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Fußball-Saarlandliga
Mettlachs bester Torjäger ist noch nicht zufrieden

Augen zu und durch: Xavier Novic traf bislang vier Mal für den SV Mettlach – nicht nur per Kopf.
Augen zu und durch: Xavier Novic traf bislang vier Mal für den SV Mettlach – nicht nur per Kopf. FOTO: Britz Heiko / Heiko Britz.www.digfot.de
Mettlach. Fußball-Saarlandligist empfängt Schlusslicht Bübingen. Gegen den Letzten würde Neuzugang Novic gerne sein Tore-Konto aufstocken. Von Philipp Semmler

Am Mittwochabend musste Xavier Novic am Handy statt auf dem Feld mitfiebern: Das Pokalspiel seines SV Mettlach bei Landesligist SVG Altenwald verpasste der 30-jährige Mitarbeiter einer Security-Firma aus beruflichen Gründen. „Ich hatte ein wenig Angst, weil ich immer nur gesehen habe, dass Altenwald 1:0 führt“, berichtet Novic.


Am Ende wendete sich für Mettlach aber doch noch alles zum Guten: Zehn Minuten vor Schluss egalisierte Aleksandar Cucukovic den Führungstreffer des Außenseiters, in der Verlängerung traf Sascha Hermes neun Minuten vor Schluss zum 2:1-Siegtor für den Saarlandligisten. „Zum Glück“, sagt Novic. „In der nächsten Runde (wurde gestern nach Redaktions-Schluss ausgelost) kann ich nämlich wieder dabei sein – und ich hoffe auf einen attraktiven Gegner.“

Ein attraktiver Gegner – zumindest für einen Stürmer – wartet auf Novic und Mettlach auch an diesem Sonntag um 15 Uhr. Dann empfängt das Team von Trainer Holger Klein den Tabellenletzten SV Bübingen. Das Schlusslicht kassierte bislang in fünf Auswärtsspielen 40 Gegentore.



Ist diese Partie also für den 30-Jährigen eine gute Gelegenheit, seine Tor-Bilanz zu verbessern? „Ich hoffe es“, sagt Novic lachend. Mit vier Treffern ist der Franzose zwar gemeinsam mit Matthias Schäfer Mettlachs bester Torschütze. Doch zufrieden ist der Neuzugang damit nicht. „Es hätten auch schon zehn Treffer sein können“, ärgert sich der Angreifer. „Ich habe dieses Jahr ein wenig Probleme mit dem Abschluss. Aber so ist das als Stürmer. Mal hat man eine gute Zeit und mal eine schlechte.“

Allerdings ist Novic derzeit auch noch längst nicht hundertprozentig fit. „Ich habe mir in der Vorbereitung eine Bänderverletzung zugezogen. Wegen der habe ich immer noch Schmerzen. Aber ich spiele trotzdem, weil ich der Mannschaft helfen will.“ Verletzungspech hatte der Franzose auch schon letzte Saison. Da setzten ihn Leistenprobleme beim luxemburgischen Zweitligisten Etzella Ettelbrück monatelang außer Gefecht.

Das war aber nicht der Grund, warum der Offensiv-Akteur eigentlich im Sommer seine Schuhe an den Nagel hängen wollte. „Im Juni kam mein Sohn Mati zur Welt“, berichtet Novic. Daher wollte er fußballerisch kürzer treten, um mehr Zeit mit seiner Frau Leticia und dem Nachwuchs zu verbringen.

Doch dann fragte SV-Trainer Klein, mit dem der Franzose gemeinsam bei Röchling Völklingen in der Oberliga spielte, ob er nach Mettlach kommen würde. „Holger hat mir erklärt, was er hier vor hat. Und da wollte ich dabei sein.“ Zugesagt hat er nur für eine Spielzeit. „Vielleicht bleibe ich aber auch zwei oder drei“, sagt der 30-Jährige. Denn bei seinem neuen Club fühlt er sich wohl. „Wir lachen auch mal im Training und trinken danach ein Bier zusammen. Ich mag das“, erklärt Novic in nahezu perfektem Deutsch.

Die Sprache hat sich der in Creutzwald lebende und in Luxemburg Stadt arbeitende Stürmer dabei ganz in Eigenregie angeeignet. „Ich habe 2010 in Köllerbach zum ersten Mal in Deutschland Fußball gespielt. Danach bin ich nach Pirmasens gewechselt. Damals kannte ich kein Wort. Aber ich wollte mich mit meinen Mitspielern unterhalten, deshalb habe ich es gelernt“, verrät der 30-Jährige mit ein wenig Stolz.