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Saarburger Stadtentwicklung
Startschuss für ein besonderes Wohngebiet

Auf dem Gelände der Kaserne de Lattre sollen 360 Wohneinheiten entstehen.
Auf dem Gelände der Kaserne de Lattre sollen 360 Wohneinheiten entstehen. FOTO: Portaflug
Saarburg. Der Bauausschuss hat das Premiumprojekt Terrassen von Saarburg auf den Weg gebracht. Größe, variable Hausformen, historische Bezüge und Förderumfang machen das Vorhaben zu etwas Besonderem.

(red) Im Mai vergangenen Jahres haben Architekt Marcus Rommel und Günter Schüller vom Landschaftsarchitekturbüro Bierbaum/Aichele auf Einladung der Stadt das Projekt Terrassen von Saarburg an einem Infoabend vorgestellt. Die Terrassen sollen auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne de Lattre in Beurig entstehen. Sie umfassen vielfältige Wohnbebauung und viel Grün dazwischen.



Zusammen mit den Gärten von Saarburg, einem benachbart geplanten dauerhaften Ausstellungsgelände für Gartenkultur, hat das Bundesbauministerium sie im März 2017 zum Premiumprojekt gekürt und in das Programm Nationale Projekte des Städtebaus aufgenommen. Verbunden ist dieser Ritterschlag mit einer hohen Förderung: 3,5 Millionen Euro hatte die Jury empfohlen. In einer ersten Tranche erhält Saarburg 430 000 Euro. Für das restliche Geld muss sich die Stadt erneut bewerben. Stadtbürgermeister Jürgen Dixius ist optimistisch, dass Saarburg die ursprünglich in Aussicht gestellte Summe erhält.

Die konkrete Planung für das Projekt ist nun einen Schritt weiter. Der Bauausschuss hat dem Stadtrat empfohlen, den Bebauungsplan für das erste Teilstück des Wohngebiets in Auftrag zu geben. Der Name: „Quartier de Lattre, Teil II“. Teil I hat der Stadtrat bereits im Dezember vergangenen Jahres beschlossen. Darin geplant ist ein Supermarkt (ein Edeka soll kommen) mit einer Verkaufsfläche von maximal 2100 Quadratmetern und weiterer Einzelhandel. Das Gewerbe soll im Nordwesten des Kasernengeländes entstehen – dort, wo einst das Unteroffizierscasino stand.

Der erste Abschnitt des Wohngebiets umfasst vier bis fünf Hek­tar. Er reicht von den großen Gebäuden parallel zur Irscher Straße bis hin zum Grünzug, der sich vom sogenannten Küchenhaus am einstigen Exerzierplatz Richtung Westen erstreckt (siehe Grafik). In diesem Bereich kommen bereits alle Häusertypen vor, die in den Terrassen vorgesehen sind: Mehrfamilienhäuser mit vier bis sechs Geschossen und Innenhof (Kompakthäuser), freistehende Einfamilienhäuser, Reihenhäuser und variabel nutzbare Lebenszyklenhäuser. Letztere sollen die unterschiedlichen Bedürfnisse innerhalb eines Lebenszyklus abdecken.

 Auf die Frage, ob all diese Gebäudeformen in den Bebauungsplan übernommen werden, teilt Susanne Rendenbach, Pressesprecherin der Verbandsgemeindeverwaltung, mit: „Das ist derzeit das Ziel.“ Zur Frage, ob im Bebauungsplan bereits auf Wünsche möglicher Investoren eingegangen wird, heißt es: „Der Bebauungsplan regelt in erster Linie die Aspekte Entwässerung,  Straßenführung und Baufenster. Mit möglichen Investoren beziehungsweise einem möglichen Investor wird derzeit noch verhandelt.“ Wenn ein Investor feststehe, würden dessen Anregungen sicher aufgenommen und beraten.