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Mettlach wächst zusammen

Der Spatenstich bildete am Montag den Startschuss für den zweiten Bauabschnitt zu „Mettlach 2.0“ (v. l.): Wendelin von Boch, Daniela Schlegel-Friedrich, Bernhard Schneider, Klaus Bouillon, Markus Warncke, Daniel Kiefer und Stefan Thielen. Fotos: R. Ruppenthal
Der Spatenstich bildete am Montag den Startschuss für den zweiten Bauabschnitt zu „Mettlach 2.0“ (v. l.): Wendelin von Boch, Daniela Schlegel-Friedrich, Bernhard Schneider, Klaus Bouillon, Markus Warncke, Daniel Kiefer und Stefan Thielen. Fotos: R. Ruppenthal
Mettlach. Das 6,5 Hektar große Areal hinter der Alten Abtei, dem Konzernsitz von Villeroy & Boch, wird neu gestaltet. 20 Millionen Euro will V&B in das Projekt investieren, das im Jahr 2020 abgeschlossen sein soll. Jana Freiberger

Die vormals "verbotene Stadt" öffnet sich langsam. Alte Fabrikhallen werden abgerissen, bestehende Gebäude saniert, das Abteigelände und der Ort Mettlach sollen zu einem grünen, öffentlichen Bereich zusammenwachsen - 20 Millionen wird die Villeroy & Boch AG nach eigenen Angaben in den nächsten Jahren in "Mettlach 2.0" investieren.



Vor einigen Wochen begann der zweite Bauabschnitt des Standortentwicklungsprojekts. Gestern starteten die Arbeiten, die für die "Durchwegung und Öffnung des Geländes von zentraler Bedeutung sind", berichtete der Finanzvorstand und Bauherrenvertreter Markus Warncke. Dies sei einer der zentralen Aspekte für die Öffentlichkeit und insbesondere für die Mettlacher.

Deutliche Aufwertung

Zum offiziellen Spatenstich war auch Innenminister Klaus Bouillon (CDU ) in das so genannte Gebäude neun, die frühere Geschirrfabrik, gekommen: "Endlich mal ein schöner Termin. Keine Polizei , keine innere oder äußere Sicherheit", sagte er bei seiner Begrüßungsrede lachend. Mit den Arbeiten beginne eine weitere positive Entwicklung der Gemeinde Mettlach . Das Projekt werde dem Ortsbild eine weitere deutliche Aufwertung geben. "Es war selbstverständlich, dass wir helfen. Auch der Bund hat in Millionenhöhe geholfen", sagte der Innenminister abschließend.

Freie Sicht vom Bahnhof zur Abtei und eine Anbindung an die Fußgängerzone sollen bis zum Jahr 2020 entstehen, um die "kleinen Ortszentren miteinander zu verbinden", erklärte Projektleiter Dieter Austgen bei einer anschließenden Baustellenführung. Die Gegend rund um den Bahnhof ist zurzeit von der touristisch attraktiven Fußgängerzone auf der anderen Seite abgeschnitten.

Ein erster Erfolg des Projektes ist seiner Aussage nach die Fertigstellung des Restaurants Abteigarten für die Villeroy & Boch-Mitarbeiter.

"Das Angebot wird sehr gut angenommen, noch weit besser, als wir erwartet haben", berichtete Austgen stolz. Im "Gebäude neun", das bereits komplett entkernt wurde, soll ein neues Büro- und Konferenzzentrum entstehen. Die Außenfassade sowie die historischen Fenster bleiben auch nach dem Umbau erhalten, das Innere wird modern. "Wir rechnen damit, dass die Mitarbeiter Anfang nächsten Jahres dort einziehen können", sagte Austgen. "Neue Arbeitswelten" sind geplant - von offenen Strukturen und vielfältigen Begegnungsräumen, die die Kommunikation unter den Mitarbeitern fördern, ist die Rede. Sie seien fast im Zeitplan, erklärte Austgen. Bei so einem alten Gebäude , das auch noch unter Denkmalschutz stehe, gebe es eben immer wieder kleine Verzögerungen.

Neu sind auch die so genannten Open-Air-Arbeitsplätze - Bänke, Stühle und Hängekorbe im Park, wo die Mitarbeiter an der frischen Luft arbeiten können. "Hier gibt es natürlich WLAN", warf Wendelin von Boch-Galhau , Vorsitzender des Aufsichtsrates, ein. Auch der "Erdgeist", das Wahrzeichen der Expo 2000, der im Park der Alten Abtei ein neues Zuhause gefunden hat, kommt bei den Umbauarbeiten nicht ungeschoren davon - "er wird um etwa 200 Meter versetzt", sagte Austgen.

Zum Thema:

Hintergrund "Mettlach 2.0" bezeichnet das umfangreiche Bauprojekt, bei dem große Teile des Geländes von Villeroy & Boch in Mettlach umgestaltet werden: Alte Fabrikhallen werden abgerissen, bestehende Bauten saniert, um- und rückgebaut oder ganz neu genutzt. Das Abteigelände und der Ort sollen zu einem grünen, öffentlichen Bereich zusammenwachsen. Das Projekt soll nach Aussagen des Unternehmens den Mitarbeitern von Villeroy & B och eine zukunftsweisende Arbeitswelt und Bewohnern, Gästen und Touristen neue Freizeit-, Einkaufs- und Erlebnisräume bieten. Teilprojekte wie das neue Restaurant Abteigarten für Mitarbeiter wurden bereits fertiggestellt. jaf

in der ehemaligen Geschirrfabrik soll ein modernes Büro- und Konferenzzentrum entstehen.
in der ehemaligen Geschirrfabrik soll ein modernes Büro- und Konferenzzentrum entstehen.