Fußball: Tünsdorfer Höhenflug dank Haffner

Fußball : Tünsdorfer Höhenflug dank Haffner

Jahrelang graue Maus, nun plötzlich Topteam: Fußball-Bezirksligist VfB Tünsdorf hat eine beeindruckende Entwicklung genommen. Nach zehn Siegen aus 13 Partien geht die Elf von Trainer Kai-Uwe Hahn an diesem Sonntag, 14.30 Uhr, als Spitzenreiter ins Gipfeltreffen mit der drei Zähler schwächeren SG Britten-Hausbach.

Der Aufschwung beim VfB trägt vor allem einen Namen: Charles Haffner. Der Ex-Profi (unter anderem 22 Zweitligaspiele für Karlsruhe) hält trotz seiner inzwischen 41 Jahre die Abwehrreihen der Liga auf Trab. Vor drei Wochen, als die Partie beim damaligen Tabellenführer SG Scheiden-Mitlosheim anstand, sagte deren Trainer Daniel Brust, Tünsdorf habe mit Haffner den Anführer gefunden, der bisher fehlte.

Haffner selbst skizziert seine Rolle moderater: „Ich bin ja nicht alleine hier. Die meisten spielen schon Jahre zusammen. Da ist einfach ein Team zusammengewachsen.“ Unbestritten ist dagegen Haffners Status als neuer „Knipser“: Stolze 17 Tore hat er in zwölf Partien erzielt. Der unbändige Torrausch des Routiniers erreichte zuletzt mit dem Fünferpack zum 5:1 beim SV Mettlach II einen Höhepunkt. „Es läuft richtig gut“, bestätigt Haffner, was die Statistik andeutet. Jene Zahl, die sein Alter angibt, spiele dabei keine Rolle: „Ich mag den Fußball einfach – und so lange ich kann, spiele ich weiter. Im Moment fühle ich mich pudelwohl. Ans Aufhören denke ich da nicht.“ Keine guten Nachrichten also für die anderen Teams der Bezirksliga.

Den kommenden Gegner sieht Haffner als harten Prüfstein: „Britten-Hausbach ist eine Mannschaft, die sehr kampfbetont agiert und über den Teamgeist kommt – und sie haben Björn Weber, der ja auch 17 Tore hat.“ Kurios: Auch dem SG-Torjäger glückte unlängst ein Fünferpack gegen Mettlach II. Zuletzt führte Weber den Vizemeister per Doppelpack zum 2:1 über die SF Bachem-Rimlingen: „Björn hat enorme Qualität im Abschluss und eine tolle Technik im Eins-gegen-Eins. Er haut sich dazu in jeden Zweikampf und ist sehr mannschaftsdienlich. Das macht ihn unersetzlich“, lobt SG-Spielertrainer Martin Will. Weber selbst sagt: „Ich habe in der Tat einen Lauf, fühle mich körperlich noch stärker als letzte Saison.“ Da traf er immerhin 27 Mal. Nach dem bitteren Scheitern in der Relegation hofft der 22-Jährige umso mehr, dass auch die SG noch mal zulegt: „Wir sind ein verschworener Haufen und würden diesmal gerne noch besser abschneiden. Das Spiel in Tünsdorf ist da wegweisend“, weiß Weber. Beim VfB sieht man das Thema Aufstieg locker: „Für die Jungs ist es ungewöhnlich, dort oben zu stehen. Meist ging’s gegen den Abstieg – jetzt genießen sie einfach die Situation und sind alle motiviert, die Spitze zu verteidigen“, sagt Haffner.