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Weiten
Jagdhörner erklangen zu Ehren des Heiligen Hubertus

Das Jagdhornbläsercorps Merzig gestaltete die Hubertusmesse in Weiten mit.
Das Jagdhornbläsercorps Merzig gestaltete die Hubertusmesse in Weiten mit. FOTO: Ruppenthal
Weiten/Mettlach.

Jagdhornklänge erschallten am Samstagabend in der Weitener Pfarrkirche Sankt Hubertus – und das mit gutem Grund: Am Namenstag des Patrons des Gotteshauses, dem Hubertustag, feiern nicht nur die Jäger ihren Schutzheiligen. Sankt Hubertus gilt zudem als Schutzpatron der Hunde, der Schützen, der Kürschner, der Metzger, der Metallbearbeiter, der Büchsenmacher, der Optiker und der Mathematiker.


Im Mettlacher Ortsteil Weiten, übrigens der älteste urkundlich erwähnte Ort im heutigen Landkreis Merzig-Wadern und zugleich flächenmäßig der größte Ortsteil von Mettlach, feierte das Jagdhornbläsercorps mit seinem Hornmeister Andreas Hirtz zusammen mit Pastor Thomas Schmitt und den Gläubigen aus Weiten eine Hubertusmesse zu Ehren des Schutzheiligen der Waidmänner, dessen  Namenstag am 3. November gefeiert wird.

„Die Chöre und Fanfaren der Hubertusmesse sind vor rund 200 Jahren aus alten Jagdsignalen entstanden“, wie Hornmeister Andreas Hirtz erklärt. Sie werden vierstimmig auf ventillosen Jagdhörnern geblasen, deren Stimmumfang fünf Töne der der Naturtonreihe in B umfasst. Die großen Parforce-Hörner, ebenfalls mit von der Partie, klingen dagegen eine Oktave tiefer als die kleinen Fürst-Pless-Hörner.So wie auch an diesem Hubertustag ziehen Jäger seit rund 200 Jahren mit ihren Hörnern in die Kirche und geben die Botschaft des heiligen Hubertus von kritischer Überprüfung und ständiger Erneuerung mit unverwechselbaren Klang wieder.



Der Heilige Hubertus gehört mit den Heiligen Antonius, Quirinus und Cornelius zu den „vier Marschällen Gottes“ und wird mancherorts auch zu den 14 Nothelfern gerechnet.

Hubertus lebte als Pfalzgraf am Hofe Theoderichs III in Paris, später in Metz am Hof Pippins des Mittleren, mit dem er wohl auch verwandt war. Nach dem Tod seiner Frau ging Hubertus als Einsiedler in die Wälder der Ardennen, wo er aber apostolisch tätig war. 705 wurde er Bischof von Tongern-Maastrich. 716 verlegte er seinen Bischofssitz nach Lüttich. Er ließ dort die Lambertus-Kathedrale erbauen und galt als fürsorglicher Wohltäter. Die Reliquien des heiligen Hubertus wurden am 3. November 743 erhoben, dem Tage, der noch bis heute alljährlich als Hubertustag begangen wird.

Aus dem Mittelalter stammt die Hubertus-Legende, wonach der Heilige an einem Karfreitag auf der Jagd beim Anblick eines prächtigen Hirsches mit einem Kreuz zwischen den beiden mächtigen Geweihstangen bekehrt wurde.

Im Rahmen des Hubertustages feierte die Mettlacher Abteibrauerei auch ihr Bockbierfest. Auch der dazugehörige Fassanstich erfolgte zu den Klängen des Jagdhornbläsercorps Merzig.