"Haus Braun kostete Mehrheit"

Mettlach. Der Darstellung des Mettlacher Ortsvorstehers Heiner Thul (CDU), dass die Mettlacher Christdemokraten für Bauplätze auf der Lutwinussiedlung gesorgt hätten, widerspricht der Thuls Vorgänger Rudi Mohr (SPD). Bei der Neuwahl des Mettlacher CDU-Ortsverbandes hatte Thul dies in seiner Bilanz als Ortsvorsteher sich und seiner Partei auf die Fahne geschrieben (wir berichteten)

Mettlach. Der Darstellung des Mettlacher Ortsvorstehers Heiner Thul (CDU), dass die Mettlacher Christdemokraten für Bauplätze auf der Lutwinussiedlung gesorgt hätten, widerspricht der Thuls Vorgänger Rudi Mohr (SPD). Bei der Neuwahl des Mettlacher CDU-Ortsverbandes hatte Thul dies in seiner Bilanz als Ortsvorsteher sich und seiner Partei auf die Fahne geschrieben (wir berichteten). "Die Bauplätze wurden zu meiner Amtszeit in den Jahren 2003/2004 schon auf den Weg gebracht", sagt Mohr, von 1999 bis 2004 Ortsvorsteher in Mettlach. 2003 erste Gespräche "Es war eine Initiative des Ortsrates, um in Mettlach mehr Bauplätze auszuweisen", stellt Mohr fest. Damals sei die Mettlacher SPD wie auch die FDP genauso maßgeblich beteiligt gewesen. "2003/2004 haben wir die ersten Gespräche mit den Grundstückseigentümern geführt. Und Günther Leinen von der FDP hat diese Sache mit forciert", ergänzt der Sozialdemokrat. "Heiner Thul war jetzt zur richtigen Zeit am richtigen Ort", ergänzt Rudi Mohr. Gleiches gelte auch für die Neugestaltung des Parkplatzes vor der "Alten Apotheke" in der Mettlacher Freiherr-vom-Stein-Straße. "Die Neugestaltung des Platzes mit rund 70 bis 75 Parkplätzen ist ebenfalls in meiner Amtszeit auf den Weg gebracht", meint Mohr. Man habe die Räte nur immer vertröstet, dass die Planungen so lange dauerten.Krach um Haus Braun Auch das Engagement der CDU für das unter Denkmalschutz stehende Haus Braun stellt Sozialdemokrat Mohr in Abrede. Erklärtes Ziel vieler Mettlacher sei gewesen, dass das Haus in der Freiherr-vom-Stein-Straße 22 in Besitz der Gemeinde bleiben sollte. Dafür habe sich auch der Ortsrat in seiner Juni-Sitzung ausgesprochen. Einen Tag später habe die Mehrheit im Mettlacher Gemeinderat den einstimmigen Beschluss des Ortsrates gekippt - unter anderem mit den Stimmen von Mettlachs Ortsvorsteher Heiner Thul und zwei weiterer CDU-Ortsratsmitglieder, Renate Mattonek und Ursula Graf-Rummel. Er und die beiden CDU-Ortsratsmitglieder hätten sich in der Ratssitzung keinesfalls über die Empfehlung des Mettlacher Ortsrates hinweggesetzt, hält Thul dagegen. "Wir erfuhren erst in der Sitzung von Bürgermeisterin Thieser, dass kaum Fördergelder für die Renovierung des Hauses zu erwarten sind", hatte Thul damals gesagt. Aus Verärgerung über die Abstimmungsverhalten war Thuls Stellvertreter, Werner Riga zurückgetreten. Das FBM-Mitglied war auch aus dem Mettlacher Ortsrat ausgeschieden."Wenn Thul ehrlich wäre, wäre es jetzt an der Zeit zu sagen, dass die Erhaltung von 'Haus Braun' ihn seinen damaligen Stellvertreter und die Mehrheit im Ortrat gekostet hat, weil Werner Riga nicht nachvollziehen konnte, dass Ortsvorsteher Thul in noch nicht einmal 24 Stunden seinen Beschluss, den der Ortsrat gefällt hat, kippte und 'Haus Braun' letztendlich doch verkauft wurde", sagt Rudi Mohr.Dauerthema Markplatz Auch die Neugestaltung des Mettlacher Marktplatzes, dessen Planung sich die CDU in Zusammenarbeit mit der Fraktion, sich ans Revers hefte, sei ein Jahrzehnte altes Thema. 1994 wäre die Sanierung über die Bühne gegangen, "wenn nicht ein Geringerer als der damalige Mettlacher Bürgermeister Werner Zimmer die ganze Sache aus wahltaktischen Gründen abgeblasen hätte", sagt Mohr. Anfang der 90er Jahre habe der SPD-Landtagsabgeordnete Hans-Georg Stritter eine Tiefgarage vorgeschlagen. Sieben bis acht Millionen Mark hätte die gekostet. Ein Investor sei bereits gefunden worden. "Die Gemeinde hätte nur die Kosten eines geologischen Gutachtens von rund 130000 Mark tragen müssen", sagt Mohr. Doch der Gemeinderat habe diesen Vorstoß mit knapper Mehrheit abgelehnt, erinnert sich der Mettlacher Sozialdemokrat. Es sei das gute Recht von Rudi Mohr zu behaupten, bei der Erschließung der Bauplätze auf der Lutwinussiedlung oder bei der Neugestaltung des Marktplatzes Intiativen ergriffen zu haben, sagt Heiner Thul. "Wichtig ist, dass Mettlach vorangebracht wird. Dazu bedarf es der Mithilfe aller demokratischen Parteien und Bürger." Daher müsse man gemeinsam Sorge tragen, dass Zuschüsse für Mettlach fließen. Dass es unterschiedliche Meinungen gebe, sei in einer Demokratie zum Glück möglich.