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Wichtiger Schritt auf dem Weg zum neuen „Denkpfad“ in Orscholz

Wichtiger Schritt auf dem Weg zum neuen „Denkpfad“ in Orscholz

Auf bereits bestehende Wanderwegen bei Orscholz soll ein Denkpfad entstehen. Tafeln und eine Smartphone-App sollen zum Gedächtnistraining anregen. Am Donnerstag war die Finanzierung wichtiges Thema.

Die Saarschleife, die Cloef und seit einigen Monaten auch der Baumwipfelpfad - drei Markenzeichen des Mettlacher Ortsteils Orscholz , die auch über die Grenzen des Saarlandes hinaus eine große Strahlkraft haben. Bald könnte der heilklimatische Kurort mit einer weiteren interessanten Neuerung aufwarten: Am vergangenen Donnerstag übergab der saarländische Umweltminister Reinhold Jost einen Zuwendungsbescheid über 40 500 Euro an das Gesundheitsnetz Untere Saar.

Der Verein hatte über das Leader-Programm der Europäischen Union, bei dem der Landkreis eine koordinative Funktion einnimmt, Zuschüsse für das von ihm entwickelte Projekt "Denkpfad für Gedächtnis- und Kardioprävention" beantragt - und schließlich den Zuschlag dafür bekommen. Mit der Übergabe des Zuwendungsbescheides durch den Umweltminister (sein Haus ist zuständig für die Koordination der Leader-Förderung) beginnt auch die Umsetzung des Projekts. Das macht es sich zum Ziel, Bewegung, kognitive Aktivierung und soziale Kontaktintensität in einem Angebot zur Gesundheitsvorsorge zu vereinen.

Alfons Blass, einer der beiden Vorsitzenden des Vereins Gesundheitsnetz Untere Saar, erklärt: "Orscholz wird als Kurort zu wenig beachtet. Daher haben Bürger vor sechs Jahren einen Arbeitskreis gegründet, aus dem das Gesundheitsnetz hervorging." Gemeinsam mit Uto Scheidt vom Gesundheitsnetz Saar entstand die Idee vom Denkpfad. Auf bestehenden Wanderwegen soll eine Strecke von zwei bis drei Kilometern ausgewählt werden. An verschiedenen Stationen sollen so genannte Denktafeln installiert werden. Dort soll über eine Smartphone-App, die allerdings noch entwickelt werden muss, eine Denkaufgabe gestellt werden, die auf dem nächsten Streckenabschnitt gelöst werden kann.

Die Strecke muss allerdings hohen Standards entsprechen, erläutern die Projekt-Initiatoren. "Es müssen Rettungsmöglichkeiten gegeben sein. Außerdem muss der Pfad stark überschaubar sein. Wir müssen auch Defibrillatoren installieren. Wir werden die Wege mit einem Kardiologen und Neurologen abgehen", sagt Michael Buchna, der andere Vorsitzende des Gesundheitsnetzes Unter Saar. Das sei notwendig, damit die Ärztekammer den Pfad auch als geeignet für Therapiezwecke anerkennt. Für Buchna stellen vor allem die Entwicklung der App und die W-Lan-Technik, mit der der Weg ausgerüstet werden soll, die größte Herausforderung dar. "Bis Mitte des Jahres wollen wir den Pfad fertig haben", hofft Buchna. Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf 81 000 Euro.

Zum Thema:

stichwort Leader ist ein Förderprogramm der Europäischen Union, das innovative Ideen und Projekte in ländlichen Regionen fördert. Die Lokale Entwicklungsstrategie ist dabei Fördergrundlage für alle Projekte, die im Leader-Prozess umgesetzt werden sollen. Gesucht werden innovative und nachhaltige Projekte in den Bereichen "jung und innovativ", "natürlich und gesund", "sozial und generationengerecht" sowie "wirtschaftlich stabil". Der Verein "Land zum Leben Merzig-Wadern" ist die Lokale Aktionsgruppe der Leader-Region Merzig-Wadern. Projekte, die eine Förderung über das Leader-Programm anstreben, müssen beim dortigen Regionalmanagement eingereicht werden. mtn www.landzumleben- mzg.de