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Musikvereine Nohn, Tünsdorf und Orscholz kämpfen mit Corona-Problemen

Musikvereine mit Corona-Problemen : Musikvereinen bereitet Corona arge Problemen

Seit einigen Tagen können Musikvereine wieder proben. Aber unter „erschwerten Bedingungen“, wie Vereins-Vertreter berichten.

Seit März war kein Proben der Musikvereine mehr möglich, weil in Zeiten von Corona Versammlungen, Proben und ähnliches untersagt waren. Erst vor ein paar Tagen wurden diese Auflagen gelockert. Die Musikvereine können wieder proben, doch die Orchesterproben sind sehr heikel: Es müssen sämtliche Corona-bedingten Auflagen sowie Hygiene- und Abstandsregelungen strikte gewahrt werden. Es sind vor allem die Abstandsregelungen und die Raumkapazitäten, die den Vereinen Sorge machen.

Die Gemeinde Mettlach habe den Vereinen wohl angeboten, ab dem 15. Juni größere Räume und Hallen für ihre Proben zu benutzen, aber es gibt dort viele Probleme. Die Vertreter des Musikvereins aus Orscholz führten beispielsweise an, dass sie wegen der Größe des Orchesters etwa einen Raum von 250 Quadratmetern für eine Probe benötigten. Zudem ist es schwierig, mit dem gesamten Orchester auf Distanz zu proben. Aber Proben in Kleingruppen mache keinen Sinn.

Dies sehen die beiden übrigen Vereine ebenso. Die Vertreter der drei Musikvereine äußerten übereinstimmend ihren Unmut darüber, dass sie vom Bund Saarländischer Musikvereine „im Stich und allein gelassen werden“. Vom Dachverband gebe es keinerlei Infos und keine Vorschläge zum Beispiel über ein Hygiene-Konzept. Ein solches Hygiene-Konzept wollen die drei Vereine nun in „Eigenregie“ in Abstimmung untereinander erstellen und erproben.

Die Vereinsvertreter wünschten sich mehr Unterstützung vor allem vom Dachverband, auch finanziell. Denn viele Vereine stehen finanziell am Abgrund. Allein aus den Mitgliedsbeiträgen können die meisten Vereine sich nicht „über Wasser halten“. Einnahmequellen sind weggebrochen: für die drei Vereine beispielsweise die Sommerauftritte am Cloef-Atrium in Orscholz, eigene Konzerte, Gastauftritte und mehr. Die Musikvereine aus Tünsdorf und Nohn mussten ihre 100-jährigen Jubiläumsfeste absagen. Die Ausgaben aber laufen weiter und müssen bezahlt werden.

„Unsere Dörfer verlieren ein Stück Kultur, weil keine Veranstaltungen mehr im Ort stattfinden“, so die Aussagen der Vereinsvertreter. Bei der jetzigen Auflage (100 Personen im Freien, 50 Personen in Räumen) ist es für die Vereine organisatorisch und finanziell einfach nicht machbar, beispielsweise ein Konzert durchzuführen, um einmal für den Verein etwas Geld in die Kasse zu bekommen und zum anderen auch den Musikfreunden mal wieder Blasmusik zu Gehör zu bringen. Alle drei Musikvereine haben aktive Musiker von Jung bis Alt. Es fehlt seit Monaten der Kontakt untereinander.

Deshalb befürchten die Vereinsvertreter, dass generationenübergreifend zukünftig einige Aktive wegen der großen Zeitspanne des „Nichtstuns“ wegfallen könnten. Ein Neubeginn nach Corona wird schwerfallen, darüber waren sich alle einig und appellierten nochmals an alle Dachverbände, Organisationen, Regierung und Kommunen, dringend für Unterstützung der kulturtreibenden Vereine zu sorgen. Als Positives führten die drei Vereine an: Es darf wieder geprobt werden.