiel schon längst entschieden sein“, meinte auch Gläsner. „Alleine in den ersten 30 Minuten hatten wir Gelegenheiten im Fünf-Minuten-Takt.“

Insgesamt waren es zehn Großchancen die sich sein Team erspielte: In der fünften Minute hätte Winter-Neuzugang Aleksandar Cucukovic den Ball nach einem Querpass von Simon Engeldinger ins leere Tor schieben können. Doch der 19-Jährige zögerte zu lange und wurde dann noch vom Ball getrennt. In den folgenden Minuten lief Cucukovic zwei Mal nach Zuspielen von Alexander Riga alleine aufs Gäste-Tor zu, beide Male scheiterte er aber an Schlussmann Sascha Seiwert.



Nach weiteren guten Offensiv-Aktionen der Gastgeber schlenzte Fabian Theobald den Ball am langen Eck vorbei. Julian Scholler überlupfte Torwart Seiwert, aber der Ball ging über den Kasten. Schließlich klatschte noch ein Distanzschuss von Riga an die Oberkante der Latte.

Auch in der zweiten Hälfte ging es zunächst mit vergebenen Mettlacher Gelegenheiten weiter. Riga köpfte aus fünf Metern knapp vorbei, Lukas Schaller scheiterte an Seiwert. Ihre neunte Chance nutzten die Hausherren dann endlich zum Führungstreffer. In der 74. Minute scheiterte Scholler zunächst nach Zuspiel von Riga an Seiwert. Der Abpraller landete aber vor den Füßen von Cucukovic. Der legte quer für Riga – und der schoss zum umjubelten 1:0 ein.

Danach wurde es turbulent: Drei Minuten später sah Ottweiler-Steinbachs Peter Lieder nach einem Schubser gegen Patrick Abrusnikow Rot. Keine 60 Sekunden später kam ein FSG-Akteur im Strafraum zu Fall. Schiedsrichter Thomas Brettar gab zunächst Elfmeter, zog diese Entscheidung dann aber nach Rücksprache mit Linienrichterin Vivien Wuttke zurück. Wuttke hatte eine Schwalbe des Gästespielers erkannt.

In der 85. Minute deutete Brettar dann auf der Gegenseite auf den Punkt. Scholler war im Strafraum von Seiwert gelegt worden. Der gefoulte Scholler selbst trat zum Strafstoß an – und scheiterte an Seibert. Die Riesenmöglichkeit zum 2:0 blieb ungenutzt – und dies rächte sich.