Keine Genehmigung für Windpark Wintersteinchen bei Mettlach-Weiten

Keine Genehmigung : Doch keine Windräder nahe Weiten

Aufgrund der negativen Auswirkungen für den geschützten Schwarzstorch wird der Windpark Wintersteinchen nicht gebaut.

Der Windpark Wintersteinchen nahe dem Mettlacher Ortsteil Weiten wird nicht gebaut. Das Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz (LUA) hat den Genehmigungsantrag zur Errichtung von fünf Windenergieanlagen abgelehnt. Dies teilte das saarländische Umweltministerium, die dem LUA übergeordnete Behörde, am Montag mit.

Zur Begründung heißt es: „Dem Bau stehen erhebliche artenschutzrechtliche Bedenken entgegen.“ So komme der Schwarzstorch in dem Gebiet vor. „Die fachliche Prüfung bei der Genehmigungsbehörde ergab, dass die geplanten Windkraftanlagen ein zu großes Risiko für diese seltene und europaweit streng geschützte Vogelart darstellen würden“, teilt das Ministerium mit. Die angedachten Anlagen hätten erhebliche negative Auswirkungen auf den Schwarzstorch beim Aufsuchen von regelmäßig frequentierten Jagd- und Nahrungsräumen, heißt es weiter.

„Dieses Verfahren und die ausführlich begründete Entscheidung belegen erneut, dass wir nicht auf Teufel komm’ raus Windräder genehmigen, sondern jeden Fall mit großer Sorgfalt prüfen. Sowohl der Antragsteller als auch die betroffenen Kommunen haben einen Anspruch auf ein rechtssicheres Genehmigungsverfahren“, betont Umweltminister Reinhold Jost. In diesem Fall hätten die Natur und der Artenschutz Vorfahrt vor der Nutzung der Windenergie.

Laut einem Gutachten stehen dem Bau von Windrädern bei Weiten artenschutzrechtliche Bedenken entgegen. Der Grund: dort vorkommende Schwarzstörche. Foto: picture alliance / Patrick Pleul/Patrick Pleul

Im Juni 2016 hatte der Wiesbadener Windkraft-Betreiber Abo-Wind bei den zuständigen Behörden den Antrag auf die Errichtung und den Betrieb von fünf Windenergieanlagen vom Typ Nordex N 131 mit einer Gesamthöhe von rund 200 Metern und jeweils 3,3 Megawatt Leistung gestellt. Im darauffolgenden Jahr 2017 hatte der Naturschutzverband BUND noch gegenüber dem LUA in einem Fachgutachten im Rahmen des Genehmigungsverfahrens die Auffassung vertreten, „dass durch den geplanten Windpark keine erheblichen Beeinträchtigungen der dort in der Nähe vorkommenden Schwarzstörche zu erwarten sind und auch das Tötungsrisiko sich nicht signifikant erhöhen wird“. Nun war das Landesamt aber offenbar zu einer anderen Einschätzung gekommen.

Der geplante Windpark war vor Ort höchst umstritten gewesen, der Ortsrat von Weiten hatte sich wiederholt gegen das Vorhaben ausgesprochen, weil der vorgesehene Mindestabstand der Windräder zur Wohnbebauung mit 1000 Metern den Kommunalpolitikern vor Ort als zu niedrig erschienen war. Im Jahr 2013 hatte die Gemeinde Mettlach im Zuge eines Interessen-Bekundungsverfahren entschieden, dass die Wiesbadener Firma Abo-Wind mit der Projektierung der beiden geplanten Windkraft-Standorte im Schwarzbruch bei Orscholz und beim Wintersteinchen nahe Weiten beauftragt werden soll. Der Windpark im Schwarzbruch wurde dann realisiert, doch bei Weiten werden sich nun wohl keine Windräder drehen.

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