Sessionseröffnung bei den Rutzen-Buhnen in Nohn

Fünfte Jahreszeit beginnt in Nohn : Rutzen-Buhnen starten in die Session

Nohn ist jetzt in Narrenhand. Die Prinzenpaare haben den Dorfschlüssel von Ortsvorsteher Martin Timmer erhalten.

Der Nohner Carnevalsverein (NCV) die Rutzen-Buhnen hat endlich das bestgehütete Geheimnis der vergangenen Wochen preisgegeben: Wer regiert die Nuhner Narren in der Session 2019/20? Beim Prinzen war die Geheimniskrämerei keine große Kunst, denn bis vor einigen Tagen vor der Inthronisierung gab es noch keinen.

Bevor das Geheimnis gelüftet wurde, mussten die Regenten der abgelaufenen Session verabschiedet werden. Mit großem Geleit des Elferrates und der rot-weißen und der blau-weißen Garden wurden die scheidenden Prinzenpaare in die Ackerklause geleitet. Prinz Mark I. (Breit) und ihre Lieblichkeit Prinzessin Maria II. (Justinger) nahmen mit Wehmut und einigen Tränchen bei der Prinzessin Abschied vom Närrischen Thron. „Wir sind stolz darauf, Prinzenpaar gewesen zu sein, dafür danken wir dem Nohner Carnevalsverein.“ Nach vielen schönen Momenten in der abgelaufenen Session, wie beide beteuerten, riefen sie den Nuhner Narren ein letztes Mal zu: „Helau, Allehop und fös-geckig.“

Auch das Nachwuchs-Prinzenpaar Moritz I. (Tull) und ihre Lieblichkeit Kinderprinzessin Pauline I. (Kiefer) traten schweren Herzens zurück: „Leider ist es nun soweit, vorbei ist unsere schöne Zeit“. Aber vielleicht stehen die beiden ja irgendwann mal als „großes Prinzenpaar“ bereit; abgeneigt sind die beiden nicht, wie sie mit einem Augenzwinkern bekundeten.

Dann stand die Inthronisierung des 49. Nohner Prinzenpaares und des 46. Nachwuchsprinzenpaares an. Die Narren aus Nohn wurden auf die Folter gespannt. Denn es ist in Nohn Usus, das die Prinzenpaare zunächst nur ansatzweise vorgestellt werden. Das Narrenvolk muss dann Tippzettel abgeben. In diesem Jahre war das sehr schwierig, da das „große“ Prinzenpaar wiederum nicht aus Nohn stammt. Denn man habe in Nohn selbst kein Paar gefunden. Beim Prinzen musste man sogar etwas weiter ins Land gehen, um „kurz vor zwölf“ doch noch fündig zu werden: Prinz Michael III. (Simon) kommt aus Rappweiler, ist 35 Jahre alt und von Beruf Landschaftsbauer. In seiner Freizeit spielt er Volleyball. Im Karneval ist er kein Neuling; er tanzte schon einmal in einem Männerballett. „Ich spielte schon länger mit dem Gedanken, Karnevalsprinz zu werden. Deshalb bedurfte es keiner langen Überredungskunst, als mich eine ehemalige Schulbekanntschaft aus Nohn hierauf ansprach“, meinte der neue Nuhner Prinz.

Ihre Lieblichkeit Prinzessin Annika I. (Kiefer), 27 Jahre alt, hat ihre Karnevals-Karriere beim NCV Rutzen-Buhnen bereits im Kindesalter bei den Nachwuchs-Sitzungen begonnen. Sie ist tierlieb und liebt ihr Hochbeet. Mit einem donnernden „föß-gegisch“ begrüßten die neuen Regenten ihr Narrenvolk. „Was wurde doch spekuliert, wer die Nuhner 19/20 regiert. Es wurde nicht gemauert, nein es hat halt lange gedauert“, meinten die beiden. Denn Prinzessinnen habe man genügend gefunden, doch beim Prinzen nur Absagen kassiert.

Auch das Nachwuchsprinzenpaar kommt nur teilweise aus Nohn. Kinderprinz Tom I. (Bohr) ist neun Jahre alt und kommt aus Tünsdorf. Er spielt Schlagzeug und ist in der Jugendfeuerwehr tätig. Seine Prinzessin hat er selbst ausgesucht. Emely I. (Lorenz) ist ebenfalls neun Jahre alt und stammt aus dem Nohner Kaulenfeld. Sie ist nicht die erste in ihrer Familie, die ein hoheitliches Amt beim NCV innehat: Ihr Papa war schon Kinderprinz und auch Oma und Opa waren schon Prinzessin und Prinz bei den Rutzen-Buhnen. Neulinge im Nohner Karneval sind auch Emely und Tom: Sie tanzt in der Nachwuchsgarde und er sitzt im Kinder-Elferrat und tanz bei den „coolen Jungs“. Ihr Motto, das sie dem Narrenvolk zuriefen: „Wir freuen uns auf eine schöne Zeit, macht euch alle schon mal bereit“.

Und noch etwas ist bei den Rutzen-Buhnen in Nohn anders: Der Schlüssel zum „Dorfrathaus“ wird nicht erst am Fetten Donnerstag überreicht, sondern bereits bei der Inthronisierung. Und so überreichte der neue Ortsvorsteher Martin Timmer in Frack, Zylinder und mit Stock den riesigen Dorfschlüssel als Insignie der Macht an Fastnacht an die neuen Regenten und wünschte ihnen eine gute Regentschaft zum Wohle der Nohner Narren. Wie meinte Zeremonienmeister Helmut Kiefer: „Mensch Martin. Zum ersten Male und gehst schon am Stock. Ortsvorsteher scheint ein schwerer Job zu sein.“ Die blau-weiße Garde ließ mit ihrem Gardetanz erahnen, was die Narrenschar an den Kappensitzungen tänzerisch erwartet.