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Mettlach hofft auf Geld aus Berlin

Mettlach hofft auf Geld aus Berlin

Ein leerstehender Industriebau aus den 50er Jahren soll laut Mettlachs Bürgermeister Kiefer als Feuerwache und Betriebs-Lehrwerkstatt wieder nutzbar gemacht werden. Dafür hofft der Verwaltungschef auf einen Zuschuss aus dem Topf des nationalen Städtebaus. SZ-Redakteurin Margit Stark sprach mit ihm.

Welche Projekte hat Mettlach zur Beschussung bei dem nationalen Städtebau angemeldet?

Daniel Kiefer: Als Projekt wird die "Revitalisierung des Gebäudes 115" als wesentlicher Bestandteil des Stadtumbauprojektes "Stadtumbau-Ortsmitte Mettlach" gemeldet. Das Projekt dient der Ertüchtigung eines in zentraler Ortslage gelegenen, leerstehenden Industriegebäudes aus den 1950er Jahren, das im Rahmen einer innovativen öffentlich-privaten Partnerschaft als Feuerwache und Betriebs-Lehrwerkstatt wieder nutzbar gemacht wird.

Ist dies ein Chance für die klamme Kasse der Gemeinde, mit Zuschüssen vom Bund Mettlach 2020 voranzubringen?

Kiefer: Durch die Meldung wird uns die Möglichkeit eröffnet - sollte man sich denn für unser Projekt entscheiden -, dass die bisher bereits zugesagten Förderungen aus den Stadtumbaumitteln des Landes auf 90 Prozent Zuschüsse gesteigert werden können. Dies brächte natürlich eine Erleichterung unseres Haushaltes mit sich, da die aufzuwendenden Eigenmittel der Gemeinde sich auf zehn Prozent der förderfähigen Kosten reduzieren würden.

Auf der Startseite des Bundesinstitutes für Bau-, Stadt- und Raumforschung steht: Nationale Projekte des Städtebaus sind Projekte, mit denen in der Regel Aufgaben und Probleme von erheblicher finanzieller Dimension oder besonderer städtebaulicher Bedeutung und Wahrnehmung gelöst werden. Mit einem überdurchschnittlich hohen Fördervolumen soll eine schnellere und gegebenenfalls breitere Intervention und Problembearbeitung möglich sein.

Bestehen auch Möglichkeiten, für den Kurort Orscholz, der von vielen Touristen besucht wird, Zuschüsse zu erhalten?

Kiefer: Bei diesem Projekt nicht. Diese "Nationalen Projekte des Städtebaus" zielen auf eine konkrete Maßnahmen ab, mit einem ausgeprägten und städtebaulichen Bezug, "die Bestandteil einer städtebaulichen Gesamtmaßnahme" sein können. Ich darf aber daran erinnern, dass wir in Orscholz aktuell mehrere Maßnahmen rund um das Cloef-Atrium in hohem Maße seitens des Landes und aus anderen Töpfen bezuschusst bekommen.

Welche Chancen einer Förderung rechnet sich die Gemeinde Mettlach für kleine Orte aus?

Kiefer: Durch das Projekt Mettlach 2.0 und die Infrastrukturverbesserungen in Orscholz soll die Attraktivität der Gemeinde generell gesteigert werden, wovon natürlich dann auch indirekt die übrigen Orte der Gemeinde profitieren werden. Wie eben schon erwähnt, wird mit dieser Förderung nur ein konkretes Projekt gefördert, sodass für weitere Projekt unter anderem auch in den kleineren Orten der Gemeinde andere Fördermöglichkeiten geprüft werden müssen.

Mit welchen Zuschüssen kann die Gemeinde maximal rechnen?

Kiefer: Wir können, sollte unser Projekt den Zuschlag bekommen, nur profitieren. Da die Förderung bei den "Nationalen Projekten des Städtebaus" auf 90 Prozent beträgt, wäre ein Betrag von zwei Millionen Euro möglich, sofern alle veranschlagten Kosten anerkannt würden. Wir sollten aber den Tag nicht vor dem Abend loben. Warten wir doch erst einmal ab, ob unser Projekt in die Förderung aufgenommen wird.

Mit welchen Zuschüssen kann die Gemeinde im Minimalfall rechnen?

Kiefer: Im Minifall, wenn die Anmeldung der Gemeinde Mettlach zum Projekt nicht berücksichtigt werden sollte, bewegen sich die Zuschüsse im Durchschnitt bei etwa 50 Prozent, welche sich aus Mitteln der Städtebauförderung des Landes sowie Bedarfszuweisungen für den Neubau von Feuerwachen aus dem Innenministerium zusammensetzen.