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Mettlach
Grüne für Bürgerbeteiligung bei Cloef-Projekten

Unterkünfte für gehobenes Camping („Glamping“) sind oberhalb der Saarschleife geplant.
Unterkünfte für gehobenes Camping („Glamping“) sind oberhalb der Saarschleife geplant. FOTO: Foto: WYRD Gastro GmbH/Sven Becker
ORSCHOLZ. Eine Beteiligung der Bürger bei den Bauvorhaben in Orscholz fordern der Kreisverband der Grünen und die Grüne Jugend Saar.

Die jüngsten Bauvorhaben der Gemeinde Mettlach im Bereich der Cloef bereiten den Grünen im Landkreis Sorgen. Zwischen der Rehaklinik und dem alten Cloef-Parkplatz soll ein Naturhotel samt Glamping-Resort entstehen. Zudem schickt sich die Erlebnis Akademie (EAK) an, den Abenteuerspielplatz am Blumenfels zu renovieren und zu erweitern. Beides sieht Jeanne Dillschneider, stellvertretende Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen an der Saar und Sprecherin der Grünen Jugend, kritisch. In einer Pressemitteilung gegenüber der SZ sagt die Orscholzerin: „Grundsätzlich sind Projekte, die den Ort für Tourismus attraktiver machen, zu begrüßen. Aus den vorliegenden Plänen wird allerdings deutlich, dass durch die Vorhaben große Teile des Varadeser Parks und der Waldflächen beeinträchtigt werden.“


Die Forderung der Grünen-Politikerin: „Bevor man Hotels und Anlagen plant, sollte die Gemeinde beachten, dass dadurch wichtige Flächen für Erholung, die von Wanderern und Sportlern genutzt werden, verloren gehen.“ Auch die Saarschleife lebe von den umliegenden Wäldern. Eine immer näher rückende Infrastruktur zerstöre diese. „Zwar mag das Glamping-Resort kurzfristig finanzielle Gewinne bringen, mit der zunehmenden Vermarktung vor Ort wird jedoch der Charakter unserer einzigartigen Naturlandschaft beeinträchtigt“, befürchtet Dillschneider.

Jeanne 
Dillschneider
Jeanne Dillschneider FOTO: Ruppenthal


Außerdem werde der Bereich rund um die Saarschleife zunehmend vom Ortsgeschehen abgetrennt, meint die Orscholzerin. Hinzu komme, dass weite Teile umzäunt werden sollen. „Aus unserer Sicht ist es bedenklich, wenn Anwohner, Touristen und Besucher des Reha-Zentrums zwischen Zäunen die Natur genießen sollen“, sagt Dillschneider. Zudem würden die Anwohner nach Ansicht der Grünen durch die vielen Touristen noch mehr belastet. Besucher des Baumwipfelpfads müssten zum Parken jetzt schon auf die Straßen innerhalb des Ortes oder auf die Parkplätze der Gemeinschaftsschule ausweichen. Statt des Spielplatzes an der Cloef wäre es Dillschneiders Ansicht zufolge sinnvoller, innerhalb des Ortes attraktive Angebote zu schaffen und die Bewohner einzubinden.

Abschließend ergänzt die stellvertretende Grünen-Landesvorsitzende: „Wir fordern mehr Transparenz gegenüber den Bürgern. Die Gemeinde sollte diese eingehender informieren und die langfristigen Interessen des Ortes stärker berücksichtigen.“ Mit dem Instrument der Bürgerbeteiligung könnte man nach Überzeugung von Dillschneider das Vertrauen der Bürger zurückgewinnen und sie in das Projekt einbinden. „Nur so können solche Vorhaben auch einen nachhaltigen und nicht nur rein finanziellen Nutzen für die Gemeinde haben.“