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Sieben Parteien buhlen um die Wähler-Gunst

Mettlach. Wie viele Sitze im Gemeinderat werden für uns zu holen sein? - eine Frage, die sich nicht nur die Fraktionen stellen, die im Kommunalgremium derzeit vertreten sind. Statt bisher drei buhlen sieben Parteien um die Gunst des Wählers. Und alle haben die Chance, im Gemeinderat mitreden zu können. Die Abschaffung der Fünf-Prozent-Hürde macht dies möglich Von SZ-Redakteurin Margit Stark

Mettlach. Wie viele Sitze im Gemeinderat werden für uns zu holen sein? - eine Frage, die sich nicht nur die Fraktionen stellen, die im Kommunalgremium derzeit vertreten sind. Statt bisher drei buhlen sieben Parteien um die Gunst des Wählers. Und alle haben die Chance, im Gemeinderat mitreden zu können. Die Abschaffung der Fünf-Prozent-Hürde macht dies möglich. Neben den Christdemokraten und den Sozialdemokraten haben auch die FDP und die Freien Bürger Mettlach (FBM) ihre Kandidaten gekürt. Bei der Wahl zählen die Grünen zu den Mitbewerbern, ebenso die Linke. Auch die Partei Arbeit, Umwelt und Familie (AUF), ein "Zusammenschluss von Christen", wie deren Gründer sagen, wird erstmals in der Gemeinde Mettlach zur Wahl antreten.Seit 2004 CDU-Mehrheit Der Ausgang der Kommunalwahl 2004 bescherte den Christdemokraten 48,8 Prozent. Mit 17 Sitzen verfügen sie derzeit über die absolute Mehrheit. Die SPD kam damals auf 38 Prozent und stellt 13 Gemeinderatsmitglieder. Die Freien Bürger Mettlach (FBM) erhielten 9,9 Prozent und sind mit drei Ratsmitglieder im Rat vertreten. Für die FDP war der Ausgang der letzten Kommunalwahl enttäuschend: Der Wähler verwehrte ihnen einen Wiedereinzug ins Gemeindeparlament.Kirchen trat aus SPD aus Im Verlaufe der fünf Jahre hat sich in der Gemeinde einiges verändert: So kehrte SPD-Fraktionsmitglied Albert Kirchen nach mehr drei Jahrzehnten Mitgliedschaft Anfang 2007 den Sozialdemokraten den Rücken. Wenige Monate zuvor war er als Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Faha bestätigt worden. Die SPD im Gemeinderat spreche nach seiner Auffassung nicht immer mit einer Stimme, nannte er einen Kritikpunkt an der Partei, der er 33 Jahre angehört hatte. Er wolle im Gemeinderat parteilos und Linke-Mitglied sein, sagte er im Dezember vergangenen Jahres. Streitthema Fangzaun Streit entbrannte zwischen CDU, SPD und FBM um den Fangzaun entlang des Leinpfades an der Saar, der vor Steinschlag schützen soll. Dagegen waren sich alle Fraktionen sich einig, dass an den Bau von weiteren Windrädern auf dem Kewelsberg einige Bedingungen geknüpft werden müssten. Und die "große Koalition" von CDU und SPD beschlossen, dem EVS den Rücken zu kehren und europaweit Angebote für die Müllentsorgung einzuholen - gegen den Willen von Bürgermeisterin Judith Thieser, der FBM und Albert Kirchen.