Oscholz entsetzt über Bluttat

Orscholz. "Für den 16-jährigen Sohn des Tatverdächtigen ist es ein schwerer Schicksalsschlag", sagt der Orscholzer Ortsvorsteher Hermann Kiefer. Er ist zurzeit auch Chef des jungen Mannes, der in Kiefers Betrieb ein Schulpraktikum absolviert. Am Freitag, einen Tag nach der Familientragödie, hatte er sich bei Reifen Kiefer krank gemeldet

Orscholz. "Für den 16-jährigen Sohn des Tatverdächtigen ist es ein schwerer Schicksalsschlag", sagt der Orscholzer Ortsvorsteher Hermann Kiefer. Er ist zurzeit auch Chef des jungen Mannes, der in Kiefers Betrieb ein Schulpraktikum absolviert. Am Freitag, einen Tag nach der Familientragödie, hatte er sich bei Reifen Kiefer krank gemeldet. Wie viele Bewohner des heilklimatischen Kurortes kann Kiefer die Tat nicht verstehen, die am Donnerstabend den Ort erschüttert hat. Durch einen Schuss wurde ein 23-jähriger Türke in der Saarburger Straße lebensgefährlich verletzt. Der mußmaßliche Schütze: der Schwiegervater des jungen Mannes und Vater von Kiefers Praktikanten. Mehmet Belten, der als Täter ins Visier der Polizei geraten ist, flüchtete unmittelbar nach dem Schuss und ist seither spurlos verschwunden. Das Opfer ist noch am Abend in einer Klinik notoperiert worden. Motive unklar In Orscholz macht die Runde: Der mutmaßliche Täter habe die Scheibe am Haus des Opfer eingeworfen. Aufgeschreckt durch den Lärm habe das spätere Opfer nach draußen geschaut und sei dann angeschossen worden. Nachbarn hatten den Notarzt alarmiert. "Der junge Familienvater ist ein aufgeschlossener Typ", sagt der Ortsvorsteher. Dies bestätigen auch Nachbarn. "Er hat mit seinen beiden Neffen, den Söhnen des Tatverdächtigen, oft Fußball gespielt", weiß einer von ihnen. Ob auf der Straße oder über den Gartenzaun hinweg - gerne habe er auch mit der Nachbarschaft geplaudert." Vermutet wird, dass der Tatverdächtige aus familiären Gründen zur Waffe gegriffen hat. Über die Motive wird im Ort nur gemutmaßt. Aufschluss über sein Motiv kann der Tatverdächtige nur selbst geben - oder das Opfer. Den mutmaßlichen Schützen sucht die Polizei seit Freitag per Haftbefehl. "Viele junge Türken sind sehr aufgeschlossen und zugänglich - wie mein Prkatikant. Den würde ich sofort als Lehrling einstellen - ein offener und pfiffiger junger Mann", sagt Kiefer. "Einer der Belten-Söhne war auch kurze Zeit in der Jugendfeuerwehr - ein kameradschaftlicher Typ", berichtet ein Angehöriger des Löschbezirks. > Siehe auch Seite B 1