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Orscholz
Kritik von Grünen und Linken an Cloef-Projekten hält an

Die Saarschleife (Archivfoto).
Die Saarschleife (Archivfoto). FOTO: BeckerBredel / bub/fb
Orscholz. Die Kritik an den geplanten Tourismus-Projekten an der Cloef reißt nicht ab. Von Christian Beckinger

So forderte der Grünen-Kreisvorsitzende Klaus Borger im Anschluss an ein Bürgergespräch seiner Partei ein touristisches Gesamtkonzept für die Gemeinde Mettlach und unterstrich, dass insbesondere der Ort Orscholz eine „nachhaltige und geordnete Entwicklung“ brauche. Borger weiter: „Ziel muss es sein, den Gesundheitsstandort Orscholz aufzuwerten und nicht durch einen kurzfristigen Eventtourismus im wahrsten Sinn unter die Räder kommen zu lassen.“ Angesichts des sich formierenden Widerstands zu den Bauprojekten an der Cloef betont die Sprecherin der Grünen Jugend und gebürtige Orscholzerin Jeanne Dillschneider: „Tourismus muss mehr sein als nur das schnelle Umsetzen einzelner Projekte, die oft nur einem Erlebnis-Hype folgen.“ Viel wichtiger sei eine weitsichtige Planung, die sich nicht nur auf die Cloef beschränke, sondern den ganzen Ort und vor allem die Lebensqualität im Ort fördere. Achim Laub, Kandidat der Grünen für den neuen Kreistag, ergänzt: „Es gilt, auch in Verantwortung vor dieser noch schönen Natur- und Kulturlandschaft, einen sanften und nachhaltigen Tourismus zu entwickeln, wie das beim Wandertourismus schon gelungen ist.“ Dieser solle ökologische, soziale und natürlich auch wirtschaftliche Ziele wie zusätzliche Hotelkapazitäten an geeigneter Stelle und Arbeitsplätze verfolgen. Laub: „Die Zusammenarbeit mit Investoren muss immer das Ziel haben, im Einklang mit den Interessen der Bürger zu stehen und möglichst viel Wertschöpfung in der Gemeinde zu belassen.“


Auch die Linkspartei hält an ihrer Kritik an den Ansiedlungsplänen für ein Glamping-Resort und der Errichtung eines kostenpflichtigen Abenteuerspielplatzes am Blumenfels fest. Deren Kreisvorsitzende Dagmar Ensch-Engel erklärte: „Grundsätzlich ist die Förderung des Tourismus begrüßenswert, aber es kommt immer darauf an wie diese Vorhaben auch umgesetzt werden.“ Das Bauvorhaben an der Cloef erhitze die Gemüter; viele Bürger fühlten sich überrumpelt und stellten sich gegen das Projekt. Für Ensch-Engel wirft das eine Frage auf: „Wieso werden die Bürgerinnen und Bürger nicht in die Entwicklungen und Entscheidungen eingebunden?“ Immer mehr Bürger äußerten die Befürchtung, durch das geplante Vorhaben stärker belastet zu werden. Darüber hinaus werden massive Eingriffe in die Naturlandschaft an der Saarschleife erwartet.

Der Mettlacher Linken-Politiker Christof Schuster bemängelt vor allem die angedachte Ausgliederung einer Teilfläche im Landschaftsschutzgebiet: „Dies ist aus unserer Sicht ein massiver Eingriff in das Naturschutzgebiet mit allen negativen Folgen. Das wird unserem Wahrzeichen Saarschleife nicht gerecht.“ Aus Sicht der Linken ist das touristische Vorhaben in der angedachten Form weder durchdacht noch den örtlichen Gegebenheiten angepasst und erfordert ein komplett neues Konzept. Als „absolutes No-Go“ bezeichnet Dagmar Ensch-Engel den angedachten „Bezahlspielplatz in Verbindung mit einem kostenlosen Spielplatz in der Peripherie“. Dieses „Spielen für Kinder erste und zweite Klasse“ werde nicht die Zustimmung ihrer Partei finden.