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Premium-Spazierweg: Wanderweg und Mahnmal zugleich

Premium-Spazierweg : Wanderweg und Mahnmal zugleich

Der Höckerlinienpfad bei Orscholz ist ein Geheimtipp – noch. Infotafeln komplettieren nun den Premiumweg, bald kommen auch Bänke.

Ein Premium-Spazierweg sorgt weiterhin für Furore. Die Höckerlinie zwischen Orscholz und Oberleuken lockt immer mehr Besucher an – dank des früheren Ortsvorstehers Herrmann Kiefer, der die Idee hatte, und Gisela Ternes von der Cloef-Touristik in Orscholz, die zusammen mit gut einem Dutzend engagierter Mitstreiter aus der einstigen Verteidigungslinie einen begehbaren Wanderweg machten. Und so genannte Spazierwanderwege, also verkürzte, leicht begehbare Wanderwege mit einem interessanten und abwechslungsreichen Umfeld, lassen das Wandern weiter boomen.

Der Höckerlinienpfad bei Orscholz ist kein gewöhnlicher Wanderweg, denn er führt mitten durch ehemalige Panzersperren. Am 11. November 2016 wurde er offiziell eröffnet. Mehr als 500 Stunden Arbeit liegen hinter den ehrenamtlichen Helfern des Touristikvereins Saarschleife. Die rund 1,5 Kilometer lange Panzersperre, die kurz hinter dem Waldparkplatz am Bärenfels beginnt, kann man nun direkt durchwandern. Der Höckerlinienpfad soll dabei nicht nur als Wanderweg, sondern auch als Mahnmal dienen. Jetzt hat der Höckerlinienweg auch die dazu gehörigen Infotafeln erhalten, zwei Stück, an jedem Ende eine, damit der Wanderer auch wirklich mitbekommt, worauf er sich „einlässt“, je nachdem, aus welcher Richtung er den 3,1 Kilometer langen Rundweg angeht. Das Leader-Projekt der EG machte diese Ausschilderung möglich.

In diesen Tagen folgen auch noch vier Sitzbänke, die das Umweltministerium gestiftet hat, erklärte Staatssekretär Roland Krämer. Sie sind zwar schon angeliefert, aber noch nicht aufgestellt, was aber zeitnah noch in diesen Tagen geschehen soll. Krämer unterstrich in diesem Zusammenhang die große Bedeutung des so genannten Bürgerwaldes für die Naherholung, verwies aber auch auf die wichtige Bedeutung der Holznutzung im Rahmen einer naturnahen Waldwirtschaft. Zehn Prozent der saarländischen Waldfläche bestehe inzwischen aus sich selbst überlassenen „Urwald“.

Mettlachs Bürgermeister Daniel Kiefer wertete den Höckerlinenweg als wichtigen Beitrag zur Erhöhung der touristischen Attraktivität des Ortsteils Orscholz und lobte ganz besonders das Bürgerengagement von Gisela Ternes und ihren Mitstreitern. Auf lange Sicht gelte es aber, diesen Premium-Spazierweg in diesem gut begehbaren Zustand zu erhalten. Auch Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich sowie die Touristiker Peter Klein (Saarschleifenland-Touristik Merzig-Wadern) und Matthias Hießerich (Saarschleifen-Touristik Mettlach) zeigten sich von der positiven Entwicklung des Höckerlinenweges ebenfalls sehr angetan. Dank der Beschilderung und der Verbesserung der Infrastruktur, nicht zuletzt auch durch neue Sitzbänke in einem stimmungsvollen Umfeld, lasse sich nur die Entwicklung im ländlichen Raum, sondern auch die touristische Attraktivität der Region weiter verbessern.

 Für die Beschilderung wurde kürzlich gesorgt. 
Für die Beschilderung wurde kürzlich gesorgt.  Foto: Ruppenthal

Jetzt gelte es aber, diesen Weg in seinem guten Zustand zu erhalten, denn die Natur ruht nicht. Und die Macher in Orscholz haben noch weitere Ideen: Mit der Ausgestaltung des bisherigen Trampelpfads zur römischen Villa Borg soll mit einem gut begehbaren Weg schon in naher Zukunft eine direkte Verbindung zu diesem besonderen Ausflugsziel geschaffen werden und gleichzeitig das Wanderwegenetz sinnvoll erweitert werden.