Merkel platt über Nohner Präsente

Nohn/Berlin · Prinz Michael und Prinzessin Carolin haben Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihren Geschenken gerührt. Die charmanten Hoheiten aus Nohn vertraten bei dem Empfang das Saarland gestern in Berlin.

 Royaler Besuch beim Kanzleramtsminister Peter Altmaier (M.): Prinzessin Carolin und Prinz Michael aus Nohn. Foto: Sascha Maas

Royaler Besuch beim Kanzleramtsminister Peter Altmaier (M.): Prinzessin Carolin und Prinz Michael aus Nohn. Foto: Sascha Maas

Foto: Sascha Maas

Die Fragen, die sich Prinz Michael für das Zusammentreffen mit der Regierungschefin hat einfallen lassen, bleiben unbeantwortet. - zu kurz ist die Begegnung mit Angela Merkel. Doch die wenigen Minuten reichen dem saarländischen Prinzenpaar des Jahres aus, um "Angie" für sich zu gewinnen. So als würden sie sich jeden Tag auf dem diplomatischen Parkett bewegen, plaudern sie unbekümmert gestern beim Empfang im Kanzleramt mit der Regierungschefin, lachen, scherzen.

"Wir haben der erkälteten Bundeskanzlerin auch gute Besserung gewünscht", verraten die gut gelaunten Tollitäten von den Nuhner Rutzen-Buhnen Für einen kurzen Augenblick dürfte das muntere Duo die Bundeskanzlerin sprachlos gesehen haben - wegen der Geschenke, die sie eigens nach Berlin mitbringen.

Und die sind, um mit Angela Merkel zu sprechen, "alternativlos" - der süffige Chardonnay vom Weingut Karl Petgen aus Nennig, zwei Tassen von V&B, kein Plagiat aus China, sondern "Made in Mettlach", der Orden des Verbandes Saarländischer Karnevalsvereine (VSK) und der des Nohner Carnevalvereins. "Sie war ganz gerührt über die Präsente, die wir ihr überreicht haben", freuen sich beide über den Coup, den sie landeten. Nur schade, dass dem 35-jährigen Zimmerer und der 23-Jährigen, die als Krankenschwester auf der Intensivstation der SHG-Klinik Merzig arbeitet, die Zeit fehlte. Hätten bei dem Empfang im Bundeskanzleramt nicht die närrischen Hoheiten aus den anderen Bundesländern auf den Händedruck der Bundespolitikerin gewartet, sicherlich hätte Prinz Michael sie mit seinen Fragen gelöchert. Und die Worte "Fös geckig" hätte das Duo der Bundeskanzlerin auch beigebracht. Wer weiß, vielleicht hätte der traditionelle Schlachtruf der Nohner einen Siegeszug um die Welt angetreten. "Es war spannend, interessant und schön", geraten Michael Wallerich und Carolin Weber ins Schwärmen. Auch Sascha Maas, Präsident der Rutzen-Buhnen, ist fasziniert. Für ihn ist es das zweite Mal binnen vier Jahren, dass er das Bundeskanzleramt betritt - zuletzt 2011 mit Prinz Jörg und Prinzessin Margret, die das Saarland damals vertraten.

"Es war wieder toll. Wir stehen auf der Treppe, da kommt ein ganz normaler Mensch rein, völlig natürlich und super nett", beschreibt er die beliebte Politikerin. "Wir waren schon aufgeregt, als wir aufgerufen wurden, um ihr die Hand zu schütteln und das traditionelle Erinnerungsfoto zu schießen", gesteht er. Um der Kanzlerin so nahe zu sein, begann der Mittwoch für die Tollitäten samt ihren Begleitern schon früh. "Ich bin um 4.30 Uhr aufgestanden", sagt der Prinz. Der Flieger hob kurz nach sechs Uhr vom Ensheimer Flughafen ab. Mit an Bord: Sascha Maas und Reinhard Dollwett von den Nuhner Rutzen-Buhnen, der saarländische Narren-Präsident Horst Wagner, Fastnachts-Urstein und Ehrenstockbauer Günter Simon sowie Präsident Stefan Reget jun. aus Wadern und Judith Martini vom VSK. "Gefrühstückt haben wir in der saarländischen Landesvertretung, wo wir uns auch umziehen konnten", erzählt die Prinzessin.

Natürlich schaufelt sich auch Kanzleramtsminister Peter Altmaier Zeit frei für seine Landsleute. "Er hat uns zu Kaffee und Plätzchen in sein Büro eingeladen", sagen die Tollitäten. "Neben dem Plausch über Land und Leute daheim hat Merkels rechte Hand auch über den Stress berichtet, der ihn und seine Chefin in dieser Woche ereilt hat." Zurück in der Landesvertretung, tauschen die Tollitäten und ihre Begleiter die fastnachtlichen Roben mit Zivilkleidung, lassen sich das Essen schmecken, bevor der Flieger gegen neun Uhr wieder Richtung Heimat geht.

Ob die Rutzen-Buhnen es im kommenden Jahr wieder zur Bundeskanzlerin schaffen? "Wer weiß", meint der Regent. "Das beste Prinzenpaar gewinnt bei dem Wettbewerb." Vielleicht gibt es nach dem dritten Gewinn auch ein Abo für die Nohner.