Interessen gemeinsam vertreten

Mettlachs Bürgermeister Carsten Wiemann ist stellvertretender Vorsitzender des Verbandes der deutschen Keramikstädte. Neben der Gemeinde Mettlach gehören dem neuen Verband sieben weitere Kommunen an.

Sie gilt als eine der ältesten Werkstoffe der Menschheit und als ein Tausendsassa dazu - die Keramik . Erlebniswelt Tischkultur, Bad und Wellness: Seit über 260 Jahren schreibt V&B im Saarland in Sachen Keramik Unternehmensgeschichte. Im Pottland erinnern noch Tongruben und Museen an das Handwerk , das die Region zwischen Weser und Leine über Jahrhunderte beherrscht hat - die Kacheln und Teller, die für den Export hergestellt wurden. Museum, kleine Manufakturen und ein Keramik-Rundgang zeugen in Kellinghusen in Schleswig-Holstein von dem rund 250 Jahre alten Handwerk . An den Fachschulen für Keramikgestaltung und Keramiktechnik im rheinland-pfälzischen Höhr-Grenzhausen bilden Lehrkräften aus Industrie, Kunst, Design und Handwerk den Nachwuchs praxisnah in keramischen Prozessen aus. So unterschiedlich die Verarbeitung des Werkstoffes ist, eines haben alle Kommunen gemeinsam: Sie blicken auf eine keramische Tradition.

Jetzt rücken diese Städte und Gemeinden enger zusammen - im Verband der deutschen Keramikstädte. Das Netzwerk wurde dieser Tage im Schloss Saareck in Mettlach aus der Taufe gehoben (wir berichteten kurz). Zum Vorsitzenden wurde Michael Thiesen, Bürgermeister der Stadt Höhr-Grenzhausen im Westerwaldkreis, gewählt. Zu seinem Stellvertreter Carsten Wiemann , Bürgermeister der Gemeinde Mettlach . Schriftführer ist Axel Pietsch, Bürgermeister von Kellinghusen in Schleswig-Holstein, Kassenführer Christoph Stürz, Bürgermeister der Gemeinde Brachttal im Main-Kinzig-Kreis. Kassenprüfer sind Mirjam Sünnen, Kämmerin bei der Gemeinde Mettlach , und Michael Voigt, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung von Höhr-Grenzhausen.

Wie Thiesen bei der Gründungsversammlung mitteilte, haben weitere Städte ihre Mitgliedschaft angekündigt - etwa Selb, Staufen und Dießen am Ammersee. Die Ziele, die durch den Zusammenschluss verfolgt werden, haben die Verantwortlichen in ihrer Vereinssatzung zusammengefasst. "Wir wollen eine gemeinsame Identität entwickeln, die sich auf gemeinsame und historische Werte bezieht", beschreibt Wiemann einen Punkt.

Gemeinsame Projekte



Ein regelmäßiger Austausch über Themen gehöre ebenso dazu wie gegenseitige Besuche, gemeinsame Projekte und Ausstellungen. "Auch streben wir eine gemeinsame Vermarktung an, wollen unsere Interessen gemeinsam vertreten, an Fördermittel kommen und Lobbyarbeit betreiben", zählt der Mettlacher Verwaltungschef weiter auf. Auch soll das kulturelle Erbe bewahrt, neue Zielgruppen sollen erschlossen und die wirtschaftlichen Grundlagen der Keramiker erhalten und gestärkt werden.

Einen nächsten Schritt haben die Verantwortlichen schon ins Auge gefasst: eine Vernetzung mit den Kollegen im europäischen Ausland. "Es ist ein schöner Tag", kommentierte Guiseppe Olmeti aus dem italienischen Faenza die Gründung des Verbandes. Der Generalsekretär des Europäischen Verbunds für Territoriale Zusammenarbeit - Städte der Keramik wies auf die Vorteile des europäischen Netzwerkes hin, dem neben Italien, Spanien, Frankreich und Rumänien bald auch Deutschland angehöre.

Den Startschuss für die Gründung des Verbandes hatte ein Erfahrungsaustausch in Höhr-Grenzhausen im Frühsommer gegeben. Auf Einladung von Stadtbürgermeister Michael Thiesen waren 21 Vertreter aus Keramikstädten in die Kannenbäckerstadt gereist, um eine Möglichkeit einer Zusammenarbeit auszuloten.