Sicherung der Verlängerung der Freiherr-vom-Stein-Straße: Gutachten belegt: Wasser sprengte Felsen

Sicherung der Verlängerung der Freiherr-vom-Stein-Straße : Gutachten belegt: Wasser sprengte Felsen

Jetzt will das Wasser- und Schifffahrtsamt ein Sicherungskonzept für den Weg in Mettlach ausarbeiten.

Wasser hat die Felsen gesprengt und den gewaltigen Erdrutsch im Februar ausgelöst, der einen Teil der Verlängerung der Freiherr-vom-Stein-Straße verschüttet hat. Zu dem Schluss kommt ein Gutachten, das Wasser- und Schifffahrtsamt (WAS), Eigentümerin des beliebten Wanderweges, in Auftrag gegeben hat. Das hat Mitarbeiterin Elisabeth Richrath auf SZ-Anfrage mitgeteilt. Damit bestätigt die Untersuchung, was  viele Mettlacher geahnt hatten. In den Wochen vor dem gewaltigen Felssturz habe man immer wieder beobachten können, wie Wasser aus dem Fels gequollen war, berichteten Augenzeugen der SZ.  Geologen sprechen von einer Frostsprengung, wenn Wasser in Gesteinsritzen eindringt und dort gefriert. Durch die Ausdehnung drückt es nach außen – mit einer solch enormer Kraft, dass Steine platzen. Auch wenn Wasser  den Stein aushöhle, könne es Teile des Felsens lösen, sagen Wissenschaftler. Denn so stark wie keine andere Kraft forme Wasser die Landschaft.

 „Um die Ursache für den Erdrutsch herauszufinden, ist das komplette Gebiet untersucht worden – mit dem Ergebnis, dass solch unkontrollierte Abgänge nicht mehr vorkommen sollen“, sagt Richrath. Nachdem das Gutachten vorliegt, arbeitet man den Worten der WAS-Mitarbeiterin an einem Konzept, wie der beliebte Weg  entlang von Felsen und Saar  langfristig und wirkungsvoll gesichert werden könne. Anker in die Erde schlagen, nennt sie eine mögliche Option, Netze spannen eine andere. Läuft alles nach Plan, sollen die Sicherungsarbeiten im November beginnen und sich bis ins Frühjahr hinein erstrecken. „Bis zum Abschluss der Arbeiten bleibt der Weg gesperrt“, sagt sie. „Wir und die Gemeinde Mettlach sind für die Verkehrssicherungspflicht verantwortlich.“

 Noch erinnern tausende Tonnen an Geröll und Erdmassen an den Erdsturz, der um die Mittagsstunden des 18. Februars viele Mettlacher aufschrecken ließ. „Es war ein Lärm, als ob ein Komet einschlug“, beschrieb ein Augenzeuge den Moment, als der Hang ins Wanken geriet. „Mehrere tausend Tonnen an Felsen, Erde und Bäumen rasten in die Tiefe“, berichtet er. „Die Wucht war so gewaltig, dass dicke Gesteinsbrocken in der Saar landeten, die gut 30 Meter entfernt von der Stelle fließt.“ Der Spuk dauerte nach Worten des Mettlachers nur einige Sekunden. „Doch das reichte aus, um einen Krater von rund 40 Breite und gut 70 Meter Länge zu reißen.“

Zwei Tage vor dem Erdsturz war ein Bauzaun aufgestellt worden – zudem  Schilder und fünf Warnlampen. Als Grund für die Absperrung nannte  das WAS Sicherheitsüberprüfungen an dem gesicherten Hang im Bereich des Kraftwerkes. „Durch den Erdrutsch, der unmittelbar am Pegelhäuschen niederging, müssen wir diese Überprüfung, die jedes Jahr ansteht, abbrechen“, hieß es damals aus dem Wasserschifffahrtsamt.

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