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Mettlach
Sozialdemokraten haben sich neu aufgestellt

Uwe François.
Uwe François. FOTO: V&B Fliesen
Mettlach . Uwe François führt nun den SPD-Ortsverein Mettlach-Mitte und löst damit den früheren Vorsitzenden Markus Rausch ab.

Markus Rausch, einer der Protagonisten des 2016 publik gewordenen Skandals um eine Flüchtlingsunterkunft in dem früheren Hotel-Restaurant „Auf Kappelt“ in Saarhölzbach, hat einen weiteren politischen Posten verloren: Er steht nicht mehr an der Spitze des SPD-Ortsvereins Mettlach-Mitte. Uwe François wurde vor wenigen Tagen zum neuen Vorsitzenden des Ortsvereins gewählt, wie die Partei jetzt mitteilte. Der Betriebsratsvorsitzende bei V&B Fliesen löst damit den Juristen Rausch ab.


Auf dem Höhepunkt der Immobilienaffäre um die ehemalige Schule in Saarhölzbach im Februar 2016 hatten sich die Mettlacher Genossen noch demonstrativ hinter den Rechtsanwalt gestellt und ihn als Vorsitzenden im Amt bestätigt. Seit dieser Zeit ist viel passiert: Im Zuge der Mauschel-Vorwürfe trat Rausch als Fraktionsvorsitzender der SPD im Gemeinderat zurück. Die SPD-Fraktion im Rat spaltete sich in zwei Gruppierungen, wobei sich die „Neue SPD-Fraktion“ unter Führung von Hans-Josef Uder eindeutig von Rausch distanzierte. Rausch selbst blieb im Rat, als Mitglied der „alten“ SPD-Fraktion, deren Vorsitz Rudi Mohr übernahm. Ende Mai 2017 erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Rausch, Carsten Wiemann, der kurz vor Rauschs Wiederwahl als Mettlacher Bürgermeister zurückgetreten war, und den Ex-SPD-Landtagsabgeordneten Hans-Georg Stritter, damals noch Mitglied des Verwaltungsrates der Sparkasse Merzig-Wadern. Im September des gleichen Jahres sprachen die Richter am Landgericht das Urteil.Wiemann habe sich von Rausch sowie von Stritter bestechen lassen. Gegen Wiemann und Stritter verhängten die Richter eine Bewährungsstrafe von einem Jahr, Rausch erhielt eine von 13 Monaten. Er war neben Bestechung auch wegen Gründungsschwindels angeklagt, weil er bei der Gründung der Gesellschaft „Grüner Kreis Immobilien“ in Berlin wahrheitswidrig versichert hatte, das Stammkapital von 25 000 Euro sei bereits einbezahlt. Gegen das Urteil legte das Trio Berufung beim Bundesgerichtshof ein. Doch Ende September 2018 hat die höchste Gerichtsinstanz den Richterspruch aus Saarbrücken bestätigt, womit das Urteil rechtskräftig wurde.

Die Neuwahl bei den Genossen steht nach den Worten der SPD-Kreisparteichefin Martina Holzner indes nicht in direktem Zusammenhang mit dem Schlussstrich, den die Karlsruher Richter vor wenigen Wochen mit ihrem Spruch unter den Skandal gezogen hatten. „Ich habe die Sitzung einberufen, um die Weichen für die Zukunft des Ortsvereins zu stellen, damit er arbeiten kann und für die Kommunalwahlen im kommenden Jahr gerüstet ist“, erklärte sie auf SZ-Anfrage. „Rausch ist nicht mehr im Vorstand vertreten“, sagte sie. Ebenfalls nicht mehr dabei sind Rudi Mohr, Rauschs bisheriger Stellvertreter, und Hans-Georg Stritter, der bislang Beisitzer war. Die Leitung der Mitgliederversammlung, in der sich die Mettlacher SPD laut Holzner neu aufstellte, teilten sich die SPD-Landtagsabgeordnete aus Brotdorf und Landesgeschäftsführerin Katrin Wiesen. Gäste waren Mettlachs Bürgermeister Daniel Kiefer und Gemeindeverbandsvorsitzender Uwe Schiffler .



Der neue Chef Uwe François, mit großer Mehrheit gewählt, nannte als Ziel, den Ortsverein zu einen und zu stärken. Er rief alle Mitglieder dazu auf, ihren Teil dazu beizutragen. Es sei dringend notwendig, wieder SPD-Politik für die Menschen in Mettlach zu machen und junge Menschen für die Partei zu begeistern. Sein Stellvertreter ist :Michael Löhfelm, als Kassierer wurde Manfred Woßog gewählt, als Schriftführer:Daniel Behrens. Beisitzer sind Ingeborg Baltes und Jörg Disteldorf.