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Glashaus gedenkt verstorbenem Regisseur Michael Laux aus Schwemlingen

Kostenpflichtiger Inhalt: Gedenken ans Regisseur Michael Laux : „Ich bin stolz und begeistert von dem, was er geleistet hat“

Der Regisseur Michael Laux, ein gebürtiger Schwemlinger, ist im Dezember überraschend verstorben. Anlässlich seines Geburtstags am 6. Februar haben sich Freunde und Bekannte im Glashaus in Dreisbach getroffen, um ihm zu gedenken.

Es ist eine heitere, ja, freundliche Stimmung, die die Gäste an der Schwelle zum Glashaus begrüßt. Viele Besucher sind angeregt ins Gespräch vertieft, andere wiederum lachen herzlich oder haben ein Lächeln auf den Lippen, während im Hintergrund rockige Musik läuft. Düstere Traurigkeit, wie man sie dem Anlass entsprechend erwarten würde, scheint es hier nicht zu geben. Nur das schwarz-weiße Bild, das in der Ecke auf der Bühne steht, erinnert an denjenigen, der heute in der Runde fehlt: Michael Laux.

Er wäre am 6. Februar 68 Jahre alt geworden, erreicht hat er dieses Alter leider nicht mehr. Michael Laux, Regisseur und Drehbuchautor aus Schwemlingen, verstarb Ende des vergangenen Jahres – „völlig überraschend“, wie seine Tochter Kaya Müssig erzählt. Es war ein harter Schlag für sie, ihre Mutter und die zwei Brüder von Laux. Sie sind alle ins Glashaus gekommen, um ihrem verstorbenen Familienmitglied an seinem Geburtstag zu gedenken.

Michael Laux im vergangenen Jahr. Foto: leis/Tina Leistenschneider

Schon nach der Beerdigung traf man sich hier, um Abschied zu nehmen – an dem Tag kam Kaya Müssig auch die Idee, zum Geburtstag ihres Vaters eine Gedenkfeier zu veranstalten. „Dass so viele gekommen sind, hätte ihn gefreut“, sagt Müssig, die aus Berlin kommt. Sie weiß, dass ihr Vater eine trübselige Stimmung nicht gemocht hätte: „Ich habe seine Stimme im Ohr, die uns sagt, dass wir nicht traurig sein sollen“, sagt sie. Sie hat viele gute Erinnerungen an ihren Vater: „Er war ein sehr positiver und glücklicher Mensch. Er hat das gemacht, was er wollte, und sich auch über kleine Dinge gefreut. Das war sehr inspirierend“, erinnert sich Müssig, die sich wünscht, selbst ein bisschen wie ihr Vater zu sein. „Ich bin stolz und begeistert vom dem, was er geleistet hat.“ Dass sie mit Freunden und Familien heute zusammen kommt – „der einzige Trost“, sagt sie.

In Ehren an Michael Laux zeigte das Glashaus an diesem Tag unter anderem den Film „Richy Guitar“ (1984), bei dem Laux das Drehbuch schrieb und Regie führte. Für das Drama konnte er die Urbesetzung der Band „Die Ärzte“ gewinnen. Einen Gastauftritt hatte auch die Merziger Band Roy Dreck im Film – auch sie sind gekommen, um an der Gedenkfeier teilzunehmen. Wie es damals dazu kam? „Michaels Bruder Stefan spielte Bass in unserer Band und Michael hat uns damals gefragt, ob wir mitspielen können“, erzählt der ehemalige Frontsänger Herbert Kessler. Was er an dem Regisseur schätzte? „Seine offene, ehrliche Art. Und er konnte zuhören“, erinnert sich Kessler, der die Stimmung im Glashaus als „unverkrampft und entspannt“ wahrnimmt.

Auch Christoph Klein, zweiter Vorsitzender des Vereins Glashaus Saarschleife, kannte den Drehbuchautor als aktives Mitglied. Letztes Jahr schrieb Laux noch das Theaterstück „Der letzte Schrei von Paris“, das im Glashaus uraufgeführt wurde. „Ich war tief betroffen, als ich die Nachricht von seinem Tod hörte“, sagt Klein, der auch Laux’ musikalische Seite kannte und seinen Freund vermissen wird.

Wie Klein vermissen auch alle anderen Besucher, die an diesem Tag nach Dreisbach gekommen sind, den verstorbenen Filmemacher. Zusammen verbrachten sie den Abend damit, über die Witze in den gezeigten Filmen zu lachen und die alten Streifen von Laux wieder in ihr Gedächtnis aufzunehmen. Denn wie sagte Joseph Christian von Zedlitz: Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, der ist nicht tot.