| 20:31 Uhr

Erdrutsch
Tonnen von Geröll stürzen auf Spazierweg

Der Felssturz oberhalb des Weges zur Staustufe bei Mettlach riss Felsen, Erdmassen und Bäume mit sich.
Der Felssturz oberhalb des Weges zur Staustufe bei Mettlach riss Felsen, Erdmassen und Bäume mit sich. FOTO: Heinz Temmes
Mettlach. Ein Felssturz hat am Sonntag um die Mittagszeit Mettlacher aufgeschreckt. „Noch immer geht Geröll ab“, berichtet ein Augenzeuge. Von mst

In Mettlach hat am Sonntag um die Mittagszeit ein Erd­rutsch einen Teil der Verlängerung der Freiherr-vom-Stein-Straße verschüttet. Der Weg ist zurzeit voll gesperrt. Warum der Hang ins Rutschen geriet, sei noch nicht geklärt, teilt das Wasserschifffahrtsamtes (WSA) mit, in dessen Zuständigkeit der Weg fällt. Ein Geologe einer Fachfirma hat nach Worten von Michael Jentsch, kommissarischer Sachbereichsleiter Unterhaltung des WSA, gestern bis weit in den Nachmittag hinein die Stelle untersucht. Mit ersten Ergebnissen rechnet Jentsch im Laufe des heutigen Dienstags.


„Es war ein Lärm, als ob ein Komet einschlug“, beschreibt ein Augenzeuge den Moment, als der Hang ins Wanken geriet. „Mehrere tausend Tonnen an Felsen, Erde und Bäumen rasten in die Tiefe“, berichtet er. „Die Wucht war so gewaltig, dass dicke Gesteinsbrocken in der Saar landeten, die gut 30 Meter entfernt von der Stelle fließt.“ Der Spuk dauerte nach Worten des Mettlachers nur einige Sekunden. „Doch das reichte aus, um einen Krater von rund 40 Breite und gut 70 Meter Länge zu reißen.“ Noch immer kommt laut des Beobachters die Erde an der Stelle nicht zur Ruhe, immer wieder geraten Felsbrocken und Erde ins Rutschen.

„Es ist ein Glück, dass sich dieser Felssturz nicht nach 14 Uhr ereignet hat“, sagt der Mann, der nach seinem Bekunden rein zufällig am Fenster stand. „Sonst wären womöglich noch Autos von Gästen verschüttet worden. Wenn der Outlet-Parkplatz voll ist, nutzen Auto- und Motorradfahrer den Pfad als alternative Park-Möglichkeit.“ In der Vergangenheit seien Mettlacher im Rathaus vorstellig geworden mit der Bitte, den Weg mit einer Schranke zu sperren. Die Verwaltung habe auf das Wasserschifffahrtsamt verwiesen, das für den Weg zuständig sei.



Seit einigen Tagen warne ein Schild vor dem Betreten des Weges. Als Grund nennt der Mettlacher Bürger Bauarbeiten. „Doch rechts und links vor dem Absperrgitter ist genug Platz, dass die Leute vorbeikommen.“ Noch kurz vor dem Erd­rutsch hat der Mettlacher nach seinen Aussagen Spaziergänger mit einem Hund beobachten können. „Nicht auszudenken, wenn die just in dem Moment die Stelle passiert hätten, in dem die Geröll- und Erdmassen sich gelöst und den Weg verschüttet hätten“, sagt er. Auch habe er beobachtet, dass sich Leute auf dem Weg entlang der Saar ein Bild von dem Ausmaß des Erdrutsches machten. Nach Worten von Jentsch wurde die Sicherheitsbarriere vergangenen Freitag aufgestellt. Als Grund für die Absperrung nannte er die Sicherheitsüberprüfungen an dem gesicherten Hang im Bereich des Kraftwerkes. „Durch den Erdrutsch, der unmittelbar am Pegelhäuschen niederging, müssen wir diese Überprüfung, die jedes Jahr ansteht, abbrechen.“ Der Weg bleibe bis auf Weiteres gesperrt, kündigte er an.

Gegen den Vorwurf, dass der Bauzaun nicht ausreichend sei, wehrt sich die Gemeindeverwaltung. „Neben dem Absperrzaun weisen Schilder und fünf Warnlampen auf die Gefahr hin“, sagt Stefan Fixemer, Chef der Ortspolizeibehörde, gestern auf Anfrage. „Man muss auch solche Schilder beachten“, ist er nicht erfreut, dass die Warnschilder nicht von jedem beachtet werden.

Felssturz oberhalb des Zufahrtsweges zur Staustufe bei Mettlach, rechte Saarseite.
Felssturz oberhalb des Zufahrtsweges zur Staustufe bei Mettlach, rechte Saarseite. FOTO: Heinz Temmes
Unmittelbar hinter der Absperrung verschüttete am Sonntag ein Erdrutsch den Weg mit Geröll, Erdmassen und Bäumen.
Unmittelbar hinter der Absperrung verschüttete am Sonntag ein Erdrutsch den Weg mit Geröll, Erdmassen und Bäumen. FOTO: SZ-Leser
Bauerarbeiten begutachteten nach dem Felssturz am Sonntag um die Mittagszeit die Stelle unmittelbar am Pegelhäuschen.
Bauerarbeiten begutachteten nach dem Felssturz am Sonntag um die Mittagszeit die Stelle unmittelbar am Pegelhäuschen. FOTO: Heinz Temmes