| 19:56 Uhr

Planungen in Orscholz
1,5 Millionen für neuen Abenteuerwald

 Bei der Vorstellung (von links): Matthias Hießerich (Saarschleife-Touristik), Mettlachs Bürgermeister Daniel Kiefer, Bernd Bayerköhler (Vorstandsvorsitzender Erlebnis-Akademie/EAK) und Carina Becker (Standortleiterin EAK Südwest) stellen die Planungen für den Abenteuerwald im Bereich der Cloef am Montag der Presse vor - im Anschluss gab es eine Präsentation für die Öffentlichkeit.
Bei der Vorstellung (von links): Matthias Hießerich (Saarschleife-Touristik), Mettlachs Bürgermeister Daniel Kiefer, Bernd Bayerköhler (Vorstandsvorsitzender Erlebnis-Akademie/EAK) und Carina Becker (Standortleiterin EAK Südwest) stellen die Planungen für den Abenteuerwald im Bereich der Cloef am Montag der Presse vor - im Anschluss gab es eine Präsentation für die Öffentlichkeit. FOTO: Werner Krewer
Orscholz. Erlebnis-Akademie und Gemeinde Mettlach stellten am Montag die Pläne für den Erlebnis-Spielplatz am Blumenfels nahe der Cloef vor. Von Margit Stark

Spieltürme, Seilbahnen, Klettergerüste, Rutschen, Riesentrampoline, ein Labyrinth und, und, und: Rund 30 Spielgeräte kündigte Bernd Bayerköhler, Vorstandsvorsitzender der Erlebnis-Akademie (EAK), für den neuen Abenteuerspielplatz am Orscholzer Blumenfels an. „Abenteuerwald Sarschleife“ wird das Terrain künftig heißen und soll den in die Jahre gekommenen Abenteuerspielplatz ersetzen. Das Projekt an der Cloef stellten Bayerköhler und Mettlachs Bürgermeister Daniel Kiefer am Montag vor – zunächst in einer Pressekonferenz, kurze Zeit später in einer Bürger-Info vor rund 80 Interessierten im Cloef-Atrium.


Läuft alles nach Plan, sollen laut Bayerköhler die Arbeiten schon im März beginnen. Die Eröffnung visierte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens aus dem bayerischen Bad Kötzting für den Sommer an. Lernstationen werden laut Bayerköhler ebenfalls in das Terrain integriert. Mit dem Projekt will die EAK den Standort aufwerten und einen Spielplatz für Jung und Alt schaffen. Ein solches Familienangebot habe sein Unternehmen vor zwei Jahren neben dem Baumwipelpfad im tschechischen Lipno geschaffen. Dieses Zusatzangebot wolle man auch in Orscholz etablieren – mit viel Holz, wenig Stahl, wenig Fundamenten und möglichst wenig Eingriff in die Natur. Zur Gaststätte am Blumenfels gebe es freien Zugang.

Auf insgesamt 1,5 Millionen Euro bezifferte Vorstandschef Bernd Bayerköhler die Investition. Die Kosten für den „Abenteuerwald Saarschleife“, wie die EAK das Vorhaben selbst benennt, schätzt er auf 800 000 bis 900 000 Euro. 250 000 bis 300 000 Euro sind nach seinen Worten nötig, um die Waldgaststätte zu sanieren. Zudem müsse der Abenteuerspielplatz eingezäunt werden. Die Kosten schätzt er auf 75 000 bis 100 000 Euro. „Es werden rund sechs Vollzeitarbeitsplätze entstehen.“ Neben dem Waldspielplatz, für das er auch Lernstationen ankündigte, wird es in unmittelbarer Nähe einen kostenlosen Spielplatz geben. „Wir werden den öffentlichen Spielplatz nicht nur bauen, sondern auch instand halten“, sagte er. Noch nicht festgezurrt hat die EAK nach den Worten von Bayerköhler den Preis für eine Tageskarte. „Zwischen 6,50 und sieben Euro“ antwortete er auf die Frage eines Familienvaters. Dagegen stehen die Preise für die Familienkarte und die Jahreskarte nach Bayerköhlers Worten bereits fest: 19,90 Euro werden für die Familienkarte verlangt, 25 Euro für eine Jahreskarte.



 Ist in die Jahre gekommen: der bestehende Waldspielplatz am Blumenfels nahe der Cloef.
Ist in die Jahre gekommen: der bestehende Waldspielplatz am Blumenfels nahe der Cloef. FOTO: Werner Krewer

Der Vorstandsvorsitzende der EAK geht davon aus, dass sich durch dieses Zusatzangebot die Verweildauer der Gäste in Orscholz verlängert. Nach fast einem Jahr Planungszeit hatte der Mettlacher Gemeinderat im nichtöffentlichen Teil seiner Gemeinderatssitzung vergangene Woche dem Projekt zugestimmt. „Und das mit großer Mehrheit“, wie Mettlachs Bürgermeister Daniel Kiefer unterstrich. Der Verwaltungschef nannte das Projekt „einen wichtigen Mosaikstein in der touristischen Entwicklung unserer Gemeinde, der sich hervorragend und harmonisch in das Gesamtangebot an der Cloef einpasst. Gerade für Familien mit Kindern bietet dies Angebot eine optimale Ergänzung für den Tagesausflug an.“ Durch die Neuausrichtung der Waldgaststätte werde ein weiterer Ort für Besucher und Einheimische zum Verweilen geschaffen. Er nannte es selbstverständlich, dass man sich der Verbesserung der Verkehrssituation und der Parkplatzprobleme annehmen werde. So stellte er für die Cloef-Straße ab April ein eingeschränktes Halteverbot in Aussicht. Das soll laut Kiefer während der Tourismus-Saison an Sonntag- und Feiertagen von neun bis 18 Uhr gelten. Ziel: der wilden Parkerei, die die Anwohner in der abgelaufenen Saison genervt hatte, einen Riegel vorzuschieben. Nach dem Testlauf soll dann im Herbst über die Erfahrungen diskutiert werden.

Ein Anwohner der Alfred-Becker-Straße schlug vor, diese Maßnahme auch in seiner Straße zu starten – ein Vorstoß, der nicht auf taube Ohren des Verwaltungschefs stieß. Auch kündigte er ein neues Parkleitsystem an, das Besuchern der Cloef die Suche nach Parkplätzen erleichtere – und beispielsweise den Weg zu den freien Plätzen an der Gesamt­schule weise. Ab September wird laut Kiefer ein Teil des alten Cloef-Parkplatzes zurückgebaut. „Wir lassen die Einwohner nicht alleine“, sagte auch der Orscholzer Ortsvorsteher Jörg Zenner mit Blick auf die Verkehrs- und Parkplatzsituation zu. Diese Lage hatte sich laut Zenner in der abgelaufenen Saison verschärft, da der Rewe-Markt neu gebaut wurde und dessen Parkplätze weggefallen waren. Das Projekt nannte er eine Chance, Orscholz weiter voran zu bringen. „Wir hoffen, dass wir auch darüber Gäste ins Dorf bringen können.“