Sie helfen zu jeder Tageszeit

Sie helfen Menschen mit wenig Geld oder denen, die durch ein Feuer Hab und Gut verloren haben. Damit die DRK-Kleiderkammer Mettlach gut ausgestattet ist, brauchen die Ehrenamtlichen ständig Nachschub.

In einer Kiste haben ein paar knuffige Knuddeltiere eine vorläufige Bleibe gefunden. An der Garderobe hängen paar Hemde, Blusen, Röcke, in den Regalen liegen T-Shirts, getrennt für Männer und Frauen. In den gemütlichen Räumen neben der Mettlacher Grundschule haben die Leute des Mettlacher DRK ihre Kleiderkammer eingerichtet - eine Adresse für Leute in Not, wie sie sagen. "Obdachlose kommen ebenso zu uns wie Asylbewerber, kinderreiche Familien mit wenig Geld , Aussiedler, Sozialhilfeempfänger oder Arbeitslose", zählt Christina Schumacher auf.

Vor ein paar Jahren hat sie den Vorsitz von Vater Gerhard übernommen - eine Aufgabe, der sich die Erzieherin mit Feuereifer widmet. Unterstützung erhält sie nach ihren Worten von elf Leuten - unter anderem Elisabeth Thul und Franz Babidsch, der die Anlaufstelle seit ihrer Gründung Ende der 70-er Jahren kennt. "Wir haben die Kleiderkammer eröffnet, als die Rettungswache noch beim DRK-Krankenhaus war", erzählt er. Seit dieser Zeit helfen sie Menschen, die vor dem Nichts stehen - wie beispielsweise der dreiköpfigen Familie aus Mettlach , die Ende November durch einen Brand alles verlor oder der achtköpfigen Familie aus Saarhölzbach, der ein Feuer kurz vor Weihnachten Hab und Gut raubte. "Wir waren alarmiert worden, um die Feuerwehr bei ihrem Einsatz mit Getränken zu unterstützen", berichtet Schumacher über den Einsatz am 19. Dezember vergangenen Jahres.

"Da haben wir die Familien gleich mitgenommen und mit Kleidern und Bettwäsche ausstaffiert", erzählt die Vorsitzende. Kleider für ältere Herrschaft abzugeben ist nach ihren Worten nicht das Problem. "Da räumen Erben die Kleiderschränke und geben uns gut erhaltene Stücke ab. Schwieriger ist es, an Sachen für jüngere Leute, Kinder- und Babybekleidung zu kommen."

Second-Hand-Märkten oder Tauschbörsen laufen nach ihrer Ansicht der DRK-Anlaufstelle, mittlerweile der einzigen im Kreis, den Rang ab. "Im Notfall durchforsten wir unsere Kleiderschränke, fragen Verwandte, Arbeitskollegen oder Bekannte und besorgen uns auf diese Weise die ein oder anderen Kleider ."

Was Schumacher freut: die spontane Hilfsbereitschaft auf ihren Spendenaufruf, den das DRK Anfang Januar absetzte und den die SZ natürlich abgedruckt hat. "Wir waren bei der Öffnung der Kleiderkammer Mitte Januar von der riesigen Anzahl an Spendern und Kleidern überwältigt und gerührt. Mehr als 300 Kleidersäcke und 100 Kartons waren in zwei Stunden zusammengekommen", erzählt sie. "Viele Leute haben uns gesagt, dass sie uns denken, wenn sie den Kleiderschrank ausmisten."

Trotz aller gut gemeinten Versprechen - benötigt wird noch vieles, Strampler beispielsweise. "Wir haben noch drei Stück, von diesen Sachen kommt leider nichts bei uns an." Auch Stofftiere sind nach Schumachers Worten immer willkommen.

Nicht nur die Arbeit in der Kleiderkammer stemmen die ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Sanitätsdienste - wie etwa beim V&B-Hallenturnier - zählen ebenso zu ihren Aufgaben wie das Ausrichten von Blutspenden und Gruppenstunden. Da kommen schnell weit über 1000 Stunden im Jahr zusammen. "Das schafft man nur, wenn man mit Leib und Seele dabei ist und Unterstützung durch eine verständnisvolle Familie erhält", verrät die Vorsitzende, die sich samt Bruder und Schwester sich schon im Jugend-Rotkreuz engagiert hat. Auch die Ehepartner der Drei engagieren sich - Christinas Ehemann Patrick auch in der Feuerwehr. Und Franz Babidsch, seit 40 Jahren dabei, hat seine Lieben infiziert - einschließlich des Enkels.

Die Kleiderkammer ist zweiten Mittwoch von 19 bis 20 Uhr geöffnet: am 11. Februar, 11. März, 15. April, 13. Mai, 10. Juni, 8. Juli, 9. September, 7. Oktober, 18. November, 16. Dezember und jederzeit für Notfälle. Info: Tel: (0 68 64) 17 89.