Sprayer toben sich am Glashaus aus

Sprayer toben sich am Glashaus aus

21 Jugendliche haben sich zu dem Workshop mit Sprayer Tasso angemeldet. Ein Wochenende lang gestalteten sie mit viel Sprühfarbe und Kreativität ein riesiges Banner. Mit dabei waren auch zwei junge Flüchtlinge.

Volle Konzentration: Vor dem Sprühen steht der Entwurf.

Eifrig werden Schablonen ausgeschnitten, am Nebentisch zeichnen einige Jugendliche Motive, wieder andere positionieren die Vorzeichnungen in einem Raster. Vor dem Glashaus versucht sich eine Gruppe im Umgang mit der Spraydose. Das Ziel ist klar: Am Sonntagmittag soll ein fünf auf sechs Meter großes Banner die Fassade des Glashauses in Dreisbach zieren.

21 Jugendliche haben sich zu dem Workshop mit Sprayer Tasso angemeldet. Bevor sich alle an die Arbeit machen, erklärt Tasso zusammen mit Nicole Müller vom Glashaus den Ablauf des Wochenendes. Nach dem sich alle kennengelernt haben, kann es losgehen. Natürlich will jeder direkt mit der Spraydose arbeiten, deshalb können die Jugendlichen sich auf einem vier Meter langen Banner neben dem Haus austoben. Dann beginnt das konzentrierte Arbeiten. Dazu werden die Jugendlichen, zwischen elf und 20 Jahren, in Gruppen eingeteilt. Im Mittelpunkt steht das große Fassadenbanner: "Es können aber auch eigene Graffiti kreiert werden", erklärt Müller, während sie einem der jüngeren Teilnehmer dabei hilft, eine Schablone auszuschneiden.

Nach und nach kommen einige Ideen zusammen, wie Teamleiter Lucas Karges erzählt: "Oben soll groß Glashaus stehen, darunter kommt die Saarschleife." Inmitten des Trubels: Tasso. Jeder möchte von ihm beraten werden - den Rat gibt er gern: "Alle sind sehr motiviert, da kommt es schnell zum Chaos", schmunzelt der Sprayer. "Daher ist es wichtig, dass wir für unser Projekt ein Konzept haben." Das Konzept funktioniert - am Abend ist der Entwurf fertig.

Der nächste Tag bricht an und wieder sind alle heiß darauf, endlich das Banner zu bemalen. Davor wird noch mit Schlagschnur das Raster auf das große Banner übertragen. "Damit ist gesichert, dass das Endmotiv auch proportional zum Entwurf ist", erklärt der 20-jährige Karges. Danach klackern auf dem drei-stöckigen Baugerüst an der Fassade die Dosen. Als es dunkel wird, ist das Banner schon fast fertig. "Heute werden die Feinheiten ergänzt", erklärt Müller Sonntagsmorgens. Mit viel Mühe und Liebe zum Detail nehmen die Nachwuchskünstler die letzten Schliffe vor. Dann ist es endlich soweit: Nachdem das Gerüst von den fleißigen Helfern abgebaut ist, können die Jugendlichen ihr Kunstwerk in voller Pracht bewundern. Mit strahlenden Augen und voller stolz lassen sich die jungen Leute mit ihrem Projektergebnis fotografieren. Auch Tasso ist höchstzufrieden: "Es war eine schöne, witzige Sache. Alle waren super fleißig und haben konzentriert gearbeitet. Es ist toll geworden!" Nach getaner Arbeit erwartet die jungen Künstler im Gemeinschaftsraum des Glashauses Pizza und Kuchen. Als Andenken gibt es eine der leeren Sprühdosen - da darf ein Autogramm des Meisters natürlich nicht fehlen. "Es war ein schönes Wochenende, sowas haben wir vorher noch nie gemacht", freuen sich die 13-jährigen Katharina Kurz und Leonie Nauert. Beim nächsen Mal wären sie auch wieder dabei - die Chancen dafür stehen gut, denn den Rest der 170 mitgebrachten Dosen lässt Tasso da.

Zwei junge Flüchtlinge , die im Besseringer Haus Sonnenwald leben, haben ebenfalls am Workshop teilgenommen. "Es hat sehr viel Spaß gemacht", sagt Abdullah Armidi aus Afghanistan. Sein Freund Ali Rizabasti hat in seinem Heimatland Iran selbst gesprayt, bevor er nach Deutschland kam: "Es ist schön, wieder meinem Hobby nachgehen zu können", freut sich der 17-Jährige.

Für Mit-Initiatorin Müller ein Grund zum Strahlen: "Wir wollen zeigen, dass man auch in ein kleines Dorf Leben bringen kann und ich denke, das ist uns gelungen."

Mehr von Saarbrücker Zeitung