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Martin von Tours – 1700 Jahre später

Martin von Tours – 1700 Jahre später

Wie könnte ein moderner Martin von Tours aussehen? Diese Frage haben sich die Theatergruppen Kreuz&Quer und Bühne1 gestellt. Eine spontane Performance gibt Antworten.

"Ich geh` mit meiner Laterne", singt ein junger Straßenmusiker. Ein Passant, der ganz in seiner Nähe steht, teilt dies mit seinem Smartphone in den sozialen Medien, während eine weitere Person sich einem Flüchtling zuwendet, der in der Mitte sitzt. Eine eigentümliche Szenerie, die uralte Traditionen und Werte mit modernem Zeitgeist verknüpft. "Wir haben uns gefragt, wie Teilen heute aussieht", erklärt Sabine Lamberty von der Theatergruppe "Kreuz&Quer". Und wie der Heilige Martin von Tours, der vor 1700 Jahren geboren wurde, heute wirken könnte. Die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) im Bistum Trier hat ein Theater-Projekt rund um einen "zeitgenössischen" Martin von Tours entwickelt. An 14 Terminen und Orten im Bistum, vier davon im Saarland, zeigen die beiden Theatergruppen "Kreuz & Quer" sowie "Bühne1" aus Trier ihre Vorstellungen eines modernen Martins in einer "spontanen" Straßentheater-Aufführung. Eine davon findet dabei in unserem Kreis statt, und zwar am heutigen Mittwoch, 9. November, vor dem Gesundheitszentrum Saarschleife in Orscholz - irgendwann am Nachmittag. Die genaue Zeit wollen die Initiatoren nicht verraten - schließlich soll die Aktion spontan über die öffentliche Bühne gehen.

Jahr der Barmherzigkeit

Laternenumzüge, Martinsbrezeln und -feuer: Das seien klassische Dinge, "die Menschen vor allem noch aus Kindheitserinnerungen mit dem Heiligen Martin verbinden", sagt Nicole Hennecke. Sie rief mit der KEB das Projekt ins Leben. "Wir wollten etwas entwickeln, womit auch Erwachsene an Martin von Tours herangeführt werden und sich fragen, wie sie ihn vielleicht mit ihrem eigenen Leben in Verbindung bringen." Anlass ist das Martinsjahr, denn der Heilige wurde vor 1700 Jahren in Ungarn geboren. Außerdem habe Papst Franziskus 2016 zum Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen. Und der Heilige Martin stehe geradezu für Nächstenliebe. Hinzu komme, dass Martin als Bischof von Tours mehrere Male die Römerstadt Trier besucht habe.

Die Theatergruppe "Kreuz&Quer" hat überwiegend an zentralen Orten wie Fußgängerzonen ihre zehnminütigen Auftritte etwa in Saarbrücken und St. Wendel. "Bühne1" stellt ihre Performance vor allem vor Krankenhäusern vor, so etwa in Saarlouis (am Donnerstag, 10. November, St. Elisabeth-Klinik) und eben in Orscholz . "Das sind Orte, an denen oft ein durchgeplanter Lebenslauf einen Bruch erleben kann", erklärt Michael Gubenko von "Bühne1". "Und da findet man oft einen neuen Bezug zu Religion, und zu dem Gedankengut, das uns Martin von Tours hinterlassen hat."

Etwas neues wagen

Von dem wegkommen, was man kennt, den Heiligen Martin "aufpeppen" und mit unangekündigten Theaterstücken auf öffentlichen Plätzen schauen, was passiert: Das ist das Ziel der KEB. Wenn Leute stehen bleiben, sich eine Auszeit nehmen, sich für ihr Leben etwas mitnehmen können, dann sei dieses Ziel erreicht, erklärt Nicole Hennecke. Denn: Glaube, das sei nicht nur "reine Kopfsache", führt sie aus. Er werde erlebbar im eigenen Tun, "in dem, wie ich mein Leben angehe". Das sei eine Botschaft des Heiligen Martins.

www.martinsjahr .

bistum-trier.de/theater