Mettlach: Linke spricht sich gegen Repowering der Windkraftanlagen aus

Mettlach : Mettlacher Linke stellen Nutzen höherer Windräder in Frage

Die Partei „Die Linke“ in Mettlach lehnt ein geplantes Repowering der Windkraftanlagen in Wehingen/Tünsdorf entschieden ab. Kurz vor der Kommunalwahl hatte die Ratsfraktion der Freien Bürger Mettlach (FBM) darauf hingewiesen, dass die bestehenden Windräder auf dem Kewelsberg möglicherweise durch deutlich höhere ersetzt werden könnten (wir berichteten).

„Anstelle der neun Windkraftanlagen der Firma Energiequelle GmbH mit einer Höhe von circa 120 Metern sollen neue, circa 200 Meter hohe Anlagen direkt vor der Haustür der Wehinger Bürger hochgezogen werden. Im Mettlacher Gemeinderat konnte Bürgermeister Daniel Kiefer auf diesbezügliche Fragen keine eindeutige und verwertbare Antwort geben“, meint Christof Schuster von den Mettlacher Linken. Für ihn steht daher fest, dass „im Hintergrund wieder an den Bürgern vorbei verhandelt und entschieden wird“.

Die Linke in Mettlach halte die Festschreibung des zehnfachen Abstandes der Anlagenhöhe von der nächsten Bebauung (die sogenannte 10H-Regelung) für unabdingbar, um Bürger vor den noch nicht belegbar erforschten Gesundheitsrisiken zu schützen. In Wehingen dagegen stünden einige der vor 20 Jahren genehmigten Windräder am Kewelsberg nur wenige hundert Meter vom Dorfrand entfernt.

„Wir stellen prinzipiell den Nutzen der höheren Windräder für Gemeinde und Bürger infrage“, sagt Linken-Vertreter Schuster weiter. Auch eine höhere Leistung und ein höherer Ertrag kämen weder den Bürgern noch dem Strommarkt zugute, schließlich seien seit Jahren die Strompreise gestiegen, obwohl die Herstellung von Energie billiger geworden sei.

Auch in der Gemeinde Mettlach ist für die Linkspartei die Energiewende zum Klimaschutz dringend notwendig, betont Schuster. Allerdings ist Windkraft nach seinen Worten nur eine Säule, auf der diese Wende beruhe. Neben ihr müssten Forschung und Technologieentwicklung auch anderer regenerativer Energiequellen vorangetrieben werden. Die Windkraft alleine sei schließlich nicht grundlastfähig und könne daher nicht bewirken, dass das nahe gelegene Atomkraftwerk Cattenom oder ein anderes Kraftwerk komplett vom Netz genommen wird. Vielmehr müssten diese Kraftwerke bei Windflauten und Windstille immer wieder herauf- und heruntergefahren werden. Für Schuster ist klar: „Das Saarland ist kein wirklich geeigneter Standort für die Windkraft im großen Stil wie bei Offshore-Windparks.“

Überdies verweist er auch auf die Aussagen der großen Recycling-Firmen in Deutschland, die schon jetzt nicht mehr wüssten, wohin mit den Propellern der rückgebauten Anlagen. Diese seien nicht recyclingfähig. „Bis zu 20 000 Tonnen nicht wiederverwertbares Material wird bis 2021 erwartet, Sondermüll durch Repowering-Neubau“, sagt Schuster. „Wir stehen eindeutig zur Windkraft als sinnvoller alternativer Energiequelle im Rahmen der Energiewende. Aber diese Energiewende muss bürgerfreundlich, landschafts- und naturverträglich und vor allem demokratisch organisiert vonstatten gehen.“

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