1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Mettlach

Ratsmitglieder aus Mettlach für Sperrung der Brücke auf Dauer

Mettlacher Brücke : Fast alle Fraktionen im Mettlacher Gemeinderat wollen Brummis die Durchfahrt durch Mettlach und Orscholz verbieten

„Durch die Begrenzung der Brücke für den Schwerlastverkehr ist die Verkehrssituation sehr viel angenehmer geworden“, sagt Stefan Thielen, CDU-Gemeindeverbandschef von Mettlach.

Mettlach, Orscholz, Weiten und der Perler Ortsteil Oberleuken spüren nach den Worten des Landtagsabgeordneten eine enorme Entspannung der Verkehrssituation und dadurch eine Verbesserung der Lebensqualität vor ihrer Haustür. „Ungeachtet der technischen Belange der Hängebrücke würden wir es begrüßen, wenn der Schwerlast-Durchgangsverkehr über die Autobahn abgeleitet würde, statt durch die Dörfer zu fahren“, ergänzt Michael Thieser, CDU-Fraktionschef im Mettlacher Gemeinderat. „Insbesondere in Mettlach und Orscholz sind zentrale Schulwege unserer Kinder an der angesprochenen Landesstraße gelegen, sodass wir hier Gefahrenpunkte ausmerzen könnten. Es wäre für alle ein Gewinn.“

Thielen fordert den Landesbetrieb für Straßenbau (LFS) auf, Stellung zu beziehen: „Nach der Sperrung wurden umfangreiche Prüfungen angekündigt. Ich erwarte, dass die Bevölkerung über die nächsten Schritte und Ergebnisse transparent informiert wird.“ Klare Worte seien nötig, um die weiteren Maßnahmen nachvollziehen zu können. „Unser Wunsch ist, dass die Brücke für den Schwerlastverkehr zukünftig gesperrt bleibt“, sagen die beiden Christdemokraten. „Nur der Ziel- und Quellverkehr in den einzelnen Orten sollte weiter möglich sein, um Handel und Gewerbe vor Ort nicht zu beeinträchtigen.“

SPD erinnert an Vorstoß von 2016

„Es ist richtig, dass seit der Instandsetzung im Jahre 2013 der augenscheinlich fehlerhafte Asphaltbelag immer mal wieder zu Diskussionen geführt hat“, sagt der stellvertretende SPD-Fraktionschef Tobias Kiefer. Die SPD-Fraktion im Gemeinderat Mettlach habe mit Bürgermeister Daniel Kiefer und der Verwaltung darauf hingewirkt, dass sich der LfS des Themas annehme „und eine Besserung herbeiführt“. Kiefer erinnert daran, dass der Verwaltungschef 2016 einen Vorstoß unternommen hatte, die Saarbrücke für Lkw über 7,5 Tonnen zu sperren. Das Ziel des Rathauschefs: die Anwohner, die Besucher von Hotels und die Patienten der Rehakliniken in Mettlach und Orscholz von Verkehrslärm zu entlasten und die Strecke sicherer zu machen. Den Plan habe Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich aber abgelehnt. Die aktuelle Sperrung der Brücke für Lastwagen über 7,5 Tonnen sei nach Ansicht von Tobias Kiefer „eine immense Verbesserung an den Ortsdurchfahrten in Keuchingen und Orscholz“. Daher sei es zu befürworten, dies beizubehalten. „Wir fordern deshalb Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich nochmals auf, erneut in die Prüfung einzusteigen.“

Freie Bürger Mettlach sehen Daniel Kiefer in der Pflicht

Den Schwerlastverkehr über die Mettlacher Brücke ist nach Ansicht von Joachim Badelt, Fraktionsvorsitzender der Freien Bürger Mettlach (FBM), seit Jahren ein Ärgernis. Der Lärm und die Emissionen der Fahrzeuge belasteten neben den Mettlachern die Orscholzer und Bewohner anderer Ortsteile. Daher hätten die FBM bereits im Oktober 2019 ein Verkehrskonzept für die ganze Gemeinde gefordert, in das die Bürger frühzeitig eingebunden werden sollten. Doch passiert sei bisher nichts. Nach Ansicht von FBM-Fraktionsmitglied Margit Lion sollte der Schwerlastverkehr zum Schutz der Brücke, der Anwohner in Mettlach und Keuchingen und in Orscholz nicht mehr über diese Brücke fahren dürfen. Schulbusse könnten das Bauwerk passieren, ebenso der Anliegerverkehr. „Damit wäre dem alten Bauwerk und vor allen Dingen den direkt betroffenen Anwohnern auf lange Jahre geholfen.“

Die FBM sehen laut Badelt vor allem Bürgermeister Daniel Kiefer in der Pflicht, schon jetzt tätig zu werden. In der Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 19. Mai, will er die Entlastung vom Schwerlastverkehr zum Thema machen und hat dafür einen Antrag angekündigt.

Reinhard Halberstadt (FDP): „Durchführung der Arbeiten gegebenenfalls fehlerhaft“

Nach Ansicht von FDP-Fraktionschef Reinhard Halberstadt ist der Straßenbelag seit Jahren in einem unbefriedigenden Zustand, „ohne dass hier Abhilfe geschaffen wurde“. Im November vergangenen Jahres habe er vom LfS „sinngemäß“ folgende Antwort erhalten: „Die unterschiedlichen Steifigkeiten der Konstruktion führen zu unterschiedlichen Durchbiegungen bei Verkehrsbelastung. Hierdurch entstehen Schwingungen bei Überfahrten. Hinzu kommen Verdrückungen im Asphalt insbesondere durch hohe Achslasten, was besonders im Sommer bei hohen Temperaturen der Fall ist.“ Eine einfache und kostengünstige Lösung für das Problem gebe es laut LfS nicht.

„Wenn man bedenkt, dass das für die ursprüngliche Sanierung der Saarbrücke zuständige Ingenieurbüro für seine Planung den Ingenieurbaupreis 2015 erhalten hat, muss man davon ausgehen, dass eine fehlerhafte Planung wohl nicht vorgelegen hat. Daher kann nur vermutet werden, dass die Durchführung der Arbeiten gegebenenfalls fehlerhaft war“, mutmaßt er. Nach Ansicht von Halberstadt muss „ständig Druck gemacht werden, sonst werden wir die jetzige Lösung noch lange ertragen müssen“.

Grüne hätten sich durch Sanierung weniger Lärm erhofft

„Der Lärm, dem die Anwohner in Mettlach ausgesetzt sind, ist ein großes Problem und für die Menschen nur schwer zumutbar“, sagt Grünen-Fraktionschef Georg Dillschneider. Da es sich bei der Brücke um eine hängende Stahlkonstruktion handele, ließen sich Schwingungen und damit Schall jedoch nicht gänzlich vermeiden. „Wir hatten seitens der Grünen erwartet, dass bei der aufwändigen Sanierung des Bauwerks in den vergangenen Jahren eine Schallreduzierung erreicht werden könnte. Dies ist leider ebenso wenig gelungen wie eine ebene Fahrbahn“, ergänzt Dillschneider.

Ein Fahrverbot für Lkw entlaste die Anwohner, erschwere aber die Versorgung der ansässigen Unternehmen und Privatpersonen. „Daher sollte die Brücke für den Anlieferverkehr offen bleiben“, fordert er. Eine dauerhafte Umlenkung des Transitverkehrs auf die Autobahn nennt er „durchaus sinnvoll“, sie sollte aber nicht als Vorwand für neue Verkehrsprojekte wie die Nord-Saarlandstraße dienen, die laut Gutachten kaum Entlastung bringen würden. Am Beispiel der Mettlacher Hängebrücke zeigt sich nach Auffassung des grünen Kommunalpolitikers sich sehr anschaulich, dass die Verkehrswende absolut notwendig ist.