Jagdgemeinschaft Mettlach feiert in der Abtei-Brauerei ihren Patron

Große Feierlichkeiten : Für den Schutzpatron brauen die Jäger ein Bier

Zum sechsten Mal richtete die Jagdgenossenschaft Mettlach ein Hubertusfest aus.

„Lecker“, schnalzte Karl Weckbecker, Leiter des Hegerings Mettlach, zustimmend mit der Zunge nachdem er den ersten Schluck des neuen Hubertus-Bockbieres probiert hatte. Das Fass mit dem Gerstensaft hatte der Mettlacher Bürgermeister und Jagdvorsteher Daniel Kiefer mit einem Schlag in der Abtei-Brauerei angeschlagen. Es war Brauerei-Wirtin Karin Fell vorbehalten, die Vorzüge des dunklen Starkbiers aufzuzählen: würzig und malzaromatisch mit 6,3 Prozent Alkoholgehalt. Bierkönigin Bianca, seit zwölf Jahren im Amt, lobte „die angenehme Zusammenarbeit der Jägerschaft mit dem Brauereigewerbe“. Das Jagdhornbläsercorps Merzig unter Hornmeister Andreas Hirtz spielte auf.

Zum sechsten Mal hatte die Jagdgenossenschaft das Hubertusfest organisiert. Es begann mit einer Andacht in der Pfarrkirche St. Lutwinus, zelebriert von Kaplan Viju Varikkat in der Pfarrkirche St. Lutwinus Mettlach und umrahmt vom Jagdhornbläsercorps Merzig. Daniel Kiefer erinnerte an die Hubertus-Legende, die wohl zu den berühmtesten Sagen zählt. Damals noch alles andere als heilig ging er an einem Karfreitag auf die Jagd und erblickte einen Hirsch. Er legte seine Armbrust an, als das Tier plötzlich stehen blieb und sich umdrehte. Zwischen seinem Geweih erschien ein Kreuz. „Hubertus, ich erlöse dich und dennoch verfolgst du mich“, ertönte eine Stimme. Die Folge: Hubertus warf seine Waffe weg, brach mit seinem alten Leben und wandte sich einer christlichen Lebensführung zu, verschenkte seinen Besitz und tat viel Gutes. 705 wurde er zum Bischof ernannt.

Laut Kiefer ermahnt diese Legende die Jäger zu einem respektvollen Umgang mit dem Wild und dazu, die Tiere als Schöpfung Gottes anzuerkennen. Die Jäger, zu der Gilde der Verwaltungschef nach bestandener Prüfung zählt, identifizieren sich nach seinen Worten auch mit dem Begriff der Waidgerechtigkeit. Dem Wild als Mitgeschöpf seien aufgrund des Tierschutzes unnötige Schmerzen zu ersparen. Zudem seien Maßnahmen zur Sicherung und Verbesserung der Lebensgrundlagen des Wildes und der Natur zu beachten sowie ein anständiges Verhalten gegenüber den Mitmenschen zu garantieren. „Das Hubertusfest ist ein schöner Anlass, mit der Jägerschaft in Kontakt und zum Austausch zu kommen“, sagte der neue Staatssekretär Sebastian Thul, Vertreter von Umweltminister Reinhold Jost. Er lobte die ehrenamtliche und verantwortungsvolle Arbeit der Jäger in der Hege und Pflege von Tier und Natur. Er bekannte sich dazu, lieber eine gute Rehkeule zu essen als auf die Pirsch zu gehen.

Die Gäste stießen mit dem Hubertusbockbier auf das Fest an. Danach ging man zum gemütlichen Teil der Feier über. Foto: eb

Er stehe er hinter der Tradition der Jäger und werde ihre Belange unterstützen. Kreisjägermeister Armin Birk lobte das Hubertusfest der Jagdgenossenschaft. Es sei das einzige dieser Art im Grünen Kreis, mit dem der Patron der Jäger auf eine ganz besondere Art gewürdigt werde. Mit dem Setzen eines Baumes am Hubertustag ergänze die Kreisjägerschaft die Erinnerung an die Tradition, und sorge, wenn auch in kleinem Maße, für Nachhaltigkeit und die nächsten Generationen. Birk empfahl allen Gästen das Kochbuch „Die saarländische Jägerküche“, das vom Chefkoch Dr. Wolfgang Dörrenbecher (Vereinigung der Jäger des Saarlandes) veröffentlich wurde.