| 20:31 Uhr

Fußball
Der Kapitän geht schweren Herzens

Artur Kruser (hier rechts im Duell mit Rehlingens Markus Fröhlich) spielt seit seiner Jugend beim SV Mettlach, ist derzeit auch Kapitän der Mannschaft. In der Winterpause wechselt er aber nach Merchingen.
Artur Kruser (hier rechts im Duell mit Rehlingens Markus Fröhlich) spielt seit seiner Jugend beim SV Mettlach, ist derzeit auch Kapitän der Mannschaft. In der Winterpause wechselt er aber nach Merchingen. FOTO: Philipp Semmler
Mettlach. Fußball-Saarlandligist Mettlach empfängt am Samstag den FC Rastpfuhl. Für Kapitän Artur Kruser wird es das vorletzte Spiel im Trikot des SV. Der 29-Jährige wechselt in der Winterpause als Spielertrainer zu Bezirksligist SV Merchingen. Von Philipp Semmler

Artur Kruser ist einer der dienstältesten Spieler bei Fußball-Saarlandligist SV Mettlach: Schon in der Jugend schnürte der heute 29-Jährige für den SV die Schuhe. 2011 kehrte der Außenverteidiger nach Stationen bei der SG Perl-Besch und CS Petange zu den Blau-Weißen zurück. Dort ist der Außenverteidiger mittlerweile auch Kapitän. „Mettlach ist mein Heimat- und Herzensverein“, sagt der Defensivakteur.


Dennoch wird der 29-Jährige den Club im Winter verlassen. „Die Entscheidung ist mir verdammt schwer gefallen. Aber meine berufliche und private Situation macht es erforderlich, dass ich ein wenig kürzer trete“, erklärt der in Luxemburg arbeitende Speditionskaufmann.

„Ich habe nämlich auf der Arbeit eine neue Stelle begonnen“, ergänzt Kruser. Zudem wurde der mit Freundin Caroline in Merchingen lebende Mettlacher Kapitän auch vor Kurzem zum ersten Mal Vater: Sohn Henri kam im August zur Welt.



Ab Januar wird Kruser nun Spielertrainer bei Bezirksligist SV Merchingen. „Dort ist der Aufwand nicht ganz so groß. Wenn wir dort ein Spiel haben, bleiben wir im Kreis Merzig-Wadern und ich muss nicht durchs ganze Saarland“, erklärt Kruser.

Dennoch hatte er dem SV Merchingen zunächst wegen der beruflichen und privaten Veränderungen abgesagt, als der Club anfragte. Allerdings präsentierte Merchingen Kruser dann eine Möglichkeit, wie der 29-Jährige trotz seiner starken Beanspruchung dort das Spielertraineramt ausüben kann: Patrick Wagner (derzeit noch Spielertrainer bei Kreisligist Spvgg. Faha-Weiten) wird Kruser als Co-Trainer unterstützen.

„Patrick ist einer meiner besten Freunde. Er kann das Training übernehmen, wenn ich es mal beruflich nicht schaffe“, erklärt Kruser. Und so folgte auf die Absage wenig später doch eine Zusage. Der SV Merchingen wird übrigens aktuell noch von Interimstrainer Dominik Jobst trainiert. Jobst hatte nach der Trennung von Jörg Schmohl übernommen (wir berichteten).

Bevor Kruser in der Winterpause zum Bezirksligisten wechselt, gilt sein voller Fokus aber noch dem SV Mettlach. Mit den Blau-Weißen empfängt er an diesem Samstag um 18 Uhr Aufsteiger FC Rastpfuhl. Der Neuling aus Saarbrücken ist Tabellenzehnter und hat am letzten Wochenende durch einen 1:0-Erfolg beim FV Eppelborn eine Serie von sieben sieglosen Begegnungen beendet.

Dennoch geht Mettlach als Tabellenvierter – und mit dem Selbstvertrauen von zuletzt vier Siegen in Serie – als Favorit in die Partie. Das weiß auch Kruser: „Wir haben einen Lauf, und wir wollen auch dieses Spiel gewinnen“, erklärt der Kapitän. „Dann hätten wir am letzten Spieltag vor der Winterpause ein echtes Topspiel“, ergänzt Kruser. Am 1. Dezember empfängt er mit seiner Mannschaft den Tabellendritten SV Auersmacher. Aktuell hat Auersmacher zwei Punkte Rückstand auf Relegationsplatz zwei. Mettlach liegt drei Punkte hinter dem Tabellenzweiten SF Köllerbach.

Ob Kruser in diesen Begegnungen von Beginn an auflaufen wird, ist allerdings noch offen. „Ich konnte zuletzt berufsbedingt kaum trainiern“, verrät der 29-Jährige. Deshalb wurde der Verteidiger, nach zuvor 15 Start­elf-Einsätzen in dieser Saison, in den beiden letzten Partien des SV gegen Borussia Neunkirchen (1:0) und beim VfL Primstal (2:1) nicht eingesetzt. „Ich denke aber, dass ich gegen Rastpfuhl zumindest im Kader bin“, sagt der Kapitän.