Sauer auf den Landesbetrieb

Ein Ziel hat der Orscholzer Ortsvorsteher vor Augen: einen Kreisel an der Kreuzung der beiden Landstraßen L 177 und L 178. Doch der Landesbetrieb für Straßenbau stellt sich bisher quer.

Eine Stinkwut hegt der Orscholzer Ortsvorsteher Jörg Zenner, SPD , gegen den Landesbetrieb für Straßenbau (LfS). In seinen Zorn mischt sich eine maßlose Enttäuschng, dass die Landesbehörde den Orscholzern ihren langersehnten Wunsch abschlägt und keinen Kreisel an die Stelle baut, wo sich die beiden Hauptverkehrsadern des Kurortes kreuzen: die L 178 und die L177. "Es rappelt doch ständig. Zum Glück sind es meist nur Blechschäden", sagt der Sozialdemokrat. Und just in der Höhe, wo beide Landstraßen aufeinander treffen, steht die Grundschule.

Mit dem Ausbau der L 178 rechneten Zenner und Bewohner des Ortes damit, dass der Verkehr an der Einmündung in die L 177 durch einen Kreisverkehr entschärft wird - eine Forderung aus dem Ort, deren Erfüllung nach Zenners Worten vor Jahren zugesagt worden ist. "99,9 Prozent der Orscholzer sind für einen Kreisel an dieser Stelle." Doch sie hatten die Rechnung ohne den LfS gemacht. Er bleibt bei seiner Ablehnung - trotz aller Bemühungen von Zenner und dem Mettlacher Bürgermeister und Parteifreund Zenners, Carsten Wiemann .

Zunächst hatten sie sich mit ihrer Bitte an den damaligen Wirtschaftsminister Heiko Maas , SPD , gewandet, den obersten Dienstherrn der Behörde mit Sitz in Neunkirchen, danach an seine Nachfolgerin die Sozialdemokratin Anke Rehlinger - ohne Erfolg. Die Verkehrsdichte in dem Kreuzungsbereich sei nicht ausreichend für die Anlegung eines Kreisels, habe ein Argument für das Nein gelautet. Auch verwiesen die Neunkirchen nach Worten von Zenner darauf, dass sich in dem Kreuzungsbereich Unfälle nicht häuften. "Kommt erst ein Kreisel an die Grundschule Orscholz , wenn mehr Unfälle passieren?", fragt sich der Ortsvorsteher. Er verweist auf die neue Richtlinien für die Anlagen von Straßen. Danach ist an Kreuzungen von Landstraßen bevorzugt ein Kreisverkehr einzurichten. "Diese Vorschrift gilt bundesweit für alle Neu-, Um- und Ausbauten von Landstraßen . Dies bei Baumaßnahmen zu berücksichtigen macht auch wirtschaftlich Sinn", argumentiert der Sozialdemokrat. Ihn treibt die Sorge um: "Wenn die Arbeiten an der Saarbrücke in Mettlach beendet sind, werden wieder die Lkws Richtung Mettlach rollen. Dann muss mit noch mehr Verkehr und einem noch höheren Unfallrisiko gerechnet werden."

Außerdem sollte nach seiner Auffassung direkt neben der Schule alles dafür getan werden, um die Unfallhäufigkeit zu vermindern. "Es wäre grob fahrlässig zu warten, bis noch mehr und schlimmere Unfälle passieren." Bislang habe der LfS seine Einwände ignoriert. "Er könne von seiner Meinung nicht abweichen, sonst würde der Rechnungshof einschreiten", habe ihm die Landesbehörde entgegengehalten. "Die Frage, wie der LfS diese Kriterien für die anderen Kreisel in Orscholz - der letzte wurde vor rund drei Jahren am Ortseingang aus Richtung Tünsdorf gebaut - bejahen konnte, blieb unbeantwortet", moniert der Ortsvorsteher. "Wir vergleichen keine Kreisel miteinander", sei die lapidare und unbefriedigende Antwort gewesen. Für den Kommunalpolitiker steht fest: "Der Slogan der Landesregierung ‚Großes entsteht im Kleinen' gilt auch für Ungemach." Vom Landesbetrieb war - trotz mehrerer Telefonate - gestern keine Stellungnahme zu erhalten. Er will sich nach seiner Darstellung heute im Laufe des Tages äußern.