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Abenteuerspielplatz
Neuer Waldspielplatz für Blumenfels

Die Waldgaststätte Blumenfels soll verpachtet und aufgefrischt werden.
Die Waldgaststätte Blumenfels soll verpachtet und aufgefrischt werden. FOTO: Gemeinde Mettlach
Mettlach. Gemeinde Mettlach diskutiert über Verpachtung des Geländes samt Waldgaststätte an die Erlebnisakademie. Von Margit Stark

Über Jahrzehnte war der Blumenfels in Orscholz ein Familienerlebnis schlechthin – wegen des grandiosen Ausblicks auf die Saarschleife, der Vielzahl von Wanderwegen und des Abenteuerspielplatzes, der Generationen von Kindern magisch anzog. Doch die Klettergerüste und Spielgeräte auf dem Terrain sind in die Jahre gekommen, ebenso die Waldgaststätte oberhalb des Spielplatzes. In der Erlebnisakademie (EAK), die im Juli 2016 den Baumwipfelpfad in unmittelbarer Nachbarschaft des Terrains eröffnete, hat die Gemeinde Mettlach einen Partner gefunden. Der Plan: Die EAK pachtet das Gelände und zieht den neuen Waldspielplatz hoch. Für dessen Besuch ist geplant, Eintritt zu verlangen.


Das Unternehmen aus dem bayerischen Bad Kötzting hatte laut Mettlachs Bürgermeister Daniel Kiefer zudem angeboten, den alten Spielplatz, der wegfallen soll, durch eine kostenlos nutzbare Anlage zu ersetzen. Für den Bebauungsplan auf dem rund 2,3 Hektar großen Gelände hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht gegeben – bei drei Enthaltungen. Damit folgte er dem Votum des Orscholzer Ortsrates, der dem Projekt zugestimmt hatte. Erlebnisorientiert und naturnah soll der Waldspielplatz werden, beschrieb Kiefer die Anlage, zu der Skizzen bereits vorliegen. Der Vorteil für die Gemeinde: Sie müsse für die Renovierung kein Geld in die Hand nehmen. Allein die Kosten für den Spielplatz schätzt der Verwaltungschef auf SZ-Anfrage auf 800 000 bis 900 000 Euro. Weitere 250 000 bis 300 000 Euro sind nach Schätzungen nötig, um die Waldgaststätte auf Vordermann zu bringen, etwa für den Neubau der Küche und der Toilettenanlage. Auch dieses Ausflugsziel will die Erlebnisakademie übernehmen. Insgesamt werde die EAK 1,3 bis 1,5 Millionen in beide Projekte investieren.

CDU-Fraktionschef Michael Thieser nannte den Plan gut. „Wir erhalten einen neuen Spielplatz in besserer Qualität. Neben dem kostenpflichtigen Platz gibt es auch einen kostenfreien.“ Auch spare die Gemeinde die Kosten für die Sanierung der Gastronomie. „Der Abenteuerspielplatz ist in die Jahre gekommen“, sagte Hans Josef Uder, Fraktionschef der neuen SPD-Fraktion. Jetzt werde er aufgepeppt und könne touristisch vermarktet werden. Vielleicht werde die Verweildauer an dem Kleinod Saarschleife etwas länger. Jetzt sei man auf die Detailplanung gespannt. Nach Ansicht von Reinhard Halberstadt (FDP) dient diese Entwicklung dem Bereich und ist positiv. Zudem kündigte der Verwaltungschef an, dass der alte Cloef-Parkplatz zu zwei Drittel zurückgebaut wird.



Vehement wehrt sich Hermann Kiefer, ehemaliger Ortsvorsteher von Orscholz, gegen diese Vorhaben. Den Rückbau des Parkplatzes, den er auf rund 40 000 schätzt, nennt er überflüssig. Kiefers Vorstoß: den alten Parkplatz nicht wie geplant zurückbauen, sondern erhalten. „Im vergangenen Jahr wurde er an vielen Wochenenden von Besuchern der Cloef und der Gäste des Baumwipfelpfades genutzt, wenn die beiden oberen Parkplätze belegt waren.“ Dies habe sich auch in den vergangenen Monaten dieses Jahres fortgesetzt. Sein Vorschlag für den Spielplatz: Die Gemeinde soll ihren Plan, den sie im Frühjahr 2017 gefasst habe, umsetzen – „mit der angedeuteten Eigenbeteiligung von 60 000 bis 80 000 Euro, finanziert aus Erlösen des Baumwipfelpfades.“ Die letzte grüne Lunge mit ihrem Abenteuerspielplatz und den Spazierwegen müsse nach seiner Meinung erhalten bleiben. Viele Bürger lehnten einen größeren Spielplatz, der Eintritt koste, ab. Hermann Kiefer befürchtet nach seinen Worten, dass die Menschen eingestuft würden – in die, die zahlen können und die, die nicht zahlen können.

Zudem könne die ohnehin schon prekäre Parkplatzsituation sich weiter verschärfen. Sein Alternativ-Vorschlag: den Spielplatz in das Waldgebiet Commetsteinchen zu verlegen. Der Standort zwischen Friedhof und Nohner Straße ist nach seiner Ansicht bestens geeignet. „Er würde die Massierung mit Cloef, Baumwipfelpfad und bezahlbarem Spielplatz nicht entstehen lassen.“

Auf SZ-Anfrage sagte Bürgermeister Daniel Kiefer zu dem Vorschlag: „Wir haben einen Sanierungsstau beim Spielplatz und bei der Waldgaststätte.“ Die EAK springe mit 1,3 bis 1,5 Millionen Euro in die Bresche. Der Rückbau des alten Cloef-Parkplatzes sei mit dem Ministerium abgesprochen. „Neben den 140 neuen Parkplätzen am Kurpark stehen weitere 240 Parkflächen am Cloef-Atrium zur Verfügung.“ Dazu kommen laut Verwaltungschef die Parkplätze an dem neuen Rewe-Markt, die am Wochenende Gästen zur Verfügung stehen.