1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Mettlach

Peter Kiefer aus Oberleuken schreibt über die Grauen an der Höckerlinie

Hart umkämpft: der Orscholz-Riegel : Peter Kiefer schreibt über den Krieg am Orscholz-Riegel

Um die Westgrenze des Reiches zu schließen, ließ die deutsche Regierung in den Jahren 1938 bis 1940 den Westwall errichten – ein Gegenstück zur Maginotlinie auf französischer Seite. Allerdings war er bei weitem nicht so stark ausgebaut wie sein französisches Pendant.

Der Hauptwall zog sich am rechten Ufer der Saar von Saarbrücken weiter über Konz bei Trier die Sauer entlang nach Norden. Im Gebiet des Dreiländerecks machte diese Befestigungslinie eine zwölf Kilometer lange Abzweigung. Sie sollte im Abstand von vier bis sechs Kilometern von der französischen Grenze entfernt ein Eindringen in das Saar-Mosel-Dreieck verhindern.

Später erlangte der Abschnitt zwischen Orscholz und dem Perler Ortsteil Nennig als „Orscholz-Riegel“ traurige Berühmtheit. Zwar gab es im Jahre 1939 und 1940 einzelne Kampfhandlungen zwischen deutschen und französischen Truppen. Doch der Winter 1944/45 sollte den Soldaten zur Hölle werden: Von November 1944 bis Februar 1945 fielen rund 2500 Soldaten, über 6000 wurden verwundet. In seinem Buch „Der Krieg am Orscholz-Riegel“ schildert Peter Kiefer, der in Oberleuken lebt, die drei Monate in der Endphase des Krieges.

Auf deutscher Seite verloren 1024 Soldaten ihr Leben, 1592 Wehrmachtsoldaten wurden verwundet. Die 94. US-Infanteriedivision beklagte 1009 Todesopfer und 4789 Verwundete, von denen 147 später starben. Dazu kamen 116 Vermisste und 619 Gefangene.

Peter Kiefer hat in seinem Buch neben Berichten zahlreicher Zeitzeugen und Wehrmachtsberichten auch Schilderungen von amerikanischen Soldaten aufgenommen, die am Orscholz-Riegel kämpften, eine Art Tagebuch über das tägliche Kampfgeschehen führten und später veröffentlichten. Er lässt acht Autoren aus dem Dreiländereck zu Wort kommen, die ihre Kriegserlebnisse in eigenen Büchern veröffentlichten, dazu 72 Zeitzeugen, die die Schrecken und Strapazen der Zwangsevakuierung und die Rückkehr in die verwüstete und verminte Heimat schildern.

 Die Häuser an der Kreuzung Leukbachstraße-Brückenstraße in Oberleuken zeigen schwere Kriegsschäden.
Die Häuser an der Kreuzung Leukbachstraße-Brückenstraße in Oberleuken zeigen schwere Kriegsschäden. Foto: Peter Kiefer

Das Buch „Der Krieg am Orscholz-Riegel“ enthält 489 Seiten sowie 280 Fotos und Karten. Das Buch ist erhältlich bei der Dreiländereck&Saarschleifen Wandertourismus (DSW GmbH), Gartenfeldstraße 10, 66693 Mettlach-Orscholz, Tel. (0 68 65) 1 86 98 22 (montags bis freitags, 10 bis 12 Uhr), E-Mail info@dsw-orscholz.de. Das Buch kostet 39,90 Euro. Von jedem verkauften Buch wird ein Euro an den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gespendet.