Großübung ohne Ankündigung

Mettlach. Als am frühen Freitagabend die Sirenen in den Mettlacher Ortsteilen heulten und die Alarmpiepser anliefen, wusste so gut wie niemand, dass es sich um keinen Ernstfall handelte. Gemeldet wurde ein Brand in dem noch stehenden Gebäude sowie eine schwere Explosion mit Toten, Verletzten und Verschütteten

Mettlach. Als am frühen Freitagabend die Sirenen in den Mettlacher Ortsteilen heulten und die Alarmpiepser anliefen, wusste so gut wie niemand, dass es sich um keinen Ernstfall handelte. Gemeldet wurde ein Brand in dem noch stehenden Gebäude sowie eine schwere Explosion mit Toten, Verletzten und Verschütteten.Heftige Explosion Als das erste Einsatzfahrzeug aus Nohn an der "Unglücksstelle" eintraf, drang dichter Rauch aus dem Gebäude. Nur wenige Meter daneben türmten sich mächtige Trümmerberge auf und gut 50 Meter weiter hinten waren durch die "Wucht der Explosion" zwei Fahrzeuge durch die Luft geschleudert worden, wobei die Insassen in den Unfallwagen eingeklemmt wurden.Über Funk wurden Verstärkungskräfte aus Mettlach und den übrigen Ortsteilen, aus Merzig sowie die Rettungskräfte des Malteser Hilfsdienstes und das Technische Hilfswerk angefordert. Im Minutentakt trafen dann in der Folge weitere Einsatzkräfte ein.Suche nach VermisstenNach der Menschenrettung liefen die Löscharbeiten am "brennenden Gebäude" an. Parallel dazu mühten sich weitere Feuerwehrkräfte, die eingeklemmten Verletzten aus den auf dem Dach und auf der Seite liegenden Pkw zu befreien. Weitere Kräfte suchten systematisch das Gelände nach vermissten Personen ab. Im Trümmerfeld und weit hinten in der Nähe des Waldes wurden sie fündig. Während die Verletzten in den Fahrzeugen sowie am Waldrand relativ schnell befreit und medizinisch versorgt waren, hatten die Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks aus Mettlach im wahrsten Sinne des Wortes Schwerstarbeit zu leisten. Schweres Gerät kam zum Einsatz, um die mächtigen Steinbrocken aus dem Weg zu räumen. Bei der Suche nach Vermissten erhielten die Kräfte des THW Mettlach Unterstützung von den Hundeführern des Ortsvereins Obermosel.Die Ortungsgeräte der Bergungsspezialisten machten selbst eine vom Mettlacher Wehrführer Eduard Tritz versteckte Uhr ausfindig.Bis auf den Ablauf der Alarmierung zeigte sich der Mettlacher Feuerchef mit dem Verlauf dieser geheimen Alarmübung sehr zufrieden: "Die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Löschbezirken sowie den übrigen Organisationen hat hervorragend funktioniert," zog er nach der Übung eine positive Bilanz. Auch Manfred Schön freute sich über die gelungene Übung: "Endlich sind wir bei einer Übung mal so richtig gefordert worden," zeigte auch er sich mit der Leistung seiner Kräfte sehr zufrieden. Genaue Analyse Im Laufe dieser Woche soll die Großübung, bei der rund 200 "Mann" zum Einsatz kamen, genau analysiert und durchgesprochen werden. Bewusst hatte Wehrführer Eduard Tritz die Übung nicht angekündigt: "Show-Übungen brauchen wir nicht," betonte er, "unsere Leute sollen so realistisch üben, um für den Ernstfall gerüstet zu sein." Die Kooperation zwischen den einzelnen Hilfsorganisationen und den einzelnen Teileinheiten bildete dabei ein besonderer Schwerpunkt.