Sitzung des Karnevalsvereins „Hol iwwer“ Saarhölzbach

Kappensitzung : Elfen und Polizisten tanzen in Saarhölzbach

Bei der Sitzung des Karnevalsvereins „Hol iwwer“ waren gute Laune und einige Raketen für die Akteure garantiert.

Grün und Weiß sind die Farben des Saarhölzbacher Karnevalsvereins „Hol iwwer“. Grün und weiß war die Halle geschmückt, grün und weiß strahlten die Gewänder des Prinzenpaares und die Kostüme der Gardemädchen. Als Elferrat und Hofstaat einmarschierten, hatte die Band Dreisteckk schon gehörig für Stimmung gesorgt, und so wurden Prinz Lukas I. und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Saskia I. von einem fröhlichen Völkchen willkommen geheißen.

Schon die erste Tanzgruppe bekam eine Rakete, und sie hatte sie auch redlich verdient. Aus den „Minis“ vom vergangenen Jahr war eine „Girls Gang“ geworden. In phantasievolle Elfenkostüme gekleidet, präsentierten sie einen Tanz, der sowohl flinke Beine als auch akrobatische Fähigkeiten verlangte.

Aus Fraulautern waren „Biwi und Duletsch“ nach Saarhölzbach gekommen, um ihre reiche Lebenserfahrung mit dem Publikum zu teilen. Sie witzelten über schnarchende Kaplane, Hunde und Ehemänner, über Seitensprünge, Flugreisen und Shopping-Touren – all das gespickt mit kleinen Bosheiten, die sie sich gegenseitig an den Kopf warfen. Noch nicht einmal der Mettlacher Bürgermeister Daniel Kiefer war vor ihnen sicher: „Er sieht ja gut aus, aber er ist nicht das hellste Licht auf der Torte.“

Trotzdem ließ es sich der so Charakterisierte nicht nehmen, persönlich in die Bütt zu steigen. Ausstaffiert mit Hawaii-Hemd, einer Blütenkette und einem feschen Hütchen sang er ein Loblied auf die Heimat. Er hat die ganze Welt gesehen, aber an der Saarschleife ist es doch am schönsten. Schließlich ist die Region selbst ein Magnet für Touristen, die zwar nicht aus aller Welt anreisen, aber doch von Land und Leuten so begeistert sind, dass viele von ihnen immer wieder kommen.

Erna und Helmfried Reiherspatz aus Scheiden hatten eine Kirmesbude für „Nicht-Veganer“ eröffnet und boten Hackfleischkarotten an, die wie echte Karotten aussahen. Als sie ihre Bude zumachen mussten, bewarb er sich bei Mc Donald’s. Nun brachten die beiden überaus zungenfertige und zwerchfellerschütternde Dialoge zwischen Servicepersonal und hungrigen Gästen und rissen schließlich mit ihrem „Bitburger Lied“ das gesamte Publikum von den Stühlen.

Auch in der zweiten Hälfte der Sitzung schlugen die Wogen hoch, aber Fährmann Patrick Reucher hatte sein Schiffchen fest im Griff. Die Garden tanzten, Willi, Rosi und Winni ließen die Bütt wackeln, und als schließlich sogar die Polizei auf die Bühne kam und einen flotten Tanz hinlegte, kannte die Begeisterung der Zuschauer keine Grenzen mehr.

Mehr zum Thema Fastnacht online: www.saarbruecker-zeitung.de/fastnacht