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Übung: Jahreshauptübung im Löschbezirk Orscholz

Übung : Jahreshauptübung im Löschbezirk Orscholz

Auf dem Gelände von Reifen Kiefer wurde ein umfangreiches Unfallszenario abgearbeitet, bei dem ein Auto sich zwischen einer Gebäudewand und einem Container verkeilt hatte.

() Für ihre Jahreshauptübung hatten sich die Verantwortlichen des Feuerwehr-Löschbezirks Orscholz die Firma Reifen Kiefer als Übungsobjekt ausgesucht. Das Firmengebäude liegt am Ortsausgang in Richtung Weiten und besteht unter anderem aus Verkaufsbüro, Werkstatt und großem Reifenlager. Dazu stehen im weitläufigen Außenbereich mehrere Stahl-Container zur Aufnahme von verschiedenen Recycling-Materialien. Ein solcher Container wurde – laut Übungsvorgabe – einem Autofahrer zum Verhängnis, der mit allzu hoher Geschwindigkeit auf dem Firmengelände unterwegs war. Er verkeilte sich bei dem Unfall mit seinem Fahrzeug derart zwischen Gebäudeaußenwand und einem Container, dass er und sein Beifahrer im Fahrzeug eingeklemmt wurden.

Bei der Kollision riss der Kraftstofftank auf, Benzin floss durch eine offene Tür ins Reifenlager und entzündete sich dort, so dass mehreren Mitarbeitern der Firma der Fluchtweg nach draußen abgeschnitten war. Nach Erkundung der Schadenslage erteilte Einsatzleiter Marcus Gnad seine Befehle an die Gruppenführer der eintreffenden Fahrzeuge. Die Besatzung des Tanklöschfahrzeuges TLF 16 unter der Leitung von Christofer Bernardy kümmerte sich um die Rettung der beiden eingeklemmten Unfallopfer und sicherte den Brandschutz während der Befreiungsaktion. Die Mannschaft des Löschgruppenfahrzeugs LF 8 unter Führung von Stefan Kohn ging mit schwerem Atemschutz zur Menschenrettung und Brandbekämpfung ins Gebäude vor und hielt für alle Fälle einen Sicherungstrupp in Bereitschaft. Zur Wasserversorgung wurde eine Versorgungsleitung vom nahegelegenen Hydrant aufgebaut. Die Registrierung und Funk-Überwachung der Atemschutzgeräteträger beim Innenangriff übernahm Ester Jäger.

Während die Suche nach den vom Feuer eingeschlossenen Arbeitern und die Brandbekämpfung zügig in Angriff genommen werden konnte, gestaltete sich die Befreiungsaktion der eingeklemmten Fahrzeuginsassen relativ schwierig und zeitaufwändig, da man aufgrund der eingekeilten Lage des Unfallfahrzeugs nur über die Fahrerseite, das Fahrzeugheck und die hintere Tür auf der Beifahrerseite Zugang zu den Eingeklemmten hatte. Nach dem Entfernen der Heckklappe und der Rückenlehne konnte der Beifahrer mit dem Spinnboard über die Fahrzeugrückseite gerettet werden. Zur patientengerechten Befreiung des Fahrers musste die komplette Seitenpartie des Wagens mit hydraulischen Rettungsgeräten entfernt werden.

Nach rund einer Dreiviertelstunde war die Aufgabe gemeistert, und da die LF 8-Mannschaft in der Zwischenzeit auch die vier vermissten Monteure in Sicherheit gebracht und den Brand erfolgreich bekämpft hatte, konnte die Alarmübung, die vorher von den Beteiligten nicht geprobt worden war, erfolgreich beendet werden.

Fachkundige Beobachter des Übungsgeschehens waren — neben Löschbezirksführer Dirk Schulze — Ortsvorsteher Jörg Zenner, der Mettlacher Feuerwehrsachbearbeiter Stefan Fixemer, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Georg Flesch und Volker Leidisch, der als einer der Orscholzer Hauptausbilder das Übungsszenario entworfen hatte.

Zum Abschluss bedankten sich die Führungskräfte bei der Firma Reifen Kiefer für das zur Verfügung gestellte Übungsobjekt und Firmenchef Michael Kiefer lud die Mannschaft der aktiven Wehr und die Mitglieder der anwesenden Jugendwehr aus Orscholz, die zuvor auch die Darstellung der Verletzten übernommen hatten, zu einem kleinen, gemeinsamen Umtrunk ein.